Die Organisationen dieser Jahrhundertwende steuern Wissen noch
immer nach den Regeln und Verfahren der Industriegesellschaft. Dass
Wissen nicht wie Stahl durch Kauf, Verarbeitung und Veredelung in
Wert verwandelt werden kann, zeigt das großflächige Scheitern von
Wissensprojekten aller Art. Wissenspotentiale liegen brach, weil
sie nicht in herkömmliche Muster der Wertschöpfung passen. Wissen
wird in engen Grenzen rationalisiert, entwertet und
vernichtet.
Wissensorganisation ist etwas anderes. Sie fragt nach einem Umgang
mit Wissen, der die Mechanik der Informationstechnologie ebenso
hinter sich gelassen hat wie die Normen betrieblicher Bildung.
Wissen ist untrennbar mit Identität und Sinnstiftung der
Organisation verbunden. Die Suche nach angemessenen Umgangsformen
für Wissen führt zu einem Verständnis von Wissen als Grundlage
dessen, was Menschen in Organisationen als wirklich akzeptieren.
Die Organisation des Wissens wird zur Organisation von
Wirklichkeit. Erst wenn Wissen al s Ressource ernst genommen wird,
erwacht die "Organisationale Intelligenz".
Dieses Buch führt zu einem neuen Verständnis eines
wissensorientierten Managements und eröffnet Perspektiven, die den
Umgang mit der wichtigsten Ressource von Organisationen nachhaltig
verändern.
Dr. Heiko Roehl, Dipl.-Psychologe, ist im Bereich 'Forschung Gesellschaft und Technik' der DaimlerChrysler AG tätig. Er promovierte 1999 bei Prof. Dr. Helmut Willke an der Universität Bielefeld.