Naturschutz hat einen guten Klang, aber er ist Feigenblatt und
Konzession an bestimmte Interessengruppen - der Versuch, die vom
globalen kapitalistischen Raubbau erzeugte Naturzerstörung
abzupuffern, weil Pharma- und Biotech-Industrie bei der
Inwertsetzung der schrumpfenden Biodiversität nicht hinterher
kommen. Allein in Afrika wurden im Namen des Naturschutzes 10-15
Millionen Menschen vertrieben. In den Ländern des Südens werden
massive Menschrechtsverletzungen begangen, um die biologische
Vielfalt zu schützen. Ein beträchtlicher Teil der Weltbevölkerung
befindet sich inder Zange zwischen Naturschutz und
profitgetriebener Naturzerstörung. Das Buch geht auf die kolonialen
Wurzeln des Naturschutzgedankens ein und beleuchtet die sozialen
Folgen für die lokale Bevölkerung, die heute nicht anders sind als
im 19. Jahrhundert, als der Yellowstone Nationalpark geräumt wurde.
Im zweiten Teil des Buches werden die Gewinner des Naturschutzes
betrachtet. Es geht um Bioprospektion, Baumplantagen,
Emissionshandel, Bio-Kraftstoffe und Öko-Tourismus sowie um
Naturschutzorganisationen, die zu transnationalen Unternehmen
mutiert sind.