Mit seinem 2003 erschienenen Bestseller Manieren ist es Prinz
Asfa-Wossen Asserate gelungen, ein Wort des Soziologen Georg Simmel
einzulösen: Dass nämlich der beste Kenner eines Landes und seiner
Gesellschaft der Fremde ist. Im Gespräch mit der Journalistin
Bettina Böttinger erläuterte Asfa-Wossen Asserate, was er über die
europäischen Sitten und damit auch über unser Misstrauen gegen
abendländische Tugenden und Traditionen erkannt hat. Welches
Geheimnis birgt die Form, um Goethes Sentenz zu paraphrasieren?
Gibt es noch jene Manieren und Sekundärtugenden, die seit 1968
mancher als Inbegriff staubig verlogener Bürgerlichkeit betrachtet?
Falls ja, wie sehen sie aus, diese Regeln? Falls nein, wie hoch
sind die Verlustraten?
Asfa-Wossen Asserate, Prinz aus dem äthiopischen Kaiserhaus, wurde 1948 in Addis Abeba geboren. An der Deutschen Schule bestander als einer der ersten Äthiopier das Abitur. Er studierte Geschichte und Jura in Tübingen und Cambridge und promovierte in Frankfurt am Main. Die Revolution in Äthiopien verhinderte die Rückkehr in seine Heimat. Er blieb in Deutschland und ist heute als Unternehmensberater für Afrika und den Mittleren Osten tätig. Sein Buch »Manieren« wurde von der Kritik gefeiert.