Korrupte Medizin - Weiss, Hans

Hans Weiss 

Korrupte Medizin

Ärzte als Komplizen der Konzerne

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Korrupte Medizin

Ein Journalist wechselt seine Identität und geht in die Pharmaindustrie. Erschreckendes Resultat seiner Recherchen: Die Medizin steht unter der Kontrolle der großen Pharmakonzerne. Und zahlreiche Chefärzte und Klinikchefs machen sich zu Komplizen. Ein Sachbuch, spannender als ein Krimi, das Sie wütend und betroffen macht! Der Autor absolviert eine sechsmonatige Ausbildung zum Pharmavertreter und gründet - auf dem Papier - eine Beratungsfirma für die Arzneimittelindustrie. Damit baut er sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren eine respektable Identität als Pharma-Consultant auf, nimmt an brancheninternen Symposien teil, erhält Zugang zu Marketingdokumenten und Datenbanken und kontaktiert Chefärzte und Klinikchefs. Warum sind Medikamente so teuer? Weil so viel in die Entwicklung und Erforschung von neuen Medikamenten investiert wird, die allen Patienten zu Gute kommen! So die Antwort der Pharmaindustrie. Tatsächlich wird intern ungeniert kritisiert, dass es mit der Innovationskraft der Industrie nicht weit her ist. Was unter "Forschung und Entwicklung" verbucht wird, sind meist Marketingmaßnahmen, die nur den Zweck haben, den Gewinn der Konzerne zu erhöhen. Die Pharmaindustrie beschäftigt ein ganzes Heer von Marktforschern und Informanten, die ständig untersuchen, wie häufig Medikamente verschrieben werden, welcher Umsatz damit erzielt wird, warum Ärzte bestimmte Medikamente verschreiben und andere nicht, welche Wirkung Pharmavertreter auf die Zahl der Verschreibungen haben. Ohne die aktive Mithilfe von Ärzten wäre das alles nicht möglich. Pharmakonzerne kontrollieren das Gesundheitswesen durch das so genannte "Thought Leader Management" - spezielle Firmenabteilungen, die sich nur damit beschäftigen, wie einflussreiche Ärzte für die Zwecke der Pharmaindustrie am besten eingesetzt werden. Die Antwort: Das geschieht am wirksamsten mithilfe von lukrativen Beraterhonoraren, teuren klinischen Studien und Einladungen zu hoch bezahlten Vorträgen vor Ärzten. Aus dem Inhalt: - Wie Klinikchefs sich zu unethischen und verbotenen Studien an ihren Patienten verführen lassen - Wie die Pharmaindustrie die Ärzte im Griff hat und wieviele Ärzte ihre gesamten Praxis- und Patientendaten den Konzernen liefern - Detaillierte Honorarlisten der Pharmaindustrie für Ärzte, die nach ihrer Bedeutung in die Kategorien A, B und C oder "Gold", "Silber" und "Bronze" eingeteilt werden - Porträts: Wie Pharmakonzerne im großen Stil betrügen; wie sie Medikamente illegal vermarkten; wie sie Nebenwirkungen vertuschen; wie sie Daten und Studienergebnisse manipulieren; wie sie die Schädigung von Patienten in Kauf nehmen - Was die Wirkstoffe der Medikamente wirklich kosten.

Wie Ärzte sich bestechen lassen - Korruption im Gesundheitswesen. Ein Journalist wechselt seine Identität und geht in die Pharmaindustrie. Erschreckendes Resultat seiner Recherchen: Die Medizin steht unter der Kontrolle der großen Pharmakonzerne. Und zahlreiche Spitzenmediziner machen sich zu Komplizen.

Der Autor absolviert eine sechsmonatige Ausbildung zum Pharmavertreter und gründet - auf dem Papier - eine Beratungsfirma für die Arzneimittelindustrie. Damit baut er sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren eine respektable Identität als Pharma-Consultant auf, nimmt an brancheninternen Symposien teil, erhält Zugang zu geheimen Marketingdokumenten, kauft brisante geheime Studien und wird begehrter Gesprächspartner von Klinikchefs. Warum sind Medikamente so teuer? Weil so viel in die Entwicklung und Erforschung von neuen Medikamenten investiert wird, die allen Patienten zugute kommen! So die Antwort der Pharmaindustrie. Tatsächlich wird intern ungeniert kritisiert, dass es mit der Innovationskraft der Industrie nicht weit her ist. Was unter "Forschung und Entwicklung" verbucht wird, sind meist Marketingmaßnahmen, die nur den Zweck haben, den Gewinn der Konzerne zu erhöhen. Die Pharmaindustrie beschäftigt ein ganzes Heer von Marktforschern und Informanten, die ständig untersuchen, wie häufig Medikamente verschrieben werden, welcher Umsatz damit erzielt wird, warum Ärzte bestimmte Medikamente verschreiben und andere nicht, welche Wirkung Pharmavertreter auf die Zahl der Verschreibungen haben. Ohne die aktive Mithilfe von Ärzten wäre das alles nicht möglich. Pharmakonzerne kontrollieren das Gesundheitswesen durch das so genannte "Thought Leader Management" - spezielle Firmenabteilungen, die sich nur damit beschäftigen, wie einflussreiche Ärzte für die Zwecke der Pharmaindustrie am besten eingesetzt werden. Die Antwort: Das geschieht am wirksamsten mit Hilfe von lukrativen Beraterhonoraren, teuren klinischen Studien und Einladungen zu hoch bezahlten Vorträgen vor Ärzten.


Produktinformation

  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 271 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 270
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 144mm x 34mm
  • Gewicht: 442g
  • ISBN-13: 9783462040371
  • ISBN-10: 3462040375
  • Best.Nr.: 23844339
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.12.2008

Was in der Musterpackung alles drin ist

Nie zuvor wurden so offen Ross und Reiter benannt: Hans Weiss dokumentiert detailreich den verdeckten Einfluss der Pharmaindustrie auf Politik, Forschung und medizinische Behandlung.

Vor vier Jahren stellte eine Arzneimittelfirma in einer Werbekampagne für ihr Antidepressivum die rückschauende Diagnose, nach der Goethe an einer bipolaren Störung gelitten haben soll: Hätte er bereits dieses Medikament gekannt, wäre ihm schnell geholfen worden - oder in den Worten der Werbetexter: "Goethe hat wieder Hoffnung und Perspektive. Zyprexa. Damit das Leben weitergeht."

Zumindest sollte wohl das Geschäft weitergehen. Die eher kuriose Marketingstrategie für dieses "Blockbuster"-Medikament, die der bekannte österreichische Medizinjournalist und Sachbuchautor Hans Weiss ("Bittere Pillen") vermerkt, gehört zu den harmloseren Umtrieben der Pharmaindustrie, die er in seinem neuesten Buch offenlegt. Wie einst Günter Wallraff legte er sich zur Tarnung eine neue Identität zu. Er gab sich als Pharmaberater aus und erhielt so Zutritt zu brancheninternen Symposien und Datenbanken. Auch gelang es ihm auf diese Weise, …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Robert Jütte zeigt sich erschüttert. Was der Medizinjournalist Hans Weiss in seinem Buch nach Wallraff-Art (als Pharmaberater mit Zugang zu den entsprechenden Daten) recherchiert hat, jagt dem Rezensenten einen mächtigen Schrecken ein. Zwar sind Jütte die Umtriebe der Pharmaindustrie bekannt, doch so offen wie hier, meint er, hat noch niemand über die gesetzeswidrigen Praktiken und die Schuldigen geschrieben. Schaudernd geht Jütte die Listen über Ärzte und Pharmafirmen durch, erfährt Details über ihr einträgliches Networking in Deutschland, in der Schweiz und in Österrreich und über die fragwürdigen Methoden der Marketing-Abteilungen. Besonders schwer verdaulich findet er die Information, dass ein Großteil der Zulassungsstudien für neue Medikamente von der Pharmaindustrie finanziert oder mit Hilfe von "Ghostwritern" gar selbst verfasst werden. Magenschmerzen verursacht dem Rezensenten schließlich auch der vom Autor eröffnete Einblick in die moralische Verfassung renommierter Psychiater beim Umgang mit Psychopharmaka und Placebos. Die Richtlinien der zuständigen Ethik-Kommissionen erscheinen dem Rezensenten "sehr lax".

© Perlentaucher Medien GmbH

"Nie zuvor wurden so offen Ross und Reiter benannt: Hans Weiss dokumentiert detailreich den verdeckten Einfluss der Pharmaindustrie auf Politik, Forschung und medizinische Behandlung." Robert Jütte, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Nie zuvor wurden so offen Ross und Reiter benannt: Hans Weiss dokumentiert detailreich den verdeckten Einfluss der Pharmaindustrie auf Politik, Forschung und medizinische Behandlung." Robert Jütte, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Autor ist immer noch in der Pharmaindustrie tätig. Um die laufenden Recherchen nicht zu gefährden, wird sein Name erst bei Erscheinen des Buches bekannt gegeben.

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Kundenbewertungen zu "Korrupte Medizin" von "Hans Weiss"

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Bewertung von schnurri aus Pappendorf am 16.07.2009 ***** ausgezeichnet
Endlich mal jemand der über die Wahrheit schreibt und diese auch veröffentlicht. Ein ausgezeichnetes Buch, dass zur Pflichtlektüre jeden Arztes werden sollte.
Das Buch ist verständlich und spannend geschrieben. Eine wahre Meisterleistung des Autors.
Ich kann nicht verstehen, wie wir alle die Augen vor dieser Koruption verschließen.
Sind die Menschen so naiv, dass sie die Wahrheit nicht kennen, oder wollen sie die Wahrheit nicht wissen.
Was wird aus unserer Gesellschaft? Realisieren Patienten nicht, dass sie oft Versuchskaninchen für karrieregeile Mediziner sind?

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