Körperkult ist »in«. Ganze Geschäftszweige leben davon.
Gleichzeitig wurde der Körper aber auch noch nie so sehr gehaßt. Er
ist ein zentrales Symbol allgemeiner Selbstdarstellung und zugleich
für viele ein Feind, den man unbewußt vernichten möchte. In der
Eßstörung Magersucht und Bulimie zeigt sich dieses Paradoxon in
deutlicher Zuspitzung. Körperkult und Körperhaß entsprechen einer
Lebensweise, in welcher der Markt die Regie über das Verhalten der
Menschen übernommen hat. Die Körper sind Produkte dieser
Totalisierung des Marktprinzips und repräsentieren durch ihre
Zurichtung dessen Imperative. Schlank-sein um jeden Preis ist nicht
nur ein betriebswirtschaftliches Konzept, sondern auch eine den
Individuen aufgenötigte Devise. Wer nicht mitstrampelt im
Diätrummel und der Trimm-Dich-Tretmühle, mindert seine
Marktchancen, entgeht aber auch der Gefahr, seinen Körper in eine
Ware zu verwandeln und damit letztlich in ein Artefakt.
Hans-Peter Waldrich, Dr. phil., Redakteur, freier Journalist und
Gymnasiallehrer. Lehrbeauftragter am Institut für Allgemeine
Pädagogik der Uni Karlsruhe. Als ausgebildeter Hypnotherapeut
betreibt er eine »Praxis für gezielte Lernförderung«. Zahlreiche
Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen.
Hans-Peter Waldrich, Dr. phil., Redakteur, freier Journalist und Gymnasiallehrer. Lehrbeauftragter am Institut für Allgemeine Pädagogik der Uni Karlsruhe. Als ausgebildeter Hypnotherapeut betreibt er eine »Praxis für gezielte Lernförderung«. Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen.