Lust ohne Last - Jütte, Robert

Robert Jütte 

Lust ohne Last

Geschichte der Empfängnisverhütung

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
15 ebmiles sammeln
EUR 14,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Lust ohne Last

Empfängnisverhütung ist keine Erfindung der Neuzeit und auch nie reine Privatsache gewesen. Mächtige Institutionen wie Kirche und Staat machten hier ihren Einfluss ebenso geltend wie bestimmte Berufsgruppen, die für sich besondere Kompetenz in ethischen und sittlichen Fragen beanspruchen.
Wie sind unsere Vorfahren mit Empfängnisverhütung umgegangen, und wie haben sich Techniken und Moralvorstellungen, die heute noch aktuell sind, entwickelt? Das Buch verfolgt diese Fragen von der Antike biszur Gegenwart und wirft darüber hinaus noch einen Blick in die Zukunft. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf dem neuzeitlichen Europa, daneben werden aber auch unterschiedliche Kulturkreise (Europa, Amerika, China, Indien) und Weltreligionen (Christentum, Judentum, Islam) wie auch zentrale demographische und bevölkerungspolitische Aspekte berücksichtigt.



Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 366 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 368
  • Beck'sche Reihe Bd.1511
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 126mm x 25mm
  • Gewicht: 350g
  • ISBN-13: 9783406494307
  • ISBN-10: 3406494307
  • Best.Nr.: 11352944

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Auch lange vor der Pille war "Lust ohne Last" angesagt, Empfängnisverhütung also ein wichtiges Thema. Wie mit der Problematik der Geburtenkontrolle in den vergangenen zweitausend Jahren umgegangen wurde, kann man nun in Robert Jüttes "Geschichte der Empfängnisverhütung" nachlesen, berichtet Rezensentin Franziska Sperr. Der Medizinhistoriker hat laut Sperr eine enorme Zahl von Quellen von der Antike bis zur Gegenwart, die sich mit Fragen zu Moralvorstellungen und Verhütungstechniken befassen, ausgewertet. Vom coitus interruptus, über mehr oder eher weniger sichere Stellungen mit kontrazeptiver Auswirkung und mechanisch technischen Hilfsmitteln, bis hin zur Kastration als extremste Form der Empfängnisverhütung reiche dabei das bunte Spektrum von Verhütungstechniken, die Jütte vor Augen führe. Angesichts der "fleißigen historischen Recherchen" Jüttes verkündet Sperr abschließend eine leicht abgewandelte Binsenweisheit: "Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.05.2003

Listige Lust
Robert Jütte über die Geschichte
der Empfängnisverhütung
Kaum zu fassen, aber „laut einer Umfrage aus dem Jahr 2001 glauben einige wenige junge Engländerinnen immer noch daran, dass das Schließen der Augen beim Geschlechtsverkehr vor einer Schwangerschaft schützt”. Auch wenn es nur eine für die Statistik unwichtige Minderheit ist, so zeigt es, dass trotz der gewaltigen Aufklärungskampagnen über moderne Verhütungsmethoden, noch längst nicht alle Frauen eingeweiht sind, dass es nicht der Storch ist, der die Babys bringt.
Seit den 1960er Jahren leben die Frauen mehr oder weniger selbst verständlich und routiniert mit der Pille, wenngleich diese im Zeitalter von AIDS längst nicht mehr überall und in allen Altersgruppen das Verhütungsmittel Nummer eins ist und sich das Misstrauen gegenüber der Gesundheitsschädigung durch die tägliche Hormonzufuhr bis heute nicht gelegt hat. Nur schemenhaft erinnern wir uns noch, wie sehr in der Adenauer Zeit das Thema Sex und Verhütung tabuisiert war, wie Oswald Kolle mit seinen Helga- Filmen die Erwachsenen und vor allem die halb Erwachsenen in Wallung brachte. Geradezu biedermeierlich kommen …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.11.2003

Vater werden ist nicht schwer, muß aber nicht sein
Safer sex damals und heute: Robert Jüttes hygienische Geschichte der Empfängnisverhütung

Am Anfang der Lust war nicht die Pille, sondern das Schaffellkondom. Der Medizinhistoriker Robert Jütte weist dem Pfarrer Thomas Robert Malthus in seiner Geschichte der Empfängnisverhütung zu Recht eine zentrale Stelle zu. Menschen, so sah Malthus, pflanzen sich viel schneller fort, als sie ihren Nahrungsspielraum erweitern können. Nur Hunger, Kriege und Seuchen bewirken ein grausames Gleichgewicht. Malthus verwarf deshalb jede Form von Armenfürsorge. Sie würde das Bevölkerungswachstum nur anheizen und den Staat schwächen. Er übertrug damit die ökonomische Rationalität der Familienplanung auf den Staatskörper. Und formulierte damit so etwas wie die Theologie der säkularisierten Gesellschaft. Die Befürworter von Geburtenkontrolle aus politischen und wirtschaftlichen Gründen nennen sich noch heute Neo-Malthusianer.

Die Kulturtechnik Empfängnisverhütung schneidet also zutiefst in unser menschliches Selbstverständnis ein. Jüttes Buch geht deshalb weit über eine bloße Aufzählung …

Weiter lesen
Robert Jütte ist Professor für Neuere Geschichte und Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch Stiftung (Stuttgart). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Sozialgeschichte der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte sowie die Alltags- und Kulturgeschichte der frühen Neuzeit. Er gehört zu den bedeutendsten Kulturwissenschaftlern, die sich in Deutschland mit sexualwissenschaftlichen Themen beschäftigen. Die Bandbreite seiner zahlreichen Publikationen kreist um Sexualität, die Geschichte jüdischer Wissenschaft in Deutschland, Homöopathie und alternative Medizin. Neben verschiedenenen Zeitschriften gibt er zudem die kritische Edition der Krankenjournale Samuel Hahnemanns heraus.

2 Marktplatz-Angebote für "Lust ohne Last" ab EUR 6,99

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 6,99 1,20 Banküberweisung kleine512 100,0% ansehen
wie neu 14,30 1,50 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchversand Zorneding 97,3% ansehen
Mehr von