Mythen um männliche Karrieren und weibliche Leistung
Ergebnisse der im Buch vorgestellten Untersuchung bestätigen die
These der Chancenungleichheit von Frauen und Männern im Beruf
aufgrund struktureller Barrieren. Anders als es die verbreitete
Vorstellung von der individuellen Leistung als dem zentralen
Kriterium für beruflichen Erfolg nahe legt, sind
Karriere-Anforderungen nur in sehr eingeschränktem Maß an
objektivierbare Leistungs-Kriterien gebunden. Vielmehr spielen
allgemeinere, eher unausgesprochene Kriterien eine entscheidende
Rolle. Diese beziehen sich auf die private Lebenssituation und
damit verbundene normative Vorstellungen von beruflichem Einsatz.
Zugleich ist gerade der Bereich des privaten Lebens und der dort
vorzufindenden Geschlechterarrangements durch vielschichtige
Wandlungsprozesse gekennzeichnet. Diesen Wandlungsprozessen tragen
jedoch die normativen Vorstellungen der Arbeitswelt bis heute kaum
Rechnung. Folge hiervon ist nicht nur die ausgeprägte
Chancenungleichheit von Frauen und Männern im Beruf, es geht
den
Unternehmen auch ein enormes Potenzial an Kompetenzen, an
inkorporiertem Wissen und an Innovation verloren. In
konventionellen Strukturen erstarrte Verhältnisse wirken sich somit
auch auf die wirtschaftliche Dynamik negativ aus.