Du sollst nicht lügen! - Schmieder, Jürgen

Jürgen Schmieder 

Du sollst nicht lügen!

Von einem, der auszog, ehrlich zu sein

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Produktbeschreibung zu Du sollst nicht lügen!

"Dieses Buch liest sich, als hätte man Woody Allen an einen Lügendetektor angeschlossen." -- Albert Ostermaier

"Lesenswert, ehrlich!" -- WDR2 am Sonntag

"Ein witziger, unterhaltsamer Selbstversuch." -- Mens Health

Origineller Erfahrungsbericht über einen einzigartigen Selbstversuch, 40 Tage lang die Wahrheit zu sagen Lügen haben kurze Beine. Wenn dieser Kindheitsspruch stimmen würde, liefen wir auf Stummelbeinen durch die Welt. Denn wir lügen, sagt die Wissenschaft, bis zu 200-mal - am Tag. Aus Höflichkeit, aus Diplomatie oder weil es einfacher ist. Jürgen Schmieder sagt in einem Selbstversuch vierzig Tage lang nichts als die Wahrheit. Das Ergebnis: blaue Flecken, Nächte auf der Couch, diverse Beleidigungen, ein verlorener Freund. Manchmal fühlt er sich befreit und mutig, manchmal deprimiert und verunsichert. Privat ("Findest du meinen Hintern fett?") und beruflich ("Mach doch deinen Scheiß alleine!") gerät er in ungemütliche, aber auch witzig-erhellende Situationen.Ein amüsant-nachdenkliches Buch über das - kein bisschen eindeutige - Verhältnis von Wahrheit und Lüge.

Produktinformation

  • Abmessung: 207mm x 132mm x 26mm
  • Gewicht: 412g
  • ISBN-13: 9783570100448
  • ISBN-10: 3570100448
  • Best.Nr.: 27946618
"Dieses Buch liest sich, als hätte man Woody Allen an einen Lügendetektor angeschlossen." Albert Ostermaier

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.04.2010

Risiko Wahrheit
Von SZ-Autoren: Jürgen Schmieder versucht, konsequent ehrlich zu sein
Immanuel Kant wählte den drastischen Weg: Der Philosoph hielt Ehrlichkeit für die wichtigste aller Tugenden und behauptete gar, er würde seinen besten Freund lieber an dessen Mörder ausliefern, als sich einer Notlüge zu bedienen. Friedrich Nietzsche dagegen stellte fest, dass Betrug und Flunkereien die Evolution vorantreiben würden und somit das Schmiermittel der Gesellschaft seien. Kann ein Mensch in einer Welt, die Lügen nicht nur toleriert, sondern in den meisten Fällen auch noch belohnt, überhaupt überleben, wenn er nur noch die Wahrheit und nichts als die Wahrheit sagt? Verträgt eine Gesellschaft, in der täglich vertuscht, geheuchelt und betrogen wird, überhaupt noch die Wahrheit?
Jürgen Schmieder, Sport-Redakteur bei sueddeutsche.de, hat vierzig Tage lang versucht, konsequent ehrlich zu sein: im Ehebett, bei der Steuererklärung, im Büro. Dabei riskiert der Autor zwar Freunde, Geld und die Gesundheit – gewinnt am Ende jedoch die Erkenntnis, dass die Welt eine bessere wäre, wenn die Menschen ehrlicher miteinander umgehen würden. Herausgekommen ist ein …

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"Ein witziger, unterhaltsamer Selbstversuch."

"Ein witziger, unterhaltsamer Selbstversuch."
Jürgen Schmieder, Jahrgang 1979, ist Redakteur für sueddeutsche.de sowie Reporter und Autor für die Süddeutsche Zeitung. Er schreibt regelmäßig über Sport.

Leseprobe zu "Du sollst nicht lügen!" von Jürgen Schmieder

"Soll ich sie eine beschissene Schlampe nennen? Oder eine verdammte Schnepfe? Oder reicht blöde Kuh? Ich weiß es nicht.
Es ist mein erstes Mal - und ich will beim ersten Mal keinen Fehler machen. Niemand will beim ersten Mal einen Fehler machen, obwohl jedes erste Mal im Nachhinein betrachtet eines der unwichtigsten Ereignisse im Leben eines Menschen ist, aber das weiß man ja vorher nicht, weshalb ein erstes Mal mindestens so geplant sein muss wie der Start einer Rakete oder das Weihnachtsessen bei meinen Eltern.
Sie müssen überlegt sein, diese Worte, die ich gleich aussprechen werde, sie müssen ins Schwarze treffen, einen Fehlschuss darf ich mir nicht erlauben - und diese drei erwähnten Beleidigungen kommen mir als Erstes in den Sinn. Meine Kinderstube taugt zwar nicht als Vorbild für ein Kinderbenimmbuch, verbietet mir aber dennoch den übermäßigen Gebrauch von Schimpfwörtern und Beleidigungen. Meine Eltern haben mir in den wenigen Momenten, in denen ich ihnen erlaubt habe, mich tatsächlich zu erziehen, beigebracht, von den etwa 300 Schimpfwörtern, die mir täglich durch den Kopf gehen, höchstens 15 auszusprechen, und davon höchstens fünf für andere Menschen hörbar.
Meine Erziehung ist mir jetzt allerdings egal, denn es geht um höhere Ziele.
Es ist Aschermittwoch. In der Empfangshalle des Münchner Bahnhofs riecht es nach verschüttetem Alkohol, halb und rückwärts verdauten Cheeseburgern. Der Boden ist klebrig, jeder Schritt hört sich an, als würde man einen Klettverschluss öffnen. Ich muss daran denken, wann der Boden wohl das letzte Mal gewischt wurde und wie viele Keime bei jedem Schritt am Schuh kleben bleiben und so in meine Wohnung gelangen und dort eine lustige Kommune starten, weil ich zu faul bin, die Zimmer zu putzen. Überall liegen Luftschlangen und Bierflaschen und Cheeseburger-Papier. Hin und wieder rülpst einer. Ich frage mich immer, warum Menschen in Großstädten einfach alles auf den Boden werfen. Sie schnippen Zigaretten auf die Straße, sie lassen benutzte Papiertüten einfach fallen, und aus ihren CO2-reduzierten Autos werfen sie so ziemlich alles, was durch das halb geöffnete Fenster passt - was ziemlich viel sein kann, wenn man gut genug knüllen kann. Vielleicht glauben die Menschen in Metropolen, dass es schon irgendjemand wegräumen wird, wenn schon so viele Leute da sind. Da, wo ich herkomme, in einem kleinen Städtchen zwei Stunden nördlich von München, liegt jedenfalls nicht so viel Müll auf der Straße. Vielleicht haben die Menschen dort nicht so viele Sachen zum Auf-die-Straße-Werfen, oder es gibt einen anderen Grund dafür.
Ich bin an diesem Morgen in der U-Bahn neun verkleideten Personen begegnet, von denen mindestens sieben stolz auf einen Fahr- und Gehuntüchtigkeit bewirkenden Promillegehalt sein konnten. Drei hielten sich aneinander fest und veranstalteten ein menschliches Extrem-Jenga. Bei jedem Halt stieß es einen der drei auf, als würde man einem Säugling auf den Rücken klopfen. Die anderen beiden fanden das lustig und applaudierten. Zwei der Betrunkenen knutschten wild miteinander. Ich habe grundsätzlich nichts gegen betrunkene Menschen, die sich einander festhalten und miteinander knutschen, aber an diesem Morgen muss ich meinem Gehirn doch 30 Sekunden Zeit geben, um wieder mit den Augen auf einer Wellenlänge zu sein. Ich meine, auf so etwas ist der verheiratete Endzwanziger nicht vorbereitet an einem Aschermittwoch.
Nun stehe ich in der Schlange vor dem Ticketschalter, für dessen Dienste die Deutsche Bahn tatsächlich einmal 2,50 Euro Schalter-Service-Gebühr verlangen wollte, um die Kunden dazu zu zwingen, beim Fahrkartenkauf lieber mit einer Maschine als mit einem anderen Menschen zu kommunizieren - und dann sämtliche Schalterangestellte entlassen zu können, weil so ein Automat natürlich weniger kostet als ein Mensch. ..."

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Kundenbewertungen zu "Du sollst nicht lügen!" von "Jürgen Schmieder"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4.7 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** ausgezeichnet
(aus 3 Bewertungen)

Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 17.08.2011 ***** ausgezeichnet
Kurzbeschreibung:

Ehrlich währt am längsten - von wegen! Laut Wissenschaft lügt ein Mensch täglich bis zu 200-mal. Mit Ausnahme von Jürgen Schmieder. Im Selbstversuch hat er seinen Mitmenschen vierzig Tage lang konsequent die Wahrheit gesagt. Mit durchschlagendem Erfolg: blaue Flecken, Nächte auf der Couch, diverse Beleidigungen, ein verlorener Freund. Manchmal fühlt er sich befreit und mutig, manchmal deprimiert und verunsichert. Privat ("Findest du meinen Hintern fett?") und beruflich ("Mach doch deinen Scheiß alleine!") gerät er in ungemütliche, aber auch witzige und überaus erhellende Situationen.

Ich habe Jürgen Schmieder in einer Talkshow gesehen (ist schon etwas länger her), wo er über dieses Projekt gesprochen hat und fand es sehr interressant.Nun habe ich endlich das Buch erworben und gelesen. Es ist faszinierend.
Es ist in 22 Kapitel unterteilt und manchmal brauchte ich nach einem Kapitel eine Pause, um darüber nachzudenken.
Allein die Frage was ist eine Lüge lässt sich nur subjektiv beantworten. Das Buch regt auf jeden Fall dazu an, darüber nachzudenken wie oft man nicht ehrlich ist. (Angefangen mit dem Gruß "Guten Morgne" gegenüber einem Menschen, dem man ehlricherweise eher einen "schrecklichen Morgen" wünschen möchte) Es ist stellenweise sehr witzig geschrieben, lässt sich super lesen und ich persönlich, werde sicherlich noch manchmal das eine oder andere nachschlagen.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von TheSilencer aus Berlin-Tempelhof am 28.07.2011 ***** sehr gut
"Schatz, habe ich zugenommen?"
Jede Wette, daß bei dieser Frage der lieben Holden 50 % der Kerle lügen? Aber auch nur 50 %, weil die bessere Hälfte der anderen tatsächlich nicht zugenommen hat.
Ein "Jau, Schatz, mindestens 10 Kilo seit wir uns kennengelernt haben und diese Hose da, die erinnert mich an ein Zeppelin" versaut einem irgendwie die Stimmung. Deswegen lernt man mit den Jahren ein charmanter Partner zu sein.

Jürgen Schmieder allerdings will's wissen: weil man mal wieder eine dufte Idee in seiner Redaktion sucht, schlägt er seinen Selbstversuch vor. 40 Tage lang nicht lügen.

Von Kollegen zunächst gelangweilt belächelt, recherchiert er, daß man nachgewiesen durchschnittlich 200 Mal am Tag lügt.
Was mit dem gewünschten, aber nicht gemeinten "Guten Morgen" beginnt und bei anerzogenen Verhaltensmustern endet, hinterläßt durch die Planierraupe "Ehrlichkeit" ein Schlachtfeld.

Schmieder dabei voyeuristisch und schadenfroh zuzuschauen ist die eine Freude, seine Gedanken um gänzlich alltägliche Sachen die andere.

Ich habe das Buch mit einem Dauergrienen gelesen.
Ehrlicher bin ich dadurch nicht geworden, aber ich hatte meinen Spaß.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von BigM aus Halle am 23.01.2011 ***** ausgezeichnet
Es ist Fastenzeit und der Journalist Jürgen Schmieder stellt sich die Frage, worauf er denn diesmal in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern verzichten soll. Da ihm der Verzicht auf Alkohol, Fleisch und Süßigkeiten in der Vergangenheit sehr schwer gefallen ist, versucht er es mit dem Lügen. Er will vierzig Tage lang immer ehrlich sein. zu der "blöden Schnepfe" am Ticketschalter bei der Bahn kann man noch recht leicht ehrlich sein, doch wie ist das bei seinen Freunden oder beim Pokern?
Ein unheimlich witziges Protokoll eines Selbstversuches ist dies, ein durchaus philosophisches, manchmal sogar spannendes und auf jeden Fall ungewöhnliches Buch ist es. Man merkt deutlich, dass es von einem Menschen geschrieben ist, der oft Texte schreibt, denn der Schreibstil ist flüssig, eloquent und sehr leicht und angenehm zu lesen. Mir hat das Buch gefallen, weil man gleichzeitig Spaß am Lesen haben kann, und trotzdem über das recht tiefgründige Thema der Wahrheit nachdenken kann.
Empfehlen würde ich es allen Menschen aus allen Altersklassen, schließlich hat jeder schon einmal gelogen und weiß etwas mit dem Thema anzufangen.

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