Schön reich - Steuern zahlen die anderen - Adamek, Sascha; Otto, Kim

Sascha Adamek Kim Otto 

Schön reich - Steuern zahlen die anderen

Wie eine ungerechte Politik den Vermögenden das Leben versüßt

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Schön reich - Steuern zahlen die anderen

Wer zahlt in Deutschland eigentlich Steuern? Vor allem die Arbeitnehmer. Denen wird jeder Cent sofort vom Lohn abgezogen. Für Millionäre ist Deutschland eine Steueroase. Denn die Finanzämter können schon längst nicht mehr gründlich prüfen. Lasche Gesetze, zu wenig Personal. So haben die Politiker selbst die milliardenschwere Steuerflucht der Reichen organisiert. Ein Insiderbericht aus einem geteilten Land.


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 272 S.
  • Seitenzahl: 272
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 452g
  • ISBN-13: 9783453162877
  • ISBN-10: 3453162870
  • Best.Nr.: 24923629
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.09.2009

Die bösen Reichen
Die Zahlen erschrecken: Jedes Jahr entgehen dem Staat 70 Milliarden Euro durch eine ineffiziente Finanzverwaltung, 30 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung. Dies hat dazu geführt, dass die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer geworden sind – und dass die Entwicklung andauert. Die Journalisten Sascha Adamek und Kim Otto wollen mit ihrem Buch „Schön reich – Steuern zahlen die anderen” zeigen, dass vermögende Menschen „sich immer reicher sparen”. Dass ein „vom Staat gesponsertes Luxusleben” möglich ist.
In elf Kapiteln beleuchten die Autoren die dicksten Hunde des Betrugs – seien sie durch Steuergesetze oder durch schwache Kontrollen am Leben gehalten. Ob es der „Chaos-Computer-Club Finanzamt” ist, die Firmenstrukturen in der globalisierten Welt, die hoffnungslos unterbesetzte Garde der Betriebsprüfer oder die Banken, die Beihilfe zur Steuerflucht leisten und dabei auch noch gut verdienen: Die Autoren haben ausführlich recherchiert und nach Gesprächen mit Steuerfahndern, Politikern und Zollbeamten ein Netz gefunden, das so großmaschig ist, dass es jedem Vermögenden ein Leichtes ist, hindurchzuschlüpfen.

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Die bösen Reichen

Die Zahlen erschrecken: Jedes Jahr entgehen dem Staat 70 Milliarden Euro durch eine ineffiziente Finanzverwaltung, 30 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung. Dies hat dazu geführt, dass die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer geworden sind – und dass die Entwicklung andauert. Die Journalisten Sascha Adamek und Kim Otto wollen mit ihrem Buch „Schön reich – Steuern zahlen die anderen” zeigen, dass vermögende Menschen „sich immer reicher sparen”. Dass ein „vom Staat gesponsertes Luxusleben” möglich ist.

In elf Kapiteln beleuchten die Autoren die dicksten Hunde des Betrugs – seien sie durch Steuergesetze oder durch schwache Kontrollen am Leben gehalten. Ob es der „Chaos-Computer-Club Finanzamt” ist, die Firmenstrukturen in der globalisierten Welt, die hoffnungslos unterbesetzte Garde der Betriebsprüfer oder die Banken, die Beihilfe zur Steuerflucht leisten und dabei auch noch gut verdienen: Die Autoren haben ausführlich recherchiert und nach Gesprächen mit Steuerfahndern, Politikern und Zollbeamten ein Netz gefunden, das so großmaschig ist, dass es jedem Vermögenden ein Leichtes ist, hindurchzuschlüpfen.

Das Netz ist dann vielleicht ein bisschen zu großmaschig. Der Titel hat es angekündigt, und er hält, was er verspricht: Es ist ein larmoyantes Buch. Alles ist schlecht, ungerecht – alles ist irgendwie furchtbar. Das fällt am deutlichsten im Kapitel über den deutsch-schweizerischen Grenzverkehr auf. Nicht ein Wort über die Bemühungen von Finanzminister Steinbrück, mit denen er sich nicht gerade Freunde in der Schweiz und in Liechtenstein gemacht hat. Wo Bundespolitiker zu Wort kommen, sind es die, die kräftig in die gleiche Kerbe hauen wie die Autoren. Und warum die Steuerhinterziehung in Deutschland so einfach sein soll, nur weil der Finanzbeamte Ronny Schild keinen Internetanschluss am Arbeitsplatz hat, erschließt sich kaum.

Großbetriebe sind alle vier Jahre zu überprüfen, aber die Zwischenüberschrift im Kapitel lautet: „Alle 76 Jahre eine Prüfung”. Das ist der durchschnittliche Fall für Kleinstbetriebe, wie man später erfährt. Und hatten sich nicht die Autoren an anderer Stelle darüber beklagt, dass jeder Ladendiebstahl zur Anzeige gebracht würde, man die Großen aber laufen lasse? Einen „schonungslosen Insiderbericht über eine zweigeteilte Gesellschaft” verspricht die Verlagswerbung. Da wäre natürlich jedes relativierende Moment unangebracht.

Doch selbst der distanzierte, skeptische Leser muss über manche offensichtlichen Missstände den Kopf schütteln. Über Singapur zum Beispiel, die „neue Fluchtburg für deutsches Schwarzgeld”. Die Steuertricks von Ikea Deutschland gehören ebenfalls zu den Gemeinheiten, gegen die die Politik eigentlich relativ leicht zu Felde ziehen könnte. Durch ein paar kleine Winkelzüge verringerte das schwedische Möbelhaus seinen Steuersatz auf tatsächlich 15 Prozent. Und Ikea ist damit natürlich nicht allein.

Deutschland hat ein massives Problem mit seinem Steuersystem, das allzu viele Steuertricks zulässt, und mit Reichen, die Steuern hinterziehen. Sascha Adamek und Kim Otto haben interessante Details geliefert, die das Buch durchaus lesenswert machen. Im letzten Kapitel liefern sie Lösungsansätze für ein „einfacheres und gerechteres Steuersystem”. Es ist eine Kurzfassung der Rezepte eines einzelnen Wirtschaftsprofessors, Lorenz Jarass. Dass man an den Erfolg dieser Vorschläge nach der Lektüre des Buches nicht mehr glauben mag, hat einen Grund: Wenn alles nur schlecht ist in Deutschland, dann gibt es eigentlich nur eine Lösung: Wir müssen das Land irgendwie austauschen. Ulrich Brömmling

Sascha Adamek, Kim Otto. Schön reich – Steuern zahlen die anderen. Wie eine ungerechte Politik den Vermögenden das Leben versüßt. Heyne Verlag, München 2009. 272 Seiten. 17,95 Euro

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Sascha Adamek, Jahrgang 1968, arbeitet seit 1997 als investigativer Journalist und Filmemacher für den Rundfunk "Berlin Brandenburg" und den "Westdeutschen Rundfunk", u.a. für die ARD-Politikmagazine "Monitor" und "Kontraste" sowie das RBB-Magazin "Klartext".

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