Leseprobe zu "Liebe geben, Grenzen setzen" von Kerstin Kuschik
Dieses Buch will Sie in zweierlei Hinsicht in Ihrem Elternalltag unterstützen: Auf der einen Seite gibt es ganz konkrete Tipps für bestimmte Erziehungssituationen. Wichtigster Teil hierfür ist das alphabetische Stichwortverzeichnis. Von Aggressionen über Klammern bis Zähneputzen finden Sie hier Erklärungen, Beispiele und Anregungen zum jeweiligen Thema. Um grundsätzliche Erziehungsfragen, Hintergrundinformationen und die großen Themen der heutigen Erziehung wie "Grenzen setzen" oder "Selbstvertrauen fördern" geht es dagegen in den ersten beiden Teilen. Sie sollen Ihnen zum nötigen Verständnis für Ihr Kind, Ihre Situation oder ein Problem verhelfen. Denn Verständnis ist die beste Voraussetzung dafür, etwas klären zu können. In diesem Zusammenhang sind auch die Fragen zu verstehen, die sich bei manchen Themen an Sie richten. Sie sind als Anregung für Sie gedacht, über eine Situation weiter nachzudenken. Sie zu beantworten wird Ihnen helfen, Ihr eigenes Verhalten besser zu verstehen. Denn dann sind Sie in der Lage, auch eigenständig eine Lösung für Ihr Problem zu finden. Das ist wichtig, weil kein Ratgeber alle nur denkbaren Probleme in Beispielen behandeln kann.
Nichtsdestotrotz werden Sie in diesem Buch viele Beispiele finden, denn es soll so lebensnah und umsetzbar wie möglich sein. An dieser Stelle ein Dankeschön an alle Eltern, die so offen von sich und ihren Kindern berichtet haben. (Die Namen aller Personen wurden geändert).
Gleich zu Anfang möchte ich Ihnen auch meine eigene Einstellung gegenüber uns Eltern und Kindern kurz darlegen, denn sie zieht sich durch das ganze Buch:
- Kinder sind einzigartige kleine Menschen mit sehr vielen Fähigkeiten und dem Recht auf die gleiche Würde, wie wir sie uns zugestehen. Sie sind keine leere Hülle, in die wir erst etwas Anständiges "hineinerziehen" müssen.
- Kinder sind kompromissbereit. Machtkämpfe entstehen nur, wenn wir ihre Persönlichkeit missachten oder aber zulassen, dass sie die unsere missachten dürfen.
- Kinder wissen in vielen Bereichen selbst am besten, was gut für sie ist.
- Unsere Verantwortung besteht darin, unseren Erfahrungsvorteil nicht auszunutzen, ihn aber weiterzugeben, wenn es gewünscht wird. Kinder kommen, um zu gehen.
- Erziehung geschieht miteinander, nicht gegeneinander.
Genug der Weisheiten. Ich möchte Sie schließlich nicht gleich zu Beginn abschrecken. Sie sollen nur wissen, woran Sie sind und was dieses Buch fördern möchte.
Aber auch das beste Buch hat Grenzen. Der vierte Teil, "Wenn Sie nicht mehr weiterwissen", ist deshalb ein Schwerpunkt geworden. Hier erfahren Sie, wo Sie weitere Unterstützung erhalten können. Im Anhang finden Sie außerdem Hinweise auf vertiefende Literatur und nützliche Adressen.
ERZIEHUNG HEUTE
Erziehung spielt sich an Grenzen ab
Als Eltern haben wir heute den Anspruch, "Partner" unseres Kindes zu sein. Partner, die ihm eine Orientierungshilfe sind und deren Autorität auf Liebe, Sicherheit, Wissen und Vertrauen beruht. Unsere Vorstellung von uns als "Erzieher" hat sich damit in den letzten Jahrzehnten geändert. Wir wollen keine Offiziere sein, die unangreifbar ihre Macht und Autorität über ihre Rekruten ausüben, sondern wir wollen unseren Kindern die gleiche Würde zugestehen wie uns selbst. Nur unser "Mehr an Erfahrung", nicht das Erwachsensein an sich, ermächtigt und verpflichtet uns, ihnen den Weg zu weisen. Für diese Aufgabe haben wir jedoch wenig Vorbilder. Wir sind zum großen Teil selbst noch mit "Methoden" erzogen worden, denen Gehorsam und Selbstaufgabe zugrunde lagen. Trotzdem oder gerade deshalb kommen heute immer mehr Eltern und Pädagogen zu der Ansicht, dass Erziehung kein einseitiges, von den Eltern in Richtung Kind ausgehendes "Be"handeln mehr sein soll, sondern ein Prozess, der wechselseitig in beiden Richtungen abläuft: Wir erziehen unsere Kinder, und sie erziehen uns. Erziehung ist deshalb zunächst einmal schwieriger geworden. Aber auch spannender.
Erziehung und Gesellschaft
Wir haben nicht nur unsere eigene Geschichte im Gepäck, sondern sind auch den Einflüssen der Gesellschaft ausgesetzt, die uns die Aufgabe, Kinder großzuziehen, mal erschwert, mal erleichtert. Es ist ein Unterschied, ob ein Elternteil allein erziehend ist oder nicht, ob Großeltern die Familie bereichern und entlasten können oder ob sie weit weg wohnen, ob die Familie sich mit finanziellen Sorgen herumplagen muss oder zwei hypothekenfreie Häuser geerbt hat. Erschwerend kommt hinzu, dass in unserer Gesellschaft keine Übereinstimmung mehr darüber besteht, wie Kinder erzogen werden sollten. Auch das verunsichert. Zurzeit gibt es neben den Vorstellungen, die sich in diesem Buch widerspiegeln, auch noch vieles andere: Eltern mit Machtansprüchen, Angst vor Verantwortung bei Eltern und Pädagogen, die Reduzierung des Kindes auf eine "Menschenhülle", in die erst Sinn und Verstand gefüllt werden müssen, die ältere Generation, die meint, wir gingen zu lasch mit unseren Kindern um, die Jüngeren, die meinen, wir seien noch immer zu streng ...
Teile davon tragen auch wir in uns. Wir geraten so immer wieder in einen Zustand der Orientierungslosigkeit. Uns ist klar, dass wir nicht wissen, wo es langgeht. Gerade als Eltern fühlen wir uns dann schlecht, weil wir gleichzeitig Verantwortungsbewusstsein besitzen, was so viel heißt wie: Wir erwarten von uns, dass wir immer wissen, wo es langgeht. Diese Diskrepanz ist typisch für Umbruchsituationen wie die, in der wir uns gerade befinden. Sie ist aber lebbar und schadet weder uns noch unseren Kindern. Es kann nichts Grundsätzliches falsch daran sein, wenn wir uns gemeinsam mit unseren Kindern auf den Weg zu einem menschlicheren Miteinander machen! Und wir dürfen es uns leisten zuzugeben, dass wir gerade nicht weiterwissen und Zeit zum Nachdenken brauchen.
Kinder haben eine ganz eigene Wahrnehmung
Kinder bewerten die Dinge anders als wir Erwachsenen. Sie brauchen unsere Unterstützung dabei, einerseits in ihrer Welt leben zu dürfen und andererseits in unsere hineinzuwachsen. Diese Unterstützung macht heute Erziehung aus.
Kinder sind abhängig von uns. Sie brauchen unsere Liebe und unser Verständnis. Diese Abhängigkeit nicht zu missbrauchen, sondern die Kinder, eingebettet in emotionale Sicherheit, langsam auf unabhängige Wege zu führen - auch das ist Erziehung.
Leben mit Kindern - Bereicherung und Herausforderung
Erfüllung und Geborgenheit
"Seit Klara da ist, habe ich das Gefühl, endlich komplett zu sein und einen Sinn in dieser Welt zu haben. Ich werde gebraucht, und ich habe eine Aufgabe. Eine wichtige und wertvolle Aufgabe, nämlich dieses Kind und eventuell seine Geschwister zu selbstständigen, zufriedenen Menschen großzuziehen. Auch die Bindung an Thomas ist stärker geworden. Ich habe viel mehr das Gefühl, dass wir zusammengehören, aber auch zusammenhalten müssen, damit es unserem Kind gut geht. Das alles ist zurzeit das Zentrum meines Lebens, und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen."
So kann es sein. Zumindest zeitweise. Selbst viele von den Eltern mit ungeplantem Nachwuchs empfinden ihre Kinder als Bereicherung. Durch Kinder wird das Leben intensiver, die Nähe zu ihnen wird ganz anders erlebt als zu Erwachsenen, mehr auf die Person ausgerichtet als auf bestimmte Erwartungen. Viele Eltern berichten, dass sie mit der Verantwortung, die sie für ihre Kinder übernommen haben, auch als Person gewachsen sind. Die Grundhaltung dem Leben und seinem Sinn gegenüber wird durch Kinder eher gefestigt und positiver. Und auch die Bereitschaft, sich zu ändern oder andere Maßstäbe für sein Leben gelten zu lassen, wächst bei vielen Menschen, wenn sie Eltern werden. Eine Mutter mit drei Kindern zwischen 10 und 16 meint: "Bevor ich meine Kinder bekam, dachte ich, ich sei ein toleranter Mensch. Doch erst jetzt weiß ich, was Toleranz wirklich bedeutet und wie schwer es ist, tolerant zu sein. Aber ich weiß auch, was es einem gibt, wenn man andere sein lassen kann, wie sie sind. Nämlich denselben Freiraum. Das kommt prompt zurück. Durch die Kinder konnte ich das lernen, denen konnte ich mich nicht entziehen, noch viel weniger als meinem Partner."
Überlastung
"Nach der Geburt von Max ging es noch. Ich dachte, nur ein Kind schaffst du, es ist grade mal das halbe Jahr Stillzeit, das ich ganz zu Hause bin, dann kann ich wieder arbeiten gehen. Aber das halbe Jahr wollte nicht vergehen. Ich lebte wie in Watte, bekam fast nichts auf die Reihe und hatte wegen der fehlenden Muttergefühle pausenlos ein schlechtes Gewissen. Max, meinem Freund und mir gegenüber. Zum Glück überredete mich meine Frauenärztin zu einer Therapie. Dadurch und weil mein Freund sein Studium abbrach und den 'Mutterjob' übernahm, kam ich wieder ins Lot."
Überlastungen haben viele Gesichter: Von der Postnatalen Depression über chronische Rückenschmerzen bis hin zur Misshandlung der Kinder. Jede Familie kennt Phasen, die von Überlastung gezeichnet sind. Zahlreiche schlaflose Nächte, Krankheiten, Arbeitslosigkeit, alleinige Verantwortung oder die Unfähigkeit, Verantwortung abzugeben, sind einige Gründe dafür. Wenn sie von den Eltern erkannt und unter der Rubrik Herausforderung verbucht werden, können sie mit der Zeit beseitigt werden. Doch die Zahl derer, die nicht allein mit ihrer Situation zurechtkommen, wächst. Das liegt daran, dass immer häufiger gleich mehrere Ursachen wie Arbeitslosigkeit und Trennung zusammenkommen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an ein "funktionstüchtiges Gesellschaftsmitglied" ständig: Mindestens ein guter Realschulabschluss, soziale Kompetenz, Flexibilität, Selbstsicherheit, die Fähigkeit zur Integration und globale Offenheit sind nur einige der Werte, die heute zählen. Werte, denen von uns Eltern wie vom Staat große Bedeutung beigemessen wird, die aber nicht von beiden Interessensparteien gleichermaßen gefördert werden. Die Bildungs- und Familienressorts sind noch immer Stiefkinder der Politik; die Zahl der Kinder, die von Sozialhilfe leben, steigt. Diese besondere Verquickung privater und gesellschaftlicher Probleme zeigt sich in den Überlastungen heutiger Familien.
Umstellung
"Ich bin einer der Männer, die schon immer Kinder wollten. Ich habe auch alles an Vorbereitung mitgemacht, was heutzutage so ansteht, und mich auf unseren Sohn gefreut. Aber nach der Geburt war alles anders als geplant. Ich war wenig gefragt, bin nachts immer seltener aufgestanden und kam mir ziemlich überflüssig vor. Meine Frau war mir gegenüber müde und brummig, dem Baby gegenüber aber immer nachsichtig. Da wurde ich sauer und habe mich zurückgezogen. Wir hatten eine Zeit lang ständig Streit. Erst jetzt, wo Johannes 1½ ist, wird das besser. Ich finde, meine Frau hat ganz schön geklammert. Sie findet das ganz normal. Jetzt haben wir mehr Zeit als Paar, und ich mache mehr mit Johannes. Ich habe das Gefühl, wir werden erst jetzt eine Familie."
Auch die Umstellung vom Paar zur Familie ist ein Prozess, den jede Familie mehr oder weniger kennt. Selbst wer sich im Voraus sehr viele Gedanken gemacht und über seine Vorstellungen ausgetauscht hat, kann durch die Geburt eines Babys aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Es lässt sich vorher eben nur schwer erfühlen, wie es ist, wenn die Mutter das erste Fieber ihres Babys mit erleidet, der Vater gleichzeitig auf einer Fortbildung ist und die Oma einen mit ihren Ratschlägen mehr durcheinander bringt als Hilfe leistet. Vorwurfshaltungen und Gefühle von Hilflosigkeit wechseln sich ab. Wer ist wann für was zuständig, und kann er/sie das überhaupt? Wer hat welchen Platz in der Familie? Meist stellt sich erst mit der Klärung dieser Fragen das ersehnte Familiengefühl ein. So etwas braucht Zeit und viele Gespräche.
... Eltern sein dagegen sehr
"Ich liebe meine Kinder, möchte sie auch nicht missen, wir wollten sie auch beide, aber wenn ich gewusst hätte, wie sehr sie mein Leben umkrempeln ... ich hätte vielleicht gewartet, mir mehr Gedanken gemacht oder nur eins bekommen oder einen größeren Abstand geplant ... Wir waren ein Jahr zusammen, da kam unser erstes Wunschkind Sonja.
André war aber eher enttäuscht, weil wir nicht so wegkonnten und uns meistens nach Sonja richten mussten. Mir fiel das auch schwer, aber André sah es gar nicht ein. Als sie größer wurde, ging es zwar besser, aber da kam Tobi und schrie drei Monate am Stück ... André war das zu viel, und jetzt bin ich seit einem Jahr allein mit den Kindern. Ich habe mir das alles ganz anders vorgestellt. Wenn meine Mutter nicht wäre, würde ich durchdrehen."
Auch wenn Sie schon lange ein Paar waren und gut vorbereitet Mutter oder Vater werden, gibt es genügend Situationen, die Ihre ganze Flexibilität erfordern und Ihre Lernfähigkeit auf die Probe stellen. Niemand wird als Mutter oder Vater geboren, auch das will gelernt sein. Sie werden es leichter haben, wenn Sie ein gutes Gefühl zu Ihrer Kindheit haben, wenn Sie sich noch erinnern, wie Ihre Eltern mit Ihnen umgegangen sind und Sie das auch zum Großteil für richtig halten. Tragen Sie als Hauptmotiv Ihres Handelns aber den Satz "Nur nicht wie meine Eltern" in sich, wird es Ihnen schwerer fallen, Entscheidungen zu treffen und durchzuhalten. Sie müssen erst herausfinden, wie Sie zu einzelnen Situationen stehen. Das geht nur durch Erfahrung. Probieren Sie aus, stehen Sie zu Ihren Gefühlen und Beobachtungen, und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, gleich alles richtig machen zu müssen. Überprüfen Sie die Regeln, nach denen Sie handeln. Sind es Ihre Regeln oder die der Eltern? Haben Sie Angst, Ihre Eltern zu verletzen, wenn Sie etwas anders machen? Wie stehen Sie zu sich selbst, und was tun Sie für sich? Mit welchem Selbstbewusstsein verlangen Sie von Ihrem Partner seinen Teil der Verantwortung?
Was Kinder brauchen
Kinder brauchen eine ganze Menge: Liebe, Anerkennung, Zuwendung, Sicherheit, Freunde, Zeit, Freiräume, Verständnis ... Die Liste ließe sich fortsetzen. Sie brauchen aber nicht alles auf einmal, und sie brauchen auf keinen Fall Eltern, die dauernd unter dem Druck stehen, ihren Kindern "etwas bieten" zu müssen. Denn wenn für die Entwicklung eines Kindes auch vieles wichtig ist: Sie können ihnen nur das geben, was Sie haben! Und in der Regel reicht das auch. Manche Eltern sind allerdings verunsichert, weil sie das, was sie haben, zu gering schätzen. Stattdessen bemühen sie sich, ihrer Vorstellung davon, was sie als wichtig für ihr Kind betrachten, nachzukommen. Sie finden vielleicht, dass schon Ihr kleines Kind ein schönes Umfeld mit vielen anregenden Spielsachen, besondere Förderung im Tanzen oder Fußball und einen zweiten Schneeanzug zum Wechseln braucht. Dagegen ist an sich auch nichts zu sagen. Nur: Ein Kind braucht diese eher materiellen Dinge nicht. Wir Eltern sind es vielmehr, die sich wohl fühlen, wenn wir unseren Kindern so etwas bieten können. Unsere Kinder bauen genauso gern mit uns Burgen aus Korken, Ästen und Sand. Am meisten brauchen sie nämlich unsere Zuwendung, die Anerkennung ihrer Person, Freiräume und Kontakt zu anderen Kindern. Wenn wir ihnen davon so viel geben, wie wir können, oder - falls wir das für zu wenig halten - dafür sorgen, dass wir ihnen mehr davon geben können, dann haben sie eine starke Basis für ihr späteres Leben. Der Vorteil dieser "Werte" besteht darin, dass sie jeder von uns in sich trägt, egal ob er arbeitet oder nicht, ob er reich oder arm ist. Zeit und Geld vereinfachen zwar die Umstände, sind aber keine Voraussetzungen dafür, unseren Kindern Zuwendung oder viel "Spiel"raum geben zu können. Letztendlich verkraften Kinder materielle Mängel besser als emotionale und soziale.
Liebe und Zuwendung
"Schön und gut, Kinder brauchen Liebe, das weiß jeder, aber dafür kann man sich nichts zu essen kaufen oder auf eine Freizeit fahren. Und meine Tochter hat wenig von meiner Liebe, wenn ich den ganzen Tag auf dem Bau bin. Aber von dem Geld hat sie was. Sie kann studieren, wenn sie unbedingt will ... Gut, ich lese ihr abends manchmal vor und mache sie fürs Bett fertig, aber spürt sie da Liebe, und ist das genug?"Die Zweifel des Vaters sind typisch für Eltern, die nur wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen können. In den wenigen Stunden am Morgen oder Abend ist es schwer, Nähe aufzubauen und zu erhalten. Aber es ist nicht unmöglich. Wenn Sie sich fragen, ob Ihr Kind Ihre Liebe spürt, vergewissern Sie sich zunächst, ob Sie die Liebe zu Ihrem Kind in sich spüren. Dann wird auch Ihr Kind sie wahrnehmen. Ihrem Kind tut es aber in jedem Fall gut, wenn Sie Ihre Gefühle ansprechen oder zeigen. Nehmen Sie Ihre Kinder in den Arm, und sagen Sie: "Was bin ich froh, dass ich dich habe ... Ich hab dich so lieb, bis zum Himmel und zurück ... Na, du tolle Tochter, komm mal her ..." und was Ihnen sonst noch so einfällt. Wie fühlen Sie sich, wenn man Ihnen Zuwendung schenkt? Eingeengt? Leicht und geborgen? Doch welche Erfahrung Sie auch immer damit haben, Ihr Kind wird sich anerkannt und geborgen fühlen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, ob Sie Ihr Kind überhaupt "richtig" lieben, ziehen Sie sich nicht voller Scham zurück! Dieses Gefühl kennen mehr Eltern - auch Mütter -, als es den Anschein hat. Meist fehlt ihnen nur der Zugang zu ihrer Liebe.
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