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| Bewertung von erckenschwicker aus Tussenhausen am 20.02.2009 | |
| Kritik der reinen Toleranz (Henryk M. Broder) Wilhelm Busch hatte es einmal recht einfach (und damit verständlich) ausgedrückt: "Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." Und von diesem Prinzip läßt sich Henryk M. Broder leiten. So sind seine Ausführungen jedenfalls (durchaus gewollt als Gegenpart zur weit verbreiteten Beschwichtigungsideologie!) polarisierend. Mit einer Reihe von Beispielen verweist er auf Fragwürdiges und vor allem auf Hinterfragwürdiges im Umgang mit Unduldsamkeiten vielfältiger Art. Dabei gerät er allerdings manchmal argumentativ auf die Ebene, die er zu kritisieren vorgibt, vor allem dann, wenn seine Darstellungen teilweise Tiefe und zum gründlicheren Verständnis notwendige Kontexte ausklammern und notwendige Zusammenhänge zu kurz kommen. (Dies Lücken sollten sich Leser unbedingt durch anderweitige Recherchen, besonders auch durch Quellenstudium schließen lassen!) Auch wenn es der Ernsthaftigkeit (und der Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit fragwürdigen Einseitigkeiten innerhalb gesellschaftlicher Problemfelder!) der Thematik vielleicht nicht immer entsprechen mag: das Buch ist vom Einsatz der Stilmittel her interessant, es ist sprachlich stellenweise voll treffender Ironie und Süffisanz, ja sogar unterhaltsam geschrieben. Wer also ausschließlich reine sachliche Analyse in ebensolcher Sprachdiktion erwartet, der wird von diesem Buch vielleicht enttäuscht sein. Die Gefahr beim Einsatz von erheiternden Vergleichen (erheiternd vor allem wegen der sprachlichen Gekonntheit und der subjektiv ausgewählten Vergleichsgegenstände) ist natürlich, daß man die Ernsthaftigkeit der Problematik beim Lesen etwas in den Hintergrund rückt und sich überwiegend an den Sprachspielereien erfreut. (Wer Broder aus Talkshows etc. kennt, der weiß ja um seine "Diskussionstechnik", die jedenfalls nicht langweilig und öde wirkt, aber eben auch nicht frei von Polemik ist.) Man lese nur einmal den Passus über die m.E. wundersame Wandlung des Herrn Todenhöfers, deren sachliche Begründung im Buch in den Wettbewerb mit durchaus erheiternden Elementen bei der Ausführung (eben: sprachliche Darstellung, Öffentlichkeitsverhalten, "Qualität" des ihm gezollten Beifalls u.a.) gerät und so vielleicht einem gewissen, schädlichen Relativismus anheim fallen könnte. Aber wie fast immer, es ist es hier Aufgabe der Leser, für sich die Akzentuierung vorzunehmen, ggf. die angerissene Thematik durch anderweitige Quellen zu erschließen und zu vertiefen. Man muß jedoch sehen, welche Zielsetzung der Autor selbst gesetzt hat: Er wollte eine Streitschrift liefern, (Zitat auf Klappentext: "Ich halte Toleranz für keine Tugend, sondern für eine Schwäche – und Intoleranz für ein Gebot der Stunde.") die inhaltlich sicherlich am o.g. Busch-Zitat festgemacht werden kann. Und wer sich durch eine rein euphemistische Deutung des Begriffs "Toleranz" nicht in oberflächliches Denken verirren möchte, der differenziert ohnehin und orientiert sich inhaltlich in etwa (oder genau!) an kritischeren Betrachtungsweisen: "Toleranz ist auch so viel wert wie das Motiv des Tolerierens. Es gibt eine Menge Motive: zum Beispiel Gedankenlosigkeit, Faulheit, Feigheit." (Ludwig Marcuse) Oder, und das dürfte Broder auch gerne hören, an einer anderen Überlegung desselben Philosophen, der sinngemäß feststellte, daß Toleranz dort fehl am Platze wäre, wo Schweigen unmoralisch würde. Fazit: Als Streitschrift ist dieses Buch durchaus gelungen, unterhaltsam zu lesen ist es allemal (vor allem wegen der m.E. fast immer gut gewählten sprachlichen Spitzfindigkeiten), aber es wird wohl kaum Personen mit starrer (wie auch immer fundierter!) Überzeugung (sowohl der einen wie der anderen Position; Stichworte: unsere Gesellschaft läßt sich bereits viel zu viel gefallen und gibt wertvolle ethische und moralische Positionen preis, political correctness versus Tabuisierung unliebsamer Sachverhalte; Öffnung gegenüber Andersdenkenden, etc.) zum Überdenken ihrer jeweiligen Posit |
3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN |
| Bewertung von Elena Brandt aus Hanau am 23.09.2008 | |
| Klasse, wie Broder hier vom Leder zieht! |
4 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN |
| Zustand | Preis | Porto | Zahlung | Verkäufer | Rating | |
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| wie neu | 6,00 | 1,45 | Banküberweisung | ankeni | 100,0% | ansehen |
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| 10,00 | 1,50 | Banküberweisung | Ameis Buchecke | 100,0% | ansehen | |
| gebraucht; gut | 10,00 | 2,00 | offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) | Antiquariat Schwörer | 99,7% | ansehen |
| leichte Gebrauchsspuren | 11,90 | 2,95 | PayPal, offene Rechnung, Banküberweisung | Goodbooks-Wien | 99,0% | ansehen |
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