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Kosmos - Humboldt, Alexander von

Entwurf einer physischen Weltbeschreibung

Herausgeber: Ette, Ottmar; Lubrich, Oliver

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Produktinformation
  • Verlag: EICHBORN
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: Mit 94 Tafeln im Original-Kolorit
  • Seitenzahl: 941
  • Deutsch
  • Abmessung: 322mm x 246mm x 63mm
  • Gewicht: 3810g
  • ISBN-13: 9783821845494
  • ISBN-10: 382184549X
  • Best.Nr.: 12705023

Produktbeschreibung zu "Kosmos"

Beschreibung

Während die Bibel im Supermarkt verramscht wird, ist Humboldts Gegenentwurf zur Heiligen Schrift selbst in den größten Buchhandlungen kaum zu finden. Soviel zur deutschen Wissensgesellschaft. Armes Deutschland! Humboldts Kosmos gehört zum unverzichtbaren Kanon unserer Zivilisation, und die Zeit ist reif, dieses Werk wieder auf die Tagesordnung zu setzen.
Die Bedeutung des Kosmos kann nicht besser beschrieben werden als mit Humboldts eigenen Worten: "Ich fange den Druck meines Werkes (des Werks meines Lebens) an. Ich habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume, von den Nebelsternen bis zur Geographie der Moose auf den Granitfelsen wissen, alles in Einem Werke darzustellen, und in einem Werke, das zugleich in lebendiger Sprache anregt und das Gemüth ergötzt. Jede große und wichtige Idee, die irgendwo aufglimmt muß neben den Thatsachen hier verzeichnet sein."
Der große Naturforscher und Universalgelehrte läßt Muschelv

Leseprobe zu "Kosmos" von Alexander von Humboldt

Ich übergebe am späten Abend eines vielbewegten Lebens dem deutschen Publikum ein Werk, dessen Bild in unbestimmten Umrissen mir fast ein halbes Jahrhundert lang vor der Seele schwebte. In manchen Stimmungen habe ich dieses Werk für unausführbar gehalten: und bin, wenn ich es aufgegeben, wieder, vielleicht unvorsichtig, zu demselben zurückgekehrt. Ich widme es meinen Zeitgenossen mit der Schüchternheit, die ein gerechtes Mißtrauen in das Maaß meiner Kräfte mir einflößen muß. Ich suche zu vergessen, daß lange erwartete Schriften gewöhnlich sich minderer Nachsicht zu erfreuen haben.

Wenn durch äußere Lebensverhältnisse und durch einen unwiderstehlichen Drang nach verschiedenartigem Wissen ich veranlaßt worden bin mich mehrere Jahre und scheinbar ausschließlich mit einzelnen Disciplinen: mit beschreibender Botanik, mit Geognosie, Chemie, astronomischen Ortsbestimmungen und Erdmagnetismus als Vorbereitung zu einer großen Reise-Expedition zu beschäftigen; so war doch immer der eigentliche Zweck des Erlernens ein höherer. Was mir den Hauptantrieb gewährte, war das Bestreben die Erscheinungen der körperlichen Dinge in ihrem allgemeinen Zusammenhange, die …

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Detailinfo

01.10.2004

Ohne Meister
Geist im Pelz der Natur: Die neuen Sachbücher

Der Geist treibt uns an, wir rennen ihm hinterher. In der Natur steckt er drin, wir wissen nicht wo und wie er darin untergebracht ist. Natur und Geist gehören zusammen, sie bilden, wie der Anthropologe Gregory Bateson sagte, eine notwendige Einheit. Schon der alte Schelling, der vor einhundertundfünfzig Jahren starb und deswegen in diesem Herbst mit der lesenswerten Biographie "Schelling" von Xavier Tilliette (erschienen bei Klett-Cotta) beschenkt wurde, wußte das und hielt an der Naturphilosophie fest. Ihm zur Seite steht Alexander von Humboldt mit seiner großen poetischen Erkundung der Natur im "Kosmos" (Die Andere Bibliothek bei Eichborn). Schiller traute der Einheit nicht. Mit seiner Leidenschaft für den Intellekt, der den Körper nicht schont, kommen wir, nachdem wir uns im ganzheitlichen Denken geschult haben, nicht weiter.

In seinem anregenden Buch über "Das erschöpfte Selbst" (Campus) und die grassierende Depression schreibt der Soziologe Alain Ehrenberg, daß in den demokratischen Gesellschaften der Geist, weit mehr als der Körper, ein Gegenstand heftiger Diskussionen …

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19.08.2004

Raus aus Schloss Langeweile
Unter der Flagge Alexander von Humboldts nimmt eine tollkühne Bildungsflotte Kurs auf die Feste „Pisa”
Seitdem Sehen und Erkennen, sinnliche Anschauung und begriffliches Denken getrennte Wege gehen, sind nicht nur die Wissenschaften, sondern ist auch unser Bildungswesen ziemlich unerotisch und lieblos geworden. Das war nicht immer so: „Wäre ich der jetzigen Schulbildung in die Hände gefallen, so wäre ich leiblich und geistig zu Grunde gegangen”, schrieb vor rund 150 Jahren der große Universalgelehrte Alexander von Humboldt.
Aufgewachsen in „Schloss Langeweile”, wie der 1769 in Berlin geborene Sohn eines preußischen Offiziers den Familiensitz am Tegeler See nannte, und zusammen mit dem älteren Bruder Wilhelm von Privatlehrern aus der Crème der Berliner Aufklärung erzogen, lehrten ihn seine unbändige Neugier und der Wille zum freien Selbstentwurf, der provinziellen Enge Berlins für Jahrzehnte in andere Länder und Weltregionen zu entweichen. Mit Georg Forster, dem Weltumsegler an der Seite von James Cook, pilgerte der zwanzigjährige Studienabbrecher der Kameralistik nach Paris, um am Vorabend des ersten …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

05.10.2004

Das weltweit gefeierte Multitalent Alexander von Humboldt, angeblich im Ausland nach Goethe der bekannteste Name der Deutschen Kulturgeschichte, wird im eigenen Land kaum gelesen. Ein Umstand, dem das "Humboldt-Projekt" von Hans Magnus Enzensberger und den Humboldt-Kennern Ottmar Ette und Oliver Lubrich ein Ende bereiten möchte. Das dürfte nach Einschätzung von Rezensent Ludger Lütkehaus auch gelingen - dank ihrer Edition von Humboldts Werken, die "neue Maßstäbe" setze. Hocherfreut zeigt sich Lütkehaus darüber, dass der "Kosmos", das "grandiose Spätwerk" und "Opus magnum eines umfassenden Geistes", nun erstmals in einer kommentierten Edition vorliegt, die Humboldts eigenhändige Korrekturen und Zusätze integriert, und alle Bildtafeln sowie Heinrich Bergaus' "Physikalischen Atlas" enthält. Die Leser, verspricht Lütkehaus, könnten sich auf die Begegnung mit einer außergewöhnlichen Gestalt und einem großen Werk freuen. Ausführlich berichtet er von Humboldts Forschungsexpeditionen, deren Auswertungen ihn sein Leben lang beschäftigten. Fast überschwänglich schreibt er auch über Humboldt, den Abenteurer, Entdecker, Botaniker, Pionier, Zoologen, Mineralogen, Geologen, …

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Rezensionen und Kritik

Das gesamte Wissen über die Welt Alexander von Humboldts Südamerikareise von 1799–1804 machte ihn in ganz Europa zum Star – auch deshalb, weil er am Anden-Vulkan Chimborasso höher hinaufgelangt war als je ein Mensch zuvor. Es war die größte privat finanzierte Expedition der Geschichte. Die Auswertung der Reise und die Publikation der Ergebnisse beschäftigten Humboldt für den Rest seines Lebens und zehrten sein gesamtes Vermögen auf. Eine Reihe von öffentlichen Vorträgen, die er 1827/28 in Berlin hielt, erwies sich als überraschender Publikumserfolg und bestärkte ihn in der Idee, sein Wissen über die Welt in einem schriftlichen Werk zu versammeln: dem Kosmos. In fünf Bänden, die zwischen 1845 und 1862 erschienen, beschreibt Humboldt für den wissbegierigen Leser alle nur denkbaren Phänomene des Weltraums und der Erde: die Sterne, Planeten und Kometen, die Kontinente, Gebirge, Flüsse, Vulkane, Erdbeben, Gesteinsarten, Fauna und Flora: eine gewaltige Zusammenschau des damaligen geografischen Wissens. Das war durchaus auch ein politisches Signal, galt doch Bildung immer noch als Privileg der Eliten. Der Kosmos ist Ausdruck von Humboldts Überzeugung, dass jedermann ein Recht auf Wissen und Bildung hat – ein Fanal zum Aufbruch in die Wissensgesellschaft.


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Autorenporträt zu "Alexander von Humboldt"

Alexander von Humboldt, 1769-1859, deutscher Naturforscher und Reiseschriftsteller, erlangte durch seine Expeditionen nach Amerika und Asien Weltruhm. Mit seinen Schriften 'Ansichten der Natur' (1808) und 'Kosmos' (1845-62) erreichte er ein großes Publikum. Humboldts Wissenschaftsverständnis war prägend für die moderne Universität.

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