Leseprobe zu "Erfolgreiche Führung gegen alle Regeln"
Einleitung
Die alten Regeln haben ausgedient
Allzu viel haben die erfolgreichsten Manager der Welt wahrlich nicht
gemeinsam. Geschlecht, Ethnie, Alter, Führungsstil, Zielsetzungen
nichts als Unterschiede. Eines aber verbindet sie: ihre Unkonventionalität.
Sie brechen alle Managementregeln, machen alles anders, als es
in den gängigen Fibeln steht. Beispielsweise halten sie gar nichts von
dem Satz, jeder könne alles erreichen, wenn er nur will. Sie treiben ihre
Mitarbeiter nicht an, ihre Schwächen auszumerzen. Die goldene Regel,
sich immer so zu verhalten, wie man sich selbst gerne behandelt
sehen würde, betrachten sie als baren Unsinn. Ja sogar vor ungleicher
Behandlung ihrer Mitarbeiter schrecken sie nicht zurück.
Erstklassige Führungskräfte sind demnach echte Revolutionäre, auch
wenn sicherlich nur wenige von ihnen diesen Begriff für sich in Anspruch
nehmen würden. Dieses Buch will Sie, verehrter Leser, mit der
Gedankenwelt dieser Topkräfte bekannt machen. Sie erfahren, warum
sie die konventionellen Konzepte ablehnen. Gleichzeitig aber zeigen wir
Ihnen auch, was diese vorbildlichen Profis an die Stelle des Alten setzen.
Doch stopp! Verstehen Sie dies nicht als Aufforderung, Ihren persönlichen
Führungsstil über Bord zu werfen und das Vorbild einfach zu
kopieren. Wie wir noch sehen werden, gibt es "den Stil" der Erfolgreichen
überhaupt nicht; ihre Handlungsweisen lassen sich nicht standardisieren.
Es geht uns vielmehr darum, Ihnen zu helfen, Ihren eigenen
Führungsstil zu optimieren indem wir Ihnen zeigen, wie Sie die
wahrlich revolutionären Einsichten, die die besten Manager der Welt
miteinander teilen, für sich selber nutzen können.
Grundlage dieses Buches sind zwei äußerst umfangreiche Forschungsstudien,
die von der Gallup Organization in den letzten 25 Jahren
durchgeführt wurden. Die erste dieser Feldstudien galt den Beschäftigten.
Dabei wollten wir wissen, wie der Arbeitsplatz aus Sicht der
talentierten Mitarbeiter beschaffen sein sollte. Gallup interviewte
mehr als eine Million Arbeitnehmer aus den verschiedensten Unternehmen,
Branchen und Ländern. Wir befragten unsere Testpersonen
zu allen möglichen Aspekten ihres Arbeitslebens und werteten die
Antworten anschließend sorgfältig aus. Wir wollten herausfinden,
was speziell den tüchtigsten Mitarbeitern an ihrem Arbeitsplatz wichtig
ist was sie also brauchen, um wirklich produktiv sein zu können.
Diese Forschungen erbrachten eine Menge neuer Erkenntnisse, die
sich vielleicht am besten so auf den Punkt bringen lassen: Fähige Mitarbeiter
brauchen fähige Vorgesetzte. Anlocken lässt sich ein guter
Mitarbeiter gewiss aus den unterschiedlichsten Gründen, etwa weil
der Chef des Unternehmens eine begeisternde Leitfigur ist oder weil
die Sozialleistungen der Firma so überzeugend oder die Trainingsprogramme
Extraklasse sind. Doch wie lange er bleibt und wie produktiv
er in dieser Zeit ist, hängt in erster Linie von seinem Verhältnis zum
disziplinarischen Vorgesetzten ab.
Diese so simple wie grundlegende Erkenntnis gab den Impuls zu
unserem zweiten großen Forschungsprojekt, bei dem folgende Frage
im Zentrum stand: Wie gelingt es den besten und erfolgreichsten
Managern dieser Welt, erstens talentierte Mitarbeiter zu finden, zweitens
das Beste aus ihnen herauszuholen und sie drittens dauerhaft ans
Unternehmen zu binden? Zur Klärung dieser Frage interviewten wir
einen repräsentativen Querschnitt von Führungskräften. Per definitionem
umfasste diese Stichprobe also sowohl vorzügliche als auch mittelmäßige
Kräfte, wobei alle Arten von Unternehmen einbezogen wurden:
große und kleine, privat geführte, börsennotierte, öffentliche. Um
die Spitzenkräfte von den weniger guten Kolleginnen und Kollegen
unterscheiden zu können, ließen wir uns von der jeweiligen Organisation
auch betriebliche Leistungsdaten geben. Anhand von Kriterien
wie Umsatz, Gewinn, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterumsa
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