Gipfel-Stürme - Pierer, Heinrich von
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Heinrich von Pierer 

Gipfel-Stürme

Die Autobiographie

Gebundenes Buch
 
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Gipfel-Stürme

Heinrich von Pierer und die Siemens AG verbinden vier Jahrzehnte. Als Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender repräsentierte er 15 Jahre lang den Weltkonzern mit fast 500.000 Mitarbeitern in 190 Ländern. In seinem Leben spiegeln sich die deutsche und die Weltgeschichte des letzten halben Jahrhunderts.
Ob Wiedervereinigung oder Kernkraft-Debatte, Aufstieg Asiens oder Irankonflikt, Dotcom-Blase oder Klimawandel neben der Wirtschaft ging es immer auch um Politik: Die Kanzler Kohl, Schröder und Merkel suchten Pierers Rat, mit dem chinesischen Ministerpräsident Li Peng diskutierte er über Menschenrechte und als einziger Unternehmer trat er vor dem UN-Sicherheitsrat in New York auf. Selbstverständlich äußert sich "Mr. Siemens" außerdem zu den Hintergründen der Korruptionsaffäre, die das Unternehmen erschütterte.


Produktinformation

  • Verlag: Econ
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 430 S., . farb. Fototaf.
  • Seitenzahl: 430
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 146mm x 41mm
  • Gewicht: 697g
  • ISBN-13: 9783430200271
  • ISBN-10: 343020027X
  • Best.Nr.: 32470993
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.01.2011

Verstohlene Nachtarbeit im leeren Chefsessel

Mit Cliffhanger-Dramaturgie: Heinrich von Pierers Autobiographie hat etwas Verstörendes, wenn man sie vor der im Buch aufreizend nachlässig analysierten Schmiergeldaffäre im Hause Siemens liest.

Als Heinrich von Pierer vergangene Woche in den Räumlichkeiten der Bundespressekonferenz seine Autobiographie vorstellte, waren sich viele Medienvertreter in einem Punkt einig: Man zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Autor es an einer vertieften Auseinandersetzung mit der Schmiergeldaffäre bei Siemens fehlen ließ. Es geht um die zweifelhaften Zahlungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, die zwischen 1999 und 2006 von Mitarbeitern des Unternehmens geleistet worden sind, in jener Zeit, als Pierer Vorstandsvorsitzender beziehungsweise Aufsichtsratschef bei Siemens war. Und in der Tat: Nur ein Zehntel seiner Autobiographie widmet sich ausdrücklich dem Korruptionsthema, und dies hauptsächlich in Form einer scharfen Medienkritik.

Nun versteht es sich nicht von selbst, dass eine Autobiographie die Rolle eines Korruptionsberichts übernehmen soll, aber die Dramaturgie, die Pierer für sein Buch wählte, …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Für diesen Autor gilt laut Rezensent die Unschuldsvermutung. Dass Heinrich von Pierer in seiner Autobiografie jedoch derart lautstark die Korruptionsthematik verschweigt beziehungsweise  dramaturgisch geschickt kurz am Beginn und am Ende des Buches behandelt und stattdessen anekdotenreich seine Lebensleistung ausbreitet, empfindet Christian Geyer dann doch als ein An-der-Nase-Herumführen des Lesers. Geyer selbst unterläuft diese Dramaturgie, indem er einfach alles dazwischen als Subtext zur Schmiergeld-Affäre liest. Pierers Geschichte erscheint ihm sodann reizvoll aber auch ein bisschen phantomhaft, weil Pierers Rausschmiss bei Siemens dem Mann im Grunde die Grundlage seines Seins entzogen hat, so kommt es Geyer jedenfalls vor. Skurril bleibt für ihn auch, über niedliche PR-Aktionen bei Siemens oder Pierers Weinchen und Bierchen mit Schröder, Stoiber und Co. zu lesen, immer mit der Ahnung, gerade einem aufwendigen Ablenkungsmanöver beizuwohnen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Heinrich von Pierer studierte Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in Erlangen. Seit 1992 ist er Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG.

Kundenbewertungen zu "Gipfel-Stürme" von "Heinrich von Pierer"

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 16.01.2011 ***** ausgezeichnet
In seiner Autobiografie lässt Heinrich von Pierer, so wie sich das gehört, sein Leben Revue passieren. Seine Anfänge in Erlangen und seine Ernennung zum Aufsichtsrat schildert er und erklärt an Hand eines Schemas die Siemens - Struktur nach der Neuorganisation vom 1. Oktober 1989.

Der Aufbau Ost fiel direkt in die Amtszeit von Heinrich von Pierer. Ausführlich beschreibt er aus seinem persönlichen Blickwinkel heraus wie er beispielsweise nach dem Mauerfall die Werke in Görlitz und Erfurt vorfand. Genau analysierend beschreibt er die Anfänge dort und berichtet vom guten Miteinander mit dem Erfurter Betriebsrat, von dem er sogar eine Ehrenurkunde aus dem Jahr 2002 vorweisen kann.

Klar, dass der Autor als "Kapitän auf der Brücke von Siemens" viel von den weltweiten Aktivitäten des Konzerns berichtet. Einige Stichworte sind Iran, China, der Börsengang in New York und was er für mich sehr glaubhaft und mehrmals ausspricht, ist seine soziale Verantwortung und damit verbunden, jedenfalls für weit über ein Jahrzehnt, denn dies hat er zu verantworten, auch die des Konzerns. Was von Pierer hier schreibt klingt mehr als nur nach Worthülsen.

Beim Lesen spüre ich, hier legt ein Mann Zeugnis über sein Leben ab und ich habe den Eindruck, dieser Mann tut dies sehr ehrlich. Selbstverständlich äußert er sich in aller Ausführlichkeit zum Korruptionsskandal und zu seiner ganz persönlichen Verantwortlichkeit. Auch wenn er mit der Staatsanwältin zusammengesessen hat und sie als "eine freundliche, konstruktiv arbeitende und durchaus gewinnende Frau, die sich mir gegenüber stets korrekt verhalten hatte" beschreibt, ja mit ihr sogar ihre selbstgebackenen Cookies verspeiste, kritisiert er doch die Vorgehensweise der Justitz.

Auch wenn ich hohen Wirtschaftsbossen zunächst oft eher mißtrauisch gegenüber eingestellt bin, Heinrich von Pierer fällt da aus dem Rahmen. Der einstige Vorstandsvorsitzende der Siemens AG kommt ehrlich rüber und behauptet trotz allem auch heute noch: "Es ist das schönste Amt, das die deutsche Wirtschaft zu vergeben hat, ständig herausfordernd, abwechslungsreich, immer im engen Kontakt mit hervorragenden Kollegen und Kolleginnen und in der Welt zu Hause."

Diese Autobiografie ist das ehrliche Zeugnis eines Mannes der deutsche Wirtschaft wesentlich mitverantwortet hat, den politischen Überblick nicht verliert und bei mir als ehrlicher Chronist ankommt.



Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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