Die Machtfrage - Steingart, Gabor

Gabor Steingart 

Die Machtfrage

Ansichten eines Nichtwählers

Broschiertes Buch
 
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Die Machtfrage

Die deutsche Demokratie wirkt matt und müde. Die Parteien als Träger politischer Macht sind überfordert. Was tun? Einer der wichtigsten politischen Journalisten des Landes bleibt nicht bei der Analyse stehen: Sein Buch liefert überraschende Innensichten der Macht und eine ebenso überraschende (Wahl-)Empfehlung. Steingart will Mut machen. Er wirbt für eine Erneuerung der Demokratie.

Pünktlich zum 60. Geburtstag der Republik widmet sich Steingart in "Die Machtfrage" dem demokratischen System in Deutschland. Mit kühler Präzision beschreibt er die Kanzlerkandidaten und den Niedergang der Volksparteien. Sein alarmierender Befund: Die Demokratie ist erstarrt. Die Parteien sind nicht mehr repräsentativ für das Volk, das sie führen. Sie fremdeln mit der Lebenswirklichkeit, ihre Gestaltungskraft ist geschrumpft, ihr Machtwille allerdings ungebrochen. Deutschland habe sich in eine "Demokratie von oben" verwandelt, in der zunehmend "Politik ohne Volk" betrieben werde.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 214 S.
  • Seitenzahl: 214
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 126mm x 19mm
  • Gewicht: 288g
  • ISBN-13: 9783492051514
  • ISBN-10: 3492051510
  • Best.Nr.: 25576610
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.04.2009

Zorn und Form
Nichtwählen kann keine ernsthafte Empfehlung sein
Gabor Steingart, derzeit Spiegel- Korrespondent in Washington, ist enttäuscht von den Parteien und den Politikern in Deutschland. Die Wähler wendeten sich von ihnen ab, weil die sich vom Volk entfernt hätten. Ändern, so glaubt er, könne man nur etwas durch Wahlenthaltung. Steingart geht mit den oft unglücklich und glücklos agierenden politischen Protagonisten hart ins Gericht. Ob Kanzlerin, Herausforderer oder Minister: Abwiegler, Angeber sie alle. Abweichler nur in Nuancen oder in kleinen Kreisen, zu denen der Autor selbstverständlich Zugang pflegt. Das mag seine Verzweiflung nähren, die Analyse schärfen diese Schilderungen nicht.
Steingart blickt auf persönliche Erfahrungen zurück: seine Schwärmerei für Willy Brandt, seinen Respekt vor Helmut Schmidt. Für die Gegenwart hat er nur Enttäuschung parat. Er beklagt den Rückgang demokratischer Leidenschaft zugunsten der Mitläufer und der Zornigen. Gerne wüsste man mehr über die Zornigen, etwa die unter den US-Bürgern. Ihnen ist der Präsident Barack Obama zu verdanken, eine Ausnahmepersönlichkeit zweifellos. Wie er agiert …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Gabor Steingarts Aufforderung zum Nichtwählen taugt für die verärgerte Rezensentin Monika Künzel nicht einmal als intellektuelle Provokation. Für sie ist Wahlenthaltung kein Ausdruck wohldurchdachten Protestes, sondern einfach nur von "Resignation und Desinteresse" - und für jemanden wie den Autor, dem als Spiegel-Korrespondenten die Kommentarspalten der führenden Medien offen stehen auch eher ein kleiner Verzicht. Aber auch mit Steingarts Analyse der politischen Klasse hierzulande ist sie nicht einverstanden. Das Bild, das Steingart vom politischen Führungspersonal in Deutschland zeichnet, findet sie genauso unscharf wie das von Barack Obama, der angeblich hiesige Politiker beschämen müsste. Bleibt der Rezensentin noch festzuhalten, dass die Wahlbeteiligung bisher auch ohne dezidierte Aufforderungen stetig gesunken ist.

© Perlentaucher Medien GmbH
Gabor Steingart, geb. 1962, studierte Volkswirtschaft und Politikwissenschaft in Marburg und Berlin und absolvierte die Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalismus. Seit 1990 arbeitet er beim Spiegel und übernahm 2001 die Leitung des Hauptstadtbüros in Berlin. Im Juli 2007 wechselt er als Autor und Korrespondent in das Büro in Washington. Sein Bestseller »Deutschland. Der Abstieg eines Superstars« entfachte eine leidenschaftliche Diskussion um die deutsche Dauerkrise und ihre Ursachen. Angeregt durch Steingarts Analyse entstanden die große ZDF-Dokumentation 'Der Fall Deutschland' und das Buch 'Der Fall Deutschland. Abstieg eines Superstars' (Stefan Aust, Claus Richter, Gabor Steingart unter Mitarbeit von Matthias Ziemann). 2004 wurde Steingart zum Wirtschaftsjournalisten des Jahres gewählt, 2007 erhielt er den Helmut-Schmidt-Journalistenpreis.

Kundenbewertungen zu "Die Machtfrage" von "Gabor Steingart"

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Bewertung von umamibuecher aus Frankfurt am 12.07.2009 ***** ausgezeichnet
Wenn der nächste Bundestag am 27. September 2009 gewählt sein wird, werden Politiker, Moderatoren und Journalisten viel von der Wahlbeteiligung reden. Dann wird das Wetter bemüht oder das Desinteresse des Bürgers bedauert, um die wahrscheinlich wieder gesunkene Beteiligung zu erklären.

„Nichts kapiert“ werden dann die Bürger denken, die eine politische Entscheidung getroffen haben, die den Partei-Demokraten von SPD und CDU nicht gefällt: Der Nichtwähler verweigert ihnen die Regierungs-Legitimation. Gabor Steingart, der Autor von „Die Machtfrage – Ansichten eines Nichtwählers“ hat mit seiner Aufforderung an die Wahlberechtigten, keine Blanko-Schecks mehr zu unterschreiben, den Nerv getroffen.

Mehr zu diesem Buch unter: http://umamibuecher.wordpress.com/

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