Die Idee, die Tracht als bayerisches Nationalkostüm durchzusetzen,
stammt nicht von der CSU, sondern von den Wittelsbachern. Ein
Rumpel ist kein unbeholfener Mensch, sondern ein Kartenspiel. Das
Kräutlsuppenessen am Gründonnerstag basiert auf einem
Missverständnis, denn das Grün hat nichts mit der Farbe zu tun,
sondern mit "greinen". Und dass die Schäffler erstmals
nach einer Pestepidemie tanzten, ist eine nette, aber unwahre
Geschichte. Die Bräuche und Traditionen Altbayerns verändern sich
ständig, passen sich neuen Situationen an, bleiben dadurch
lebendig. Doch das Wissen, warum man an manchen Tagen bestimmte
Dinge macht, ist den meisten in unserer schnelllebigen Zeit
abhanden gekommen. SZ-Autoren haben sich auf die Spuren von
Wallfahrern, Maibaumdieben, Perchtenläufern, Volksschauspielern,
Musikanten und Gebirgsschützen begeben und die Kraft, die Lust an
der Leidenschaft ergründet, die Bayern so unverwechselbar macht.
Wer es trotzdem lieber schnelllebig wünscht und sich nur
informieren möchte, wann ein Georgiritt, eine Leonhardifahrt oder
ein Drachenstich fällig ist, ist bei "Schäfflertanz und
Perchtenlauf" gut aufgehoben.