Kritik der reinen Toleranz - Broder, Henryk M.

Henryk M. Broder 

Kritik der reinen Toleranz

Gebundenes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Kritik der reinen Toleranz

Toleranz ist eine Haltung, mit der sich viele gerne schmücken - die Reichen gegenüber den Armen, die Starken gegenüber den Schwachen, die Heteros gegenüber den Homos. Wer es sich leisten kann, ist tolerant. Wenn aber "Ehrenmorde" als ganz normale Verbrechen gelten, wenn Terroristen zu "Widerstandskämpfern" deklariert werden, wenn ein Regierender Bürgermeister die Teilnehmer einer Sadomaso-Fete persönlich willkommen heißt und ein rechtskräftig verurteilter Kindermörder Prozesskostenhilfe bekommt, um einen Prozess gegen die Bundesrepublik führen zu können, weil ihm bei der Vernehmung Ohrfeigen angedroht wurden - dann wird Toleranz zu einem gesellschaftlichen Selbstmord auf Raten. Unter solchen Bedingungen, so Henryk M. Broders provokative These, wird Intoleranz zur Pflicht und Tugend: Intoleranz gegenüber dem wohlfeilen Gutmenschentum, gegenüber totalitären Utopien - gegenüber Menschen und Kulturen, die ihrerseits nichts von Toleranz halten.

Produktinformation


  • Verlag: Wjs
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 214 S.
  • Seitenzahl: 160
  • Deutsch
  • Abmessung: 195mm x 128mm x 21mm
  • Gewicht: 300g
  • ISBN-13: 9783937989419
  • ISBN-10: 3937989412
  • Best.Nr.: 23847366

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensent Joachim Güntner sieht in Henryk M. Broders neuem Buch ein polemisches "Trommelfeuer" ohne Ende. Als "Kampfschrift" zur Verteidigung der Werte Europas ähnelt "Kritik der reinen Toleranz" seines Erachtens sehr den beiden neuen Büchern von Richard Wagner und Ulrike Ackermann, die er ebenfalls bespricht. Gemeinsam ist allen drei Autoren, dass sie Mitglieder des Netzwerks "Achse des Guten" sind, für Güntner ein ausgemachter "Internet-Stammtisch". Von den drei Büchern scheint ihm das von Border am polemischsten. Die Formulierungen zeugen für ihn von "ausgesuchter Bosheit und Frivolität". Abwägungen und Zwischentöne suche man vergebens. Güntner hält dem Autor vor, den Begriff der Toleranz sehr zu überdehnen, wenn er milde Gerichtsurteile, polizeiliches Versagen, Hilflosigkeit oder Diplomatie gegenüber islamistischen Diktaturen mit Toleranz gleichsetzt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.09.2008

Prozess im Ereigniskanal
Henryk M. Broders neues Buch „Kritik der reinen Toleranz”
Der Publizist Henryk M. Broder sucht ja öfter mal die gerichtliche Auseinandersetzung, und er scheut sich auch nicht, Menschen unter der Gürtellinie anzugreifen. Mit anderen Worten: Man möchte ihn nicht unbedingt zum Feind haben. Beruhigend also, dass das neue Broder-Buch einige Passagen enthält, hinter die der Rezensent gerne sein zustimmendes Häkchen gesetzt hat. Wenn Broder den milden Umgang mit Wiederholungstätern oder die Verschleierung des Migrationshintergrunds in der Kriminalstatistik anprangert, schreibt er an einer Chronik des Wegschauens und Kleinredens, die zu ignorieren töricht wäre – was allerdings die wenigsten Leser vollständig getan haben dürften: Die Fälle standen ja in der Zeitung.
Broder will freilich mehr sein als Chronist. Und die Fälle sind mehr als nur Einzelerscheinungen; sie ähneln Indizien in einem gewaltigen Prozess. Das neue Buch hat eine These, die den Leser seines letzten Traktats – „Hurra, wir kapitulieren” – nicht überraschen kann. Sie ist schlicht und prägnant und lautet: Toleranz gegenüber Menschen und Kulturen, die …

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Henryk M. Broder, geboren 1946 in Katowice, Polen, ist Journalist beim "Spiegel" und lebt in Berlin und Jerusalem. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. 2005 erhielt Henryk M. Broder den traditionsreichen Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen und 2007 den Ludwig-Börne-Preis.

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Kundenbewertungen zu "Kritik der reinen Toleranz" von "Henryk M. Broder"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von erckenschwicker aus Tussenhausen am 20.02.2009 ***** sehr gut
Kritik der reinen Toleranz (Henryk M. Broder)

Wilhelm Busch hatte es einmal recht einfach (und damit verständlich) ausgedrückt: "Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." Und von diesem Prinzip läßt sich Henryk M. Broder leiten. So sind seine Ausführungen jedenfalls (durchaus gewollt als Gegenpart zur weit verbreiteten Beschwichtigungsideologie!) polarisierend. Mit einer Reihe von Beispielen verweist er auf Fragwürdiges und vor allem auf Hinterfragwürdiges im Umgang mit Unduldsamkeiten vielfältiger Art. Dabei gerät er allerdings manchmal argumentativ auf die Ebene, die er zu kritisieren vorgibt, vor allem dann, wenn seine Darstellungen teilweise Tiefe und zum gründlicheren Verständnis notwendige Kontexte ausklammern und notwendige Zusammenhänge zu kurz kommen. (Dies Lücken sollten sich Leser unbedingt durch anderweitige Recherchen, besonders auch durch Quellenstudium schließen lassen!)

Auch wenn es der Ernsthaftigkeit (und der Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit fragwürdigen Einseitigkeiten innerhalb gesellschaftlicher Problemfelder!) der Thematik vielleicht nicht immer entsprechen mag: das Buch ist vom Einsatz der Stilmittel her interessant, es ist sprachlich stellenweise voll treffender Ironie und Süffisanz, ja sogar unterhaltsam geschrieben. Wer also ausschließlich reine sachliche Analyse in ebensolcher Sprachdiktion erwartet, der wird von diesem Buch vielleicht enttäuscht sein.
Die Gefahr beim Einsatz von erheiternden Vergleichen (erheiternd vor allem wegen der sprachlichen Gekonntheit und der subjektiv ausgewählten Vergleichsgegenstände) ist natürlich, daß man die Ernsthaftigkeit der Problematik beim Lesen etwas in den Hintergrund rückt und sich überwiegend an den Sprachspielereien erfreut. (Wer Broder aus Talkshows etc. kennt, der weiß ja um seine "Diskussionstechnik", die jedenfalls nicht langweilig und öde wirkt, aber eben auch nicht frei von Polemik ist.)
Man lese nur einmal den Passus über die m.E. wundersame Wandlung des Herrn Todenhöfers, deren sachliche Begründung im Buch in den Wettbewerb mit durchaus erheiternden Elementen bei der Ausführung (eben: sprachliche Darstellung, Öffentlichkeitsverhalten, "Qualität" des ihm gezollten Beifalls u.a.) gerät und so vielleicht einem gewissen, schädlichen Relativismus anheim fallen könnte. Aber wie fast immer, es ist es hier Aufgabe der Leser, für sich die Akzentuierung vorzunehmen, ggf. die angerissene Thematik durch anderweitige Quellen zu erschließen und zu vertiefen.

Man muß jedoch sehen, welche Zielsetzung der Autor selbst gesetzt hat: Er wollte eine Streitschrift liefern, (Zitat auf Klappentext: "Ich halte Toleranz für keine Tugend, sondern für eine Schwäche – und Intoleranz für ein Gebot der Stunde.") die inhaltlich sicherlich am o.g. Busch-Zitat festgemacht werden kann.
Und wer sich durch eine rein euphemistische Deutung des Begriffs "Toleranz" nicht in oberflächliches Denken verirren möchte, der differenziert ohnehin und orientiert sich inhaltlich in etwa (oder genau!) an kritischeren Betrachtungsweisen: "Toleranz ist auch so viel wert wie das Motiv des Tolerierens. Es gibt eine Menge Motive: zum Beispiel Gedankenlosigkeit, Faulheit, Feigheit." (Ludwig Marcuse) Oder, und das dürfte Broder auch gerne hören, an einer anderen Überlegung desselben Philosophen, der sinngemäß feststellte, daß Toleranz dort fehl am Platze wäre, wo Schweigen unmoralisch würde.

Fazit: Als Streitschrift ist dieses Buch durchaus gelungen, unterhaltsam zu lesen ist es allemal (vor allem wegen der m.E. fast immer gut gewählten sprachlichen Spitzfindigkeiten), aber es wird wohl kaum Personen mit starrer (wie auch immer fundierter!) Überzeugung (sowohl der einen wie der anderen Position; Stichworte: unsere Gesellschaft läßt sich bereits viel zu viel gefallen und gibt wertvolle ethische und moralische Positionen preis, political correctness versus Tabuisierung unliebsamer Sachverhalte; Öffnung gegenüber Andersdenkenden, etc.) zum Überdenken ihrer jeweiligen Posit

3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Dem Autor für die Bewertung danken
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Bewertung von Elena Brandt aus Hanau am 23.09.2008 ***** ausgezeichnet
Klasse, wie Broder hier vom Leder zieht!

4 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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