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Minimum
Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Blessing
- 2006
- Ausstattung/Bilder: 2006. 185 S.
- Seitenzahl: 185
- Deutsch
- Abmessung: 22 cm
- Gewicht: 360g
- ISBN-13: 9783896672919
- ISBN-10: 3896672916
- Best.Nr.: 20766035
Leseprobe zu "Minimum"
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Produktbeschreibung zu "Minimum"
Kurzbeschreibung
Warum man Freunde gewinnen muss – und was es kostet
Unsere sozialen Beziehungen werden in den nächsten Jahrzehnten
einer großen Belastung ausgesetzt: Sie werden knapp werden wie ein
kostbarer Rohstoff. Schon heute bewegen sie sich in Teilen des
Landes auf ein historisch nie gekanntes Minimum zu. Als Ergebnis
der unumstößlichen Schrumpfung unserer Gesellschaft und aufgrund
vielfältiger Globalisierungseffekte wird es eine Reduzierung
unserer kleinsten Welt, der unserer Freunde und Familien geben.
Diese Revolution wird sich in allen Lebensbereichen Geltung
verschaffen: in der Politik wie in der Kultur, in der Wissenschaft
wie im Alltag.
Wer ist da, wenn niemand mehr da ist? Jeder hat gelernt, dass er
für die Zukunft vorsorgen muss. Wir sollen sparen, Geld und Vorräte
anlegen. Aber kann man eigentlich Kinder sparen, die man nie
geboren hat? Zu den knappen Rohstoffen der Zukunft wird etwas
gehören, das man nicht sparen kann: Verwandte, Freunde,
Beziehungen, kurzum das, was man soziales Kapital nennt. In den
kommenden Jahren wird sich unsere Lebensweise radikal verändern. In
vielen Ländern Europas wird eine wachsende Zahl von Kindern in
ihrer eigenen Generation wenige oder gar keine Blutsverwandte mehr
haben. Künftig sehen sich ganze Landstriche, wie heute schon Teile
Ostdeutschlands, mit einer Wanderungsbewegung junger Frauen
konfrontiert; zurück bleiben Männer, deren Chancen, eine Partnerin
zu finden, immer geringer werden.
Frank Schirrmacher zeigt, dass unsere Gesellschaften auf diese
Entwertung ihres sozialen Kapitals nicht vorbereitet sind: Der
Wohlfahrtsstaat zieht sich in einem Moment als großer Ernährer
zurück, in dem sich das private Versorgungsnetz aus Freundschaft,
Verwandtschaft und Familie auflöst. Kann es in diesem Umfeld
Uneigennützigkeit und Altruismus, selbstlose Hilfe und
Unterstützung für den anderen überhaupt noch geben? Der
Zusammenbruch unserer sozialen Grundfesten zwingt uns, unser
alltägliches Zusammenleben von Grund auf umzuorganisieren. Dabei
werden Frauen eine alles entscheidende Rolle spielen.
Beschreibung
Der Tagesspiegel "Frank Schirrmacher - der Antreiber nationaler Großdebatten."
Focus "Frank Schirrmacher öffnet seinen Werkzeugkasten: Darin liegt Neugier, die vor nichts Halt macht, sowie auf Zuspitzung trainierter Scharfsinn."Welt am Sonntag
Leseprobe zu "Minimum" von Frank Schirrmacher
Die Männer
Es ist eiskalt. Und so weit das Auge reicht, liegt Schnee. Aus der
Vogelperspektive betrachtet, sieht die Landschaft aus wie ein
riesiger weißer Bogen Papier, auf dem sechs abgezirkelte schwarze
Kreise eingezeichnet sind. Diese Kreise markieren Lager, notdürftig
errichtet von den Menschen, die hier festsitzen. Insgesamt sind es
einundachtzig: mehrere große Familien, Alleinreisende und einige
ortskundige Führer, die den Treck sicher durch die Sierra Nevada
hätten bringen sollen. Doch nun ist Ende November 1846, und die
Siedler sind am Fuße eines Berges wie festgefroren. Ohne
entsprechende Ausrüstung und überwältigt von dem frühen
Wintereinbruch kommen sie mit ihren Planwagen nicht mehr weiter,
der Schnee blockiert den Weg nach vorne und auch den Weg zurück.
Schneestürme, die sich zu Tornados auswachsen, fegen fast täglich
über sie hinweg, decken ihre Habseligkeiten zu.
Jenseits der Berge, wo man vergeblich auf die Ankunft der Siedler
wartet, schickt man ein Rettungsteam los. Doch es kommt nicht durch
und muss umkehren. Die Retter wissen nicht, wie viel Vieh der Treck
schon verloren hat, und fälschlicherweise glauben sie, die Gruppe
hätte …
Leseprobe zu "Minimum" von Frank Schirrmacher
20.03.2006
FRANK SCHIRRMACHER, Mitherausgeber dieser Zeitung, hat ein Buch
über den tiefgreifenden Umbruch unserer Gesellschaft geschrieben.
Wir haben weniger Kinder, weniger Verwandte, und unsere Kinder
haben weniger Freunde als in früheren Generationen. Diese Kinder
werden in den Metropolen Familie nur noch als eine
Ausnahmeerscheinung erleben. So verändert sich nicht nur das Leben
des einzelnen radikal, sondern unsere Gesellschaft wird schleichend
umprogrammiert; die Familie wird eine noch knappere Ressource sein,
als sie es heute schon ist. Damit fällt eine Art
Urversicherungsanstalt des Lebens aus, die in dem Augenblick um so
lebenswichtiger wird, da sich der Wohlfahrtsstaat zurückzieht. In
Zeiten, in denen das wertvollste Gut das soziale Kapital sein wird
- wie werden wir neue Gemeinschaften bilden? (Frank Schirrmacher:
"Minimum". Vom Vergehen und Neuentstehen unserer
Gemeinschaft. Karl Blessing Verlag, München 2006. 185 S., geb.,
16,- [Euro].)
F.A.Z.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
17.03.2006
Die nie Geborenen zetteln keine Revolution an
Nur eins ist wirklich nötig angesichts der Minusgrade des Lebens - Frank Schirrmacher hat ein weltliches „Wachet-Auf”-Traktat geschrieben
Vor ein paar Jahren verbrachten wir einige Zeit in Rumänien. Unsere Gastgeber hatten rührend vorgesorgt und darauf geschaut, dass es vor allem dem Baby an nichts fehle. Ein Kinderwagen allerdings stand nicht bereit, nicht einmal irgendein altes Modell, das für die begrenzte Zeit seinen Dienst erfüllt hätte. Wir kauften für den Gegenwert von zwei Jahresrenten einer Witwe ein italienisches Fabrikat, und als wir es hatten und losfahren wollten, begriffen wir, warum unser Wunsch ins Leere gegangen war. Auf den Straßen von Bukarest wurden keine Kinder ausgeführt: Erstens weil man sich auf ihnen ohnehin nicht bewegen konnte. Die Bürgersteige waren zugeparkt und bestanden nur aus Löchern und nach Regenfällen aus Seen. Zweitens hatte Rumänien den stärksten Geburtenrückgang aller europäischen Länder nach der Wende zu verzeichnen. Von Ceausescu zu hohen Fertilitätsraten angetrieben und durch drakonische Strafen von der Abtreibung abgehalten, hatten die postsozialistischen …
23.03.2006
Elisabeth von Thadden hat an Frank Schirrmachers Lösungsversuchen
zum Bevölkerungsrückgang einiges auszusetzen. Zum einen hätte sie
gerne gewusst, warum der Autor und die Öffentlichkeit das
demografische Problem so lange orientiert haben, findet bei
Schirrmacher aber darauf keine selbstkritischen Antworten. Zum
anderen bezweifelt sie die These Schirrmachers, dass Arbeit
Geburten verhindere, und weist auf das Paradebeispiel Frankreich
hin, in dem beides möglich zu sein scheint. Zudem lenkt Thadden den
Blick auf die Verantwortung der Männer, die der Autor außen vor
lässt. Der Gegenvorschlag der Rezensentin, den Blick auf die
"Liebesmüh" zu lenken, also das hiesige
"Missverständnis von Liebe" auszuräumen, bleibt in den
wenigen Zeilen ihrer Kritik leider auch recht undeutlich.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
"[Schirrmacher] würdigt die materiellen und immateriellen Leistungen der Familie, die der Gesellschaft schon bald schmerzlich fehlen werden, weil es immer weniger Familien gibt. Es ist ein außerordentlich spannendes Buch - fesselnd geschrieben, kenntnisreich, mit vielen überraschenden Aspekten. Schirrmacher heizt damit die öffentliche Diskussion an. Das ist auch notwendig." Stuttgarter Zeitung
Rezension
"[Schirrmacher] würdigt die materiellen und immateriellen
Leistungen der Familie, die der Gesellschaft schon bald schmerzlich
fehlen werden, weil es immer weniger Familien gibt. Es ist ein
außerordentlich spannendes Buch - fesselnd geschrieben,
kenntnisreich, mit vielen überraschenden Aspekten. Schirrmacher
heizt damit die öffentliche Diskussion an. Das ist auch
notwendig." Stuttgarter Zeitung
"Er schreibt so schön. Die Gedanken perlen. Das alles ist
spannender zu lesen als ein Krimi. Schirrmacher zeigt, dass in
Zeiten, wo der Staat zurückgefahren wird, alleinstehende Yuppies
wie hilflose Wesen von einem anderen Stern erscheinen. Familie ist
wieder 'in'." Westfälische Nachrichten
"Scharfsinnig, pointiert, brillant." bücher
"Es ist das Hohelied der Familie, das Schirrmacher anstimmt.
Er tut es ohne Verklärung oder ideologischen Ballast und genau
deshalb ist er so beängstigend überzeugend." Kieler
Nachrichten
"Er ist der beste Thementrüffelsucher dieses Landes. Frank
Schirrmacher entdeckt eine neue Gesellschaftsgefahr. Er stellt die
berechtigte Frage, durch was eine Gesellschaft noch
zusammengehalten werden soll, wenn ihr Kern nicht …
Rezensionen und Kritik
"Er ist der beste Thementrüffelsucher dieses Landes. Frank Schirrmacher entdeckt eine neue Gesellschaftsgefahr. Er stellt die berechtigte Frage, durch was eine Gesellschaft noch zusammengehalten werden soll, wenn ihr Kern nicht mehr existiert."
Rezensionen und Kritik
"Frank Schirrmacher öffnet seinen Werkzeugkasten: Darin liegt Neugier, die vor nichts Halt macht, sowie auf Zuspitzung trainierter Scharfsinn."
Autorenporträt zu "Frank Schirrmacher"
Frank Schirrmacher, Jahrgang 1959, Studium in Heidelberg und Cambridge, Promotion. Seit 1994 ist er einer der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er ist ein "besessener Zeitungsmacher mit genialem Gespür für Themen", so die "Welt am Sonntag" schon vor Jahren über Frank Schirrmacher. 2004 sagte er dem Altersrassismus den Kampf an - für sein Buch "Das Methusalem-Komplott" erhielt Frank Schirrmacher u.a. die Goldene Feder, den Corine-Sachbuch-Preis und die Auszeichnung "Journalist des Jahres 2004". Mit "Minimum" landete er 2006 erneut einen publizistischen Coup und setzte das Thema des Jahres. 2009 wurde Frank Schirrmacher mit dem "Ludwig-Börne-Preis" ausgezeichnet. Frank Schirrmacher lebt in Frankfurt und Berlin.
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