Produktbeschreibung zu Integrative Wirtschaftsethik
Langtext Integrative Wirtschaftsethik ist eine philosophische
Vernunftethik des Wirtschaftens, der es um Orientierung im
politisch-ökonomischen Denken geht. Neu an diesem
wirtschaftsethischen Ansatz ist, dass er sich weder mit der
Verteidigung der «Moral des Marktes» noch mit der Rolle als «das
Andere der ökonomischen Sachlogik» begnügt. Das Normative steckt
immer schon im ökonomischen Denken. Dieses selbst ist daher
kritisch auszuleuchten und in den Kontext der Fragen des guten
Lebens und des gerechten Zusammenlebens der Menschen zu stellen.
Entfaltet wird eine wegweisende Perspektive der lebensdienlichen
Wirtschaftsgestaltung. Integrative Wirtschaftsethik umfasst, nach
der Begründung des vernunftethischen Standpunkts, drei
Grundaufgaben: 1. die Kritik der «reinen» ökonomischen Vernunft und
ihrer normativen Überhöhung zum Ökonomismus (Sachzwangdenken und
blinder Glaube an den globalen Markt); 2. die Klärung der ethischen
Gesichtspunkte einer lebensdienlichen Ökonomie (Sinnorientierung
und Legitimitätsgrundlagen des wirtschaftlichen «Werteschaffens»);
3. die Bestimmung der «Orte» der Moral des Wirtschaftens in einer
wohlgeordneten Gesellschaft freier Bürger (Wirtschaftsbürgerethik,
Ordnungsethik, Unternehmensethik).
Zur Entstehungsgeschichte:
Am Anfang des Weges, der zu diesem Buch geführt hat, stand die
Schaffung des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der Universität
(damals: Hochschule) St. Gallen im Sommer 1987, des ersten dieser
Art an einer deutschsprachigen Wirtschaftsfakultät. Nach
zehnjähriger Entwicklung wird hier erstmals eine systematisch
ausgearbeitete Gesamtdarstellung des St. Galler Ansatzes der
"integrativen Wirtschaftsethik" vorgestellt.
Zum Inhalt:
Integrative Wirtschaftsethik ist eine philosophische Vernunftethik
des Wirtschaftens, der es um Orientierung im politisch-ökonomischen
Denken geht. Neu an diesem wirtschaftsethischen Ansatz ist, dass er
sich weder mit der Verteidigung der "Moral des Marktes"
noch mit der Rolle als "das Andere der ökonomischen
Sachlogik" begnügt. Das Normative steckt immer schon im
ökonomischen Denken. Dieses selbst ist daher kritisch auszuleuchten
und in den Kontext der Fragen des guten Lebens und des
gerechten
Zusammenlebens der Menschen zu stellen. Entfaltet wird eine
wegweisende Perspektive der lebensdienlichen Wirtschaftsgestaltung.
Integrative Wirtschaftsethik umfasst, nach der Begründung des
vernunftethischen Standpunkts, drei Grundaufgaben:
1. die Kritik der "reinen" ökonomischen Vernunft und
ihrer normativen Überhöhung zum Ökonomismus (Sachzwangdenken und
blinder Glaube an den globalen Markt)
2. die Klärung der ethischen Gesichtspunkte einer lebensdienlichen
Ökonomie (Sinnorientierung und Legitimitätsgrundlagen des
wirtschaftlichen "Werteschaffens")
3. die Bestimmung der "Orte" der Moral des Wirtschaftens
in einer wohlgeordneten Gesellschaft freier Bürger
(Wirtschaftsbürgerethik, Ordnungsethik, Unternehmensethik).
Dr. rer. pol. Peter Ulrich, geb. 1948, ist seit 1987 ordentlicher Professor für Wirtschaftsethik und seit 1989 Leiter des Instituts für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen (HSG).
Leseprobe zu "Integrative Wirtschaftsethik" von Peter Ulrich
I. Grundbegriffe moderner Ethik und der Ansatz integrativer Wirtschaftsethik (S. 21-22)
Die Anforderungen und Schwierigkeiten, eine moderne Ethik zu begründen, sind beträchtlich. Auf der einen Seite genügen traditionelle, in religiösen oder dogmatischen Überzeugungen fundierte, bloss bekenntnishafte Moralkonzepte den modernen Ansprüchen einer mit Mitteln der Vernunft zu begründenden «Ethik ohne Metaphysik» nicht mehr. Auf der anderen Seite greift heute – als angeblich «postmoderne» Reaktion auf die Erschütterung traditioneller «fester Werte» und autoritativer Morallehren – ein ethischer Relativismus um sich, der die Begründbarkeit moralischer Verbindlichkeiten von vornherein für unmöglich hält und moralische Fragen quasi zu rein subjektiven Geschmacksfragen degradiert.
Das Hauptgewicht der nachfolgenden Einführung in ein modernes Ethikverständnis liegt in der Entfaltung einer humanistischen Vernunftethik, die sich als dritter Weg zwischen Dogmatismus oder Fundamentalismus einerseits und Relativismus oder Skeptizismus andererseits versteht. Als Teil einer aufgeklärten «Kultur der Vernunft» betreibt sie die Reflexion auf die allgemeinen, für alle Menschen «guten Willens» einsichtigen normativen Voraussetzungen des guten Lebens und gerechten Zusammenlebens freier und mündiger Personen.
Wir beginnen mit der Klärung des Phänomens der Moralität des Menschen aus der uns vertrauten Perspektive der immer schon an einer moralischen Gemeinschaft Beteiligten. Dabei kommt die spezifisch moderne Idee eines vernünftig begründbaren, universalen Moralprinzips durchaus schon in den Blick (Kap. 1). Aber erst danach zeichnen wir unter dem anspruchsvollen methodischen Leitgedanken der vernunftgeleiteten Orientierung im ethischen Denken die wichtigsten Entwicklungslinien der philosophischethischen Explikation und Begründung des Vernunftstandpunkts der Moral (Moral Point of View) nach (Kap. 2). Schliesslich stellt sich auf dieser Grundlage die Aufgabe, zu klären, wie Wirtschaftsethik als eine Vernunftethik des Wirtschaftens zu konzipieren und wie die dementsprechende integrative Wirtschaftsethik von Ansätzen abzugrenzen ist, die aus vernunftethischer Perspektive zu kurz greifen (Kap. 3).
Leseprobe zu "Integrative Wirtschaftsethik"
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