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Niels Werber 

Die Geopolitik der Literatur

Die Geopolitik der Literatur - Werber, Niels

Eine Vermessung der medialen Weltraumordnung

  • Einband: Gebunden
  • Gebundenes Buch 
 
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Produktinformation
  • Verlag: Hanser
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 333 S.
  • Seitenzahl: 333
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 555g
  • ISBN-13: 9783446209473
  • ISBN-10: 3446209476
  • Best.Nr.: 22793421

Produktbeschreibung zu "Die Geopolitik der Literatur"

Kurzbeschreibung

Zu allen Zeiten haben die Literatur und andere Medien Landkarten realer und imaginärer Weltgegenden entworfen. Ob in Heinrich von Kleists Hermannsschlacht, Herman Melvilles Moby-Dick oder J.R.R. Tolkiens Herr der Ringe: Der Leser findet sich mittels künstlicher Kartographien in der Welt der Fiktionen zurecht. Es sind Bilder von guten und bösen, zivilisierten und barbarischen Weltteilen, die sich in die Köpfe der Leser einprägen, ihren Blick auf die Wirklichkeit verändern und zu Weltanschauungen, Ideologien und politischen Programmen verdichten. Daher liegt es nicht allein im literaturwissenschaftlichem Interesse, diese imäginären Territorien zu vermessen.

07.12.2007

Auf die Bücherbrücke! Land in Sicht!

Niels Werber sucht nach den Grundlagen der von den Kulturwissenschaften längst für obsolet erklärten und doch im Geheimen ungebrochen fortwirkenden Geopolitik. Fündig wird er in der Literatur.

Der Bochumer Literaturwissenschaftler Niels Werber gehört zu den anregendsten, belesensten und stilsichersten Vertretern seiner Profession. Mit seiner neuesten Monographie, in der er sich von seiner systemtheoretischen Sozialisation frei macht, beweist er diesen Ruf einmal mehr. Allerdings sind es weniger die virtuos verschränkten theoretischen Großkonzepte - alles, was in den Kulturwissenschaften der letzten Jahre en vogue war -, sondern vielmehr seine genauen und zugleich kreativen Lektüren literarischer (und filmischer) Werke, die dem Buch ihren Reiz verleihen.

So vielschichtig und verwinkelt Werbers Argumentation im Detail ist, fußt die Abhandlung doch auf einer basalen Dichotomie. Werbers Zentralbefund lautet: Land unter in den Kulturwissenschaften. Wirklich überwunden worden sei die zur Zeit des Ersten Weltkriegs im Rückgriff auf die Überlegungen Friedrich Ratzels entwickelte Sammeldisziplin Geopolitik …

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21.12.2007

Entfesselte Freibeuter, neue Ängste
Netz oder Raum oder beides? Niels Werber macht die Literaturwissenschaft für geopolitische Fragen fruchtbar
Wie verhält es sich nun mit der Neuen Weltordnung? Wird sie eine räumliche sein oder nicht? Stehen die Kulturen und Mächte der Welt auf ihren über Jahrhunderte gewachsenen tektonischen Platten gegeneinander und bedrängen sich, oder haben die mit Lichtgeschwindigkeit operierenden, allgegenwärtigen neuen Medien den Erdball endgültig zum ausdehnungslosen Punkt schrumpfen lassen? Sehen wir dank steigender Vernetzung im hierarchielosen Rhizom dem dauernden Frieden zwischen gleichberechtigten Teilhabern entgegen, oder schafft die neue Technik neue Exklusionen und erweist sich die gesteigerte Nähe als quetschende Enge, die den schlimmsten aller Konflikte auslöst, den Krieg von Nachbarn, die keine Chance haben, einander aus dem Weg zu gehen?
Offenbar beides zugleich; das World Wide Web, das keine Grenzen kennt, expandiert ungefähr im selben Rhythmus wie die allerorten ins Kraut schießenden Grenzzäune. Die mit den modernsten Techniken operierende Globalmacht USA bekommt unter Aufbietung aller Kräfte ein …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

10.10.2007

"Unterm Strich hält Christian Jäger dieses Buch für "lesbar und lesenswert", in dem Niesl Werber dem Anspruch und Zugriff von Macht auf Raum nachgeht, wie er sich auch in der Literatur manifestiert. Überzeugend findet er, wie Werber die Diskurse über "Raum, Krieg und die Geschichte der Medien" darstellt, und attestiert dem Autor analytische wie stilistische Qualität. Nur mit der Gewichtung der historischen Vorläufer der Debatte ist Jäger nicht ganz einverstanden. Hier hätte er sich "weniger Carl Schmitt, mehr Komplexität und Genauigkeit" gewünscht. Doch der Rezensent gesteht Werber auch gleich im nächsten Satz zu, dass es dem Lesevergnügen nicht gut getan hätte, wenn der Autor, wie es für eine größere analytische Präzision vonnöten gewesen wäre, die "begriffliche Systematik von Deleuze/ Guatarri rekonstruiert" hätte.

© Perlentaucher Medien GmbH"

Rezensionen und Kritik

"Der Bochumer Literaturwissenschaftler Niels Werber gehört zu den anregendsten, belesensten und stilsichersten Vertretern seiner Profession. (...) [Es sind] seine genauen und zugleich kreativen Lektüren literarischer (und filmischer) Werke, die dem Buch ihren Reiz verleihen." Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2008 "Überzeugend zeigt Werber die lange Dauer der Diskurse über Raum, Krieg und die Geschichte der Medien. Eine historische Tiefendimension erscheint und zeigt das räumlich Reale eines politischen Diskurses auf, der sich ansonsten häufig um abstrakte Vokabeln wie Demokratie und Menschenrechte dreht." Christian Jäger, Die Tageszeitung, 09.10.07 "Der Zusammenhang von Raum und Medien prägt das Denken der Gegenwart ganz erheblich. Das lässt sich, behauptet der Literatur- und Medienwissenschaftler Niels Werber, nicht zuletzt an den Erzeugnissen der Populärkultur ablesen. Das Wissen, das diese Texte und Filme transportieren, will er bergen, um eine Geopolitik der Literatur zu beschreiben, die ihren Ausgang im 19. Jahrhundert nimmt." Nicole Henneberg, Der Tagesspiegel, 16.09.07 "Dabei liest Werber Tolkien aus einem geo- und biopolitischen Blickwinkel. (...) Eine …

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