Ende der Märchenstunde - Hartmann, Kathrin

Kathrin Hartmann 

Ende der Märchenstunde

Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Broschiertes Buch
 
Sofort lieferbar
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
17 ebmiles sammeln
EUR 16,95
Alle Preise inkl. MwSt.
Empfehlen


Produktbeschreibung zu Ende der Märchenstunde

Die Chance der Krise - ein grüner New Deal?

Sie sind gebildet, vermögend und bestens gelaunt. Denn sie wissen, dass man durch qualitätsbewussten Konsum die Welt verbessert: Indem sie es sich richtig gut gehen lassen, retten die Lohas uns alle.

Früher prägten gesellschaftliche Ereignisse und Revolten eine Generation. Das hat sich spätestens in den Neunzigerjahren verändert: Die Heranwachsenden bezogen ihre Identität nicht mehr aus kollektiven Protesterlebnissen, sondern aus dem Konsum von Marken. Daher zielt die öffentlich wahrnehmbare Sehnsucht heute nicht mehr auf eine bessere Welt, sondern auf bessere Produkte. Aus gesellschaftlichen Bewegungen sind bloße Stilgemeinschaften geworden. Deren wichtigste ist die der Lohas. Sie glauben, Hedonismus und Moral, Egoismus und Gesellschaftsveränderung verbinden zu können: im politischen Akt des richtigen Shoppens. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen Lohas werden.

Ob die Welt auf diese Weise besser werden könnte, ist eine ganz andere Frage. Denn die Industrie hat die Kaufkraft und Meinungsmacht der Lifestyle-Ökos längst erkannt, die Werbung auf sie abgestellt und die Produktpaletten grün bestrichen. Dem Glauben, durch Konsum die Welt schmerzfrei verändern zu können, rückt Kathrin Hartmann mit hart recherchierten Fakten und bestechenden Analysen zu Leibe. Wir drucken sie auf FSC-zertifiziertem Papier. Denn dieses Buch braucht die Welt wirklich.
- Wie aus einer Protestbewegung eine Stilgemeinschaft wurde
- Bio = gut für uns und die Umwelt. Aber die Rechnung geht nicht auf
- Beschreibt kritisch und humorvoll das Lebensgefühl einer ganzen Generation

"Es ist gar nicht so einfach, korrekt zu konsumieren. Hin und wieder hat ein Spielverderber auf die Probleme hingewiesen, aber selten so bissig wie die ehemalige "Neon"-Redakteurin Kathrin Hartmann, 37, in einem neuen Buch: der Streitschrift "Ende der Märchenstunde"." -- KulturSPIEGEL

"Dass Einkaufen ... immer noch Einkaufen bleibt und nicht zu echter Politik wird, übersieht die zeitgenössische Bionade-Bohème leider ganz gern. Diesen Schönheitsfehler legt die deutsche Journalistin Kathrin Hartmann in ihrem Buch Ende der Märchenstunde faktenreicht bloß ..." -- Profil

"Ende der Märchenstunde ist eine akribisch recherchierte, nicht zuletzt wegen Hartmanns Bissigkeit ungemein lesenswerte Polemik gegen Lifestyle-Ökos, die sich ihr gutes Gewissen erkaufen, mit dem Verzicht auf Komfort aber bitte nicht behelligt werden möchten." -- Carmen Böker, Berliner Zeitung

Produktinformation


  • Verlag: Blessing
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 383 S.
  • Seitenzahl: 383
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 135mm
  • Gewicht: 470g
  • ISBN-13: 9783896674135
  • ISBN-10: 3896674137
  • Best.Nr.: 26246026

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Kurzerhand für "wunderbar" erklärt Christian Schlüter dieses Buch, das seinen Informationen zufolge Schluss mit dem Irrglauben macht, Gesundheit und Nachhaltigkeit lasse sich durch das Konsumverhalten fördern oder gar erkaufen. Die Journalistin Katrin Hartmann rechne insbesondere mit dem Konzept des "Lifestyle of Health and Sustainability" (LOHAS) ab, das sie als modernen Ablasshandel und von der Konsumgüterindustrie allein zur Konsumförderung erdacht beschreibe. Zu Freude des Rezensenten rechnet Hartmann aber auch mit den Milieus ab, die den "LOHAS" praktizieren, den Bionade-Spießeridyllen zum Beispiel, in deren Weltbild die Journalistin verschiedene zynische Widersprüche nachweise. Die Veränderung der Welt, so laut Schlüter das Fazit des Buchs, das er begeistert unterschreibt, lasse sich nicht schmerzfrei und ohne politisches Engagement erreichen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Es ist gar nicht so einfach, korrekt zu konsumieren. Hin und wieder hat ein Spielverderber auf die Probleme hingewiesen, aber selten so bissig wie die ehemalige "Neon"-Redakteurin Kathrin Hartmann, 37, in einem neuen Buch: der Streitschrift "Ende der Märchenstunde"." (KulturSPIEGEL)

"Ende der Märchenstunde ist eine akribisch recherchierte, nicht zuletzt wegen Hartmanns Bissigkeit ungemein lesenswerte Polemik gegen Lifestyle-Ökos, die sich ihr gutes Gewissen erkaufen, mit dem Verzicht auf Komfort aber bitte nicht behelligt werden möchten."
Kathrin Hartmann, geboren 1972 in Ulm, studierte in Frankfurt/Main Kunstgeschichte, Philosophie und Skandinavistik. Während des Studiums arbeitete sie als freie Autorin für die »Frankfurter Rundschau«, »taz« und »Titanic«. Nach einem Volontariat bei der »Frankfurter Rundschau« war sie dort Redakteurin für Nachrichten und Politik. Von 2006 bis 2009 arbeitete sie als Redakteurin bei »Neon«. Kathrin Hartmann lebt und arbeitet in München.

Leseprobe zu "Ende der Märchenstunde" von Kathrin Hartmann

"Kapitel IV Das Ende der Illusionen (S. 137-138)

»Let me take you down, ’cause I’m going to strawberry fields. Nothing is real and nothing to get hung about. Strawberry fields forever.«
The Beatles, Strawberry fields Forever

1. Der rote Wahnsinn: Erdbeerplantagen in Andalusien

Felipe Fuentelsaz bremst die zügige Fahrt und lenkt seinen Geländewagen in den Sand jenseits der Hauptstraße, die vom andalusischen Städtchen Almonte nach Matalascañas führt, in das Touristenzentrum an der Costa de la Luz. Ein selbstverständlicher Vorgang, möchte man meinen, denn wie aus dem Nichts tut sich hier nach kilometerlanger Fahrt durch karges Land mit Gewerbegebieten, Pinienwäldchen und Obstplantagen ein überwältigendes Postkartenszenario auf.

Direkt neben der Straße liegt das Marschland, am Ufer erhebt sich leuchtend weiß die Ermita del Rocio, die mächtige alte Kathedrale des kleinen Wallfahrtsortes El Rocio mit seinen breiten Straßen aus Sand, die das Dorf mit den weißen, zweistöckigen Häusern und ihren Holzveranden aussehen lassen wie eine Westernkulisse. Pfingsten brechen eine Million Pilger über das 800-Seelen-Örtchen herein, um die Heilige Jungfrau von El Rocio, die Paloma Blanca, zu ehren und ihre reich geschmückte Statue durch die Straßen zu tragen. Das restliche Jahr schläft das Dorf einen Dornröschenschlaf - so wie jetzt im April.

Schnell aussteigen, Felipe Fuentelsaz ist stets in Eile. Der WWF-Mann ist zuständig für die Region Huelva, es gibt viel zu tun hier und heute und jeden Tag, aber so viel Zeit muss sein, denn hier, an der Mündung des Flüsschens La Rocina, das sich in der Marsch verliert, beginnt der Nationalpark Coto de Doñana mit seiner Schönheit - aber auch seinen Problemen. Wir stehen im aufgewirbelten Staub und schauen auf das Wasser. Der leichte Atlantikwind kräuselt die Oberfläche, und die frühe Morgensonne macht sie goldrosa glitzern; el rocio heißt übersetzt Tau. Man kann die Pferde auf den Feuchtwiesen grasen und schnauben hören, so still ist es, wenn nicht gerade Obstlaster auf der Straße vorbeidonnern. Man sieht Kormorane, Reiher und vereinzelt ein paar Flamingos, zur blauen Stunde, wenn sich der Wind gelegt hat, werden es tausende sein.

»Dieses Jahr haben wir Glück, es hat viel geregnet«, sagt der Naturschützer. Nur deshalb stehe das Wasser in den Marismas, den Feuchtgebieten, so hoch, wie es soll. »Wir haben viele Probleme in der Gegend, sehr viele Probleme«, sagt Fuentelsaz, »aber das größte Problem ist das Wasser.« Im dauertrockenen, wasserarmen Andalusien ist Regen ein Glücksfall, jedenfalls für die Doñana, das 50 000 Hektar große, streng geschützte Areal zwischen der Küste und dem Guadalquivir, dem längsten Fluss Andalusiens. "

Leseprobe zu "Ende der Märchenstunde" von Kathrin Hartmann

PDF anzeigen

Andere Kunden interessierten sich auch für

2 Marktplatz-Angebote für "Ende der Märchenstunde" ab EUR 8,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 8,00 2,10 Banküberweisung HHSandy 100,0% ansehen
wie neu 10,00 2,50 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Andrea_Sarti 100,0% ansehen

Mehr von

Mehr zum Thema