Der Schwarze Schwan, Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse - Taleb, Nassim N.
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Nassim N. Taleb 

Der Schwarze Schwan, Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse

Ausgezeichnet mit dem Wirtschaftsbuchpreis Financial Times Deutschland getAbstract 2007

Übersetzer: Proß-Gill, Ingrid
Gebundenes Buch
 
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***** ausgezeichnet
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Produktbeschreibung zu Der Schwarze Schwan, Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse

Alle Schwäne sind weiß - davon waren die Europäer bis ins 17. Jahrhundert überzeugt. Dann wurde Australien entdeckt. Dort gibt es schwarze Schwäne - was keiner für möglich gehalten hatte, war auf einmal Realität. In seinem Bestseller zeigt Nassim Taleb: Extrem unwahrscheinliche Ereignisse - "Schwarze Schwäne" - gibt es viel häufiger, als wir denken. Und wir unterschätzen systematisch ihre gewaltigen Folgen. Der erstaunliche Erfolg von Google ist ein Schwarzer Schwan, die Terrorattacken vom 11. September 2001 und globale Finanzkrisen ebenso, aber auch der Siegeszug des Internets: Wer hätte damit allen Ernstes vorher gerechnet? Das Problem ist: Wir denken in schlüssigen Geschichten, verknüpfen Fakten zu einem stimmigen Bild, nehmen die Vergangenheit als Modell für die Zukunft. So schaffen wir uns eine Welt, in der wir uns zurechtfinden. Aber die Wirklichkeit ist anders: chaotisch, überraschend, unberechenbar. Die Folge: Börsengurus, die mit ihren Prognosen krass danebenliegen, und Risikomanager von Banken und Versicherungen, die hilflos mit den Achseln zucken, wenn wirklich etwas Unvorhergesehenes passiert. Wer weiß, dass es Schwarze Schwäne gibt, vertraut keinem Experten mehr. Nassim Taleb gilt als "Hauptdissident der Wall Street". Seine brillante Analyse öffnet die Augen für das, was eigentlich nie passieren dürfte - und was doch ständig geschieht.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser Wirtschaft
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. XIV, 441 S.
  • Seitenzahl: 456
  • Best.Nr. des Verlages: 556, 556/41568
  • Deutsch
  • Abmessung: 236mm x 163mm x 37mm
  • Gewicht: 822g
  • ISBN-13: 9783446415683
  • ISBN-10: 3446415688
  • Best.Nr.: 23836831
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.12.2008

Umgang mit Unerwartetem
Hin und wieder kreuzt ein Schwarzer Schwan die Straße

Ist "Der Schwarze Schwan" ein Wirtschaftsbuch? Nicht zwingend. Sollten ökonomisch Interessierte den amerikanischen Bestseller dennoch lesen? Durchaus. Denn das Buch des früheren Börsenhändlers Nassim Taleb widmet sich einer philosophischen Frage, die auf geschichtliche und politische Prozesse genauso angewandt werden kann wie auf wirtschaftliche. Wie können wir damit umgehen, dass wir bestimmte Ereignisse besonderer Schwere nicht vorhersehen können? Solche Ereignisse bezeichnet der Autor als Schwarze Schwäne. Sie haben die Eigenschaft, unvorhergesehen zu geschehen und schwere Auswirkungen für viele Menschen zu haben. Und obwohl es misslungen ist, ihr Eintreten vorherzusagen, bemüht man sich im Nachhinein darum, ihre Entstehung zu erklären. Doch die nachträglichen Erklärungen führen nicht dazu, dass man künftig besser auf Schwarze Schwäne vorbereitet ist, weil die gesammelten Fakten sich erst nachträglich zu einem schlüssigen Bild zusammenfügen.

Schwarze Schwäne tauchen in einer gewissen Regelmäßigkeit auf. Taleb zählt dazu den Ausbruch des Ersten …

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Kann ein nüchterner Trader unterhaltsam schreiben? Ja, wenn er Nassim Taleb heißt. Der „Hauptdissident der Wall Street“ (The New Yorker) und „heißeste Denker auf dem Planeten“ (Sunday Times) beschäftigt sich in seinem Buch mit schwarzen Schwänen. Um Vogelkunde geht es ihm nicht, aber die Metapher ist gut gewählt: Sie steht für unkalkulierbare, unerwartete Ereignisse, die weit reichende Folgen haben, etwa die Erfindung des Internets oder die Terroranschläge auf das World Trade Center. Taleb dekonstruiert auf rund 450 Seiten alle Methoden der Zukunftsforschung. Seine These: Extrem unwahrscheinliche Ereignisse können und wollen wir nicht voraussehen, sondern versuchen sie mit allen möglichen Tricks zu verschleiern, zu verdrängen oder nachträglich schönzureden. Das ist besonders gefährlich, wenn es um viel Geld geht. Investment-Banker, Börsengurus, Fondsmanager und Nobelpreisträger? Scharlatane, sagt Taleb. Seine Leser hingegen hält er für klug – so klug, dass er sich selten die Mühe macht, seine Fachvokabeln kurz einzuführen. Das ist der Wermutstropfen in diesem ansonsten ebenso süffigen wie klugen Buch. getAbstract empfiehlt es allen, die wissen wollen, was wir nicht wissen können – und warum es sich lohnt, genau darüber nachzudenken.
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»Es ist das Buch zur Finanzkrise.« WirtschaftsWoche 22.09.2008
Nassim Nicholas Taleb ist Gründer und Inhaber der Trading-Firma Empirica Capital LLC. Er ist Doktor der Philosophie, Professor für Mathematik an der New York University.

Leseprobe zu "Der Schwarze Schwan, Die Macht höchst..."

"TEIL 2

Wir können einfach keine Vorhersagen machen
(S. 171-172)

Wenn ich Leute frage, welche drei neueren Technologien sich heute am stärksten auf unsere Welt auswirken, nennen sie gewöhnlich den Computer, das Internet und den Laser. Alle drei waren ungeplant und unerwartet und wurden nach ihrer Entdeckung zunächst nicht gewürdigt. Sie hatten große Konsequenzen. Sie waren Schwarze Schwäne. Natürlich bekommen wir im Nachhinein leicht den Eindruck, dass sie Bestandteile eines Masterplans waren. Jeder von uns kann Listen mit ähnlichen Ergebnissen anlegen, bei politischen Ereignissen, Kriegen oder intellektuellen Epidemien.

Man würde erwarten, dass wir bei Vorhersagen ganz schlecht abschneiden: Die Welt ist viel, viel komplizierter, als wir denken, an sich ist das gar kein Problem, nur dann, wenn die meisten von uns das nicht wissen. Beim Blick in die Zukunft neigen wir dazu, zu „tunneln"", wir machen sie zu einer ganz gewöhnlichen Sache, ohne Schwarze Schwäne, obwohl an der Zukunft überhaupt nichts Gewöhnliches ist. Sie ist keine platonische Kategorie!

Wir haben gesehen, wie gut wir dabei sind, rückwärts zu erzählen, Geschichten zu erfinden, die uns zu der Überzeugung bringen, dass wir die Vergangenheit verstehen. Für viele Menschen hat das Wissen die bemerkenswerte Eigenschaft, Zuversicht zu produzieren, statt einer messbaren Befähigung. Ein weiteres Problem ist die Fokussierung auf das (belanglose) Reguläre, die Platonisierung, durch die die Vorhersagen innerhalb des Rahmens des Üblichen liegen.

Ich finde es skandalös, dass wir trotz unserer schlechten Ergebnisse weiter Prognosen machen, als wären wir dabei gut, und dazu Mittel und Methoden benutzen, die seltene Ereignisse ausschließen. Vorhersagen sind in unserer Welt fest institutionalisiert. Wir sind denen ausgeliefert, die uns helfen, durch die Ungewissheit zu navigieren, ob es sich nun um Wahrsage- rinnen handelt, um die „gut publizierten"" (langweiligen) Akademiker oder um Beamte im öffentlichen Dienst, die mit den falschen mathematischen Methoden arbeiten.

Von Yogi Berra zu Henri Poincaré

Der große Baseballcoach Yogi Berra sagt immer: „Es ist schwierig, Vorhersagen zu machen – vor allem über die Zukunft."" Obwohl Berra trotz seiner Klugheit und seiner intellektuellen Fähigkeiten nicht die Schriften produziert hat, die es ihm ermöglichen würden, als Philosoph betrachtet zu werden, kann er für sich beanspruchen, einiges über den Zufall zu wissen. Er war ein Praktiker der Ungewissheit und erlebte als Spieler und als Coach regelmäßig zufällige Ergebnisse, deren Folgen er bis tief in seine Knochen spürte.

Yogi Berra ist nicht der Einzige, der darüber nachgedacht hat, wie stark die Zukunft außerhalb unserer Fähigkeiten liegt. Viele nicht so bekannte, nicht so prägnante, aber ebenso kompetente Denker haben sich auch mit unseren inhärenten Beschränkungen in dieser Hinsicht befasst, von den Philosophen Jacques Hadamard und Henri Poincaré (die üblicherweise als Mathematiker bezeichnet werden) über den Philosophen Friedrich von Hayek (der leider gewöhnlich als Ökonom beschrieben wird) bis zu dem Philosophen Karl Popper (der gemeinhin als Philosoph bekannt ist). Das können wir ruhig die Berra-Hadamard-Poincaré-Hayek-Popper-Vermutung nennen, sie setzt dem Bemühen, Vorhersagen zu machen, strukturelle, eingebaute Grenzen. Berra sagte später: „Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war!"""

Inhaltsangabe

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Kundenbewertungen zu "Der Schwarze Schwan, Die Macht höchst..."

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von Stella aus Klagenfurt am 29.07.2009 ***** ausgezeichnet
Der Autor hat die literarische Gattung des Essay gewählt und in höchst kreativer Form autobiografische Inhalte mit erfundenen Personen, Orten und Handlungen und einem enormen Fach- und Erfahrungswissen zu einer gut lesbaren Geschichte verknüpft. Im Anhang finden sich ein hilfreiches Glossar, ergänzende Angaben zu jedem Kapitel und eine exakte Bibliografie der zitierten Werke.
Der Titel des Buches steht als Metapher für extrem unwahrscheinliche Ereignisse. Bis zur Besiedelung Australiens durch die Engländer, war jeder Europäer davon überzeugt, dass es nur weiße Schwäne gäbe und mit jeder weiteren Beobachtung wurde diese Annahme bestätigt (Induktion). Die Entdeckung des ersten schwarzen Schwans zerstörte tausendjähriges Wissen an einem Tag. Höchst unwahrscheinliche Ereignisse, die enorme Auswirkungen haben treten ständig auf, werden aber nicht ins Kalkül gezogen. Auch Kriege zählen dazu. Sie brechen völlig unerwartet aus und dauern immer länger als erwartet, meint der Autor. Eine Erklärung kann nur im Nachhinein geliefert werden, niemmals im Voraus.
Durch Wahrscheinlichkeitsberechungen und einfache Denkmodelle wollen wir die Zukunft vorhersagbar und kontrollierbar machen und reduzieren gleichzeitig Komplexität. Wir denken in linearen Zusammenhängen und haben Probleme mit exponentiellen Verläufen. Wir verzetteln uns im Präzisen und in Details.
Zum besseren Verständnis der Arten der Wahrscheinlichkeit kreiert Nassim Taleb zwei Welten: Mediokristan und Extremistan. Aber Näheres dazu finden sie im Buch.
Ich bewerte das Buch mit der Höchstzahl von 5 Sternen, weil es außerordentlich fesselnd, gut verständlich und anregend ist. Es ist eine Freude sich mit diesem Werk zu befassen. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der neue Denkweisen erlangen und festigen möchte. Die Ausführungen sind überzeugend und mit nachhaltiger Wirkung für den Alltag. Der Leser wird aufgefordert bei seinen Überlegungen auch den worst case und das Unmögliche zu berücksichtigen und einfache lineare Schlüsse und Normalverteilungen kritisch zu hinterfragen, denn die Welt ist zusehends komplexer geworden.

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