Neue Wege bei der Ernährung demenziell erkrankter Bewohner zu
gehen, kann beinah "Wunder" bewirken. Kreative Ideen,
alle bereits vom Autor gemeinsam mit den Mitarbeitern in Heimen in
der Praxis durchgeführt, zeigen, dass vor allem das "Wie"
des Essensreichens ausschlaggebend ist, um Bewohner mit Demenz zum
Essen zu animieren.
Das Buch beschreibt, wie Fingerfood - eat by walking - und Kochen
am Bett in den Alltag integriert werden können.
Essen ist weit mehr als Selbsterhaltung durch Nahrungsaufnahme.
Auch die Lust am Geschmack, am Duft, am Leben gehört dazu. Es
fördert das Zusammenleben in der Gemeinschaft, strukturiert den
Tagesablauf, liefert Gesprächsstoff und weckt Erinnerungen. Doch
gerade bei Demenzkranken ist Esskultur ein selten diskutiertes
Thema. Wie sich auch die Ernährung von demenziell Erkrankten durch
unkonventionelle Ideen erlebnisreicher und genussvoller gestalten
lässt, zeigt Markus Biedermann, Experte für die Entwicklung von
Verpflegungskonzepten in Altenheimen.
Der theoretische Teil des Buches behandelt Aspekte der senilen
Demenz, Malnutrition, Riech- und Schmeckstörungen, beschreibt das
Essen reichen, die Trinkkultur sowie Fingerfood. Im praktischen
Teil erläutert der Autor anhand von Untersuchungen die Umsetzung
vom Kochen am Bett, Fingerfood und Eat by Walking. Gleich zum
Ausprobieren mit verschiedenen Rezepten, einem Fragebogen zur
Essbiographie und Beobachtungsbögen, die sich gut in der Praxis
einsetzen lassen.
Markus Biedermann, Küchenchef und Diplom-Gerontologe, arbeitet seit 1979 als Küchenchef in Seniorenheimen. 2007 hat er den ''Club der Internationalen Heimköche'' (CIHK) gegründet, ist Autor zahlreicher Bücher zum Thema Esskultur im Heim und Mitbegründer von Forum 99.