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Der Kick
Ein Lehrstück über Gewalt. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2008, Kategorie Sachbuch
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Dva
- 2007
- Ausstattung/Bilder: 2007. 285 S.
- Seitenzahl: 288
- Deutsch
- Abmessung: 202mm x 126mm x 28mm
- Gewicht: 361g
- ISBN-13: 9783421042132
- ISBN-10: 3421042136
- Best.Nr.: 20945408
Leseprobe zu "Der Kick"
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Produktbeschreibung zu "Der Kick"
Kurzbeschreibung
Deutsche Jugendliteraturpreis 2008, Kategorie Sachbuch
Das Opfer. Die Täter. Das Dorf. Unser Land.
Marinus Schöberl war 16 Jahre alt, als er von drei Kumpels
gefoltert und durch einen "Bordsteinkick" zu Tode
getreten wurde. Nachbarn hatten die Misshandlungen mit angesehen
und über Monate geschwiegen. Dieser grausame Mord und seine
furchtbaren Begleiterscheinungen rückten das uckermärkische Dorf
Potzlow in die Schlagzeilen der internationalen Presse. In den
Medien stand er sinnbildlich für rechtsradikale Gewalt und eine
verrohte Gesellschaft in den fünf neuen Bundesländern.
Der Regisseur und Psychologe Andres Veiel wollte sich mit
einfachen, raschen Antworten nicht begnügen. Viele Monate hat er in
Potzlow und Umgebung recherchiert, hat Interviews mit den Tätern
geführt, mit ihren Angehörigen und Bekannten gesprochen. Er
zeichnet ein komplexes Bild von weit zurückreichenden Traumata und
Gewalt, die bis heute unter einer dünnen Schicht von Bürgerlichkeit
und Zivilisation in unserem Land virulent sind.
"Mein Bruder fing dann an zu schreien: - Scheiße, wir haben
einen umgebracht. - Er sprach auch davon, dass wir ihn verbuddeln
müssen. Am Ausgang in Richtung Jauchegrube rechts stand ein
Schaufelblatt ohne Stiel." MARCEL SCHÖNFELD, WEGEN MORDES
VERURTEILT
"Bedrückt war er, aber wir wussten nicht, woran das liegt. Wir
sind zur Schule hin, haben gesagt, hier stimmt irgendwas nicht, und
die haben immer gesagt, es ist alles in Ordnung. Wir haben ihn
gefragt, was ist denn los? Er hat sich nicht geäußert, nie. Das war
wie 'ne Wand." JUTTA SCHÖNFELD, MUTTER DES TÄTERS
"Einmal Mörder, immer Mörder. Ich habe Hass, Wut und
Verachtung für diese Bestien. Die verdienen kein anderes Wort. Die
haben genau gewusst, was sie taten in ihrer Kaltblütigkeit."
BIRGIT SCHÖBERL , MUTTER DES OPFERS
- Eine beklemmende Fallstudie über eine entwurzelte Jugend,
Rechtsradikalismus, deutsche Traumata und Gewalttraditionen
- Das Buch geht in seiner Recherche und Analyse weit hinaus über
das erfolgreiche Theaterstück und den von der Presse gefeierten
Film
- Inszenierungen an Theatern u.a. in Berlin, Bochum, Dresden,
Hamburg, Köln, Leipzig, Moers, München und Oberhausen
"Dieses 'Lehrstück über Gewalt' könnte ein Klassiker
werden: als Geschichtsbuch über die Gegenwart ebenso wie als
Modellanalyse eines Gewaltverbrechens." Süddeutsche
Zeitung
"Ein kluges, nüchternes, auf beklemmende Weise hellsichtiges
Buch" Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Was, wenn es außerhalb dieser großartigen Aufarbeitung des
Deutschlandkomplexes keine richtigen Antworten gibt? Der Kick ist
wie ein Kreislaufkollaps, schwindelerregend und heilsam. Es muss
einem erst schwarz vor Augen werden, bevor man die Welt wieder
scharf sehen kann." Frankfurter Rundschau über den Film von
Andres Veil
Beschreibung
Der Regisseur und Psychologe Andres Veiel wollte sich mit einfachen, raschen Antworten nicht begnügen. Viele Monate hat er in Potzlow und Umgebung recherchiert, hat Interviews mit den Tätern geführt, mit ihren Angehörigen und Bekannten gesprochen. Er zeichnet ein komplexes Bild von weit zurückreichenden Traumata und Gewalt, die bis heute unter einer dünnen Schicht von Bürgerlichkeit und Zivilisation in unserem Land virulent sind.
"Mein Bruder fing dann an zu schreien: - Scheiße, wir haben einen umgebracht. - Er sprach auch davon, dass wir ihn verbuddeln müssen. Am Ausgang in Richtung Jauchegrube rechts stand ein Schaufelblatt ohne Stiel."
MARCEL SCHÖNFELD, WEGEN MORDES VERURTEILT
"Bedrückt war er, aber wir wussten nicht, woran das liegt. Wir sind zur Schule hin, haben gesagt, hier stimmt irgendwas nicht, und die haben immer gesagt, es ist alles in Ordnung. Wir haben ihn gefragt, was ist denn los? Er hat sich nicht geäußert, nie. Das war wie 'ne Wand."
JUTTA SCHÖNFELD, MUTTER DES TÄTERS
"Einmal Mörder, immer Mörder. Ich habe Hass, Wut und Verachtung für diese Bestien. Die verdienen kein anderes Wort. Die haben genau gewusst, was sie taten in ihrer Kaltblütigkeit."
BIRGIT SCHÖBERL , MUTTER DES OPFERS
• Eine beklemmende Fallstudie über eine entwurzelte Jugend, Rechtsradikalismus, deutsche Traumata und Gewalttraditionen
• Das Buch geht in seiner Recherche und Analyse weit hinaus über das erfolgreiche Theaterstück und den von der Presse gefeierten Film
• Inszenierungen an Theatern u.a. in Berlin, Bochum, Dresden, Hamburg, Köln, Leipzig, Moers, München und Oberhausen
Leseprobe zu "Der Kick" von Andres Veiel
In der Nacht zum 13. Juli 2002 wurde der sechzehnjährige Marinus
Schöberl von dem Brüderpaar Marco (dreiundzwanzig) und Marcel
Schönfeld (siebzehn) sowie ihrem Kumpel Sebastian Fink (siebzehn)
grausam misshandelt und schließlich von Marcel Schönfeld nach dem
Vorbild des Bordsteinkicks aus dem Film "American History
X" umgebracht. Obwohl es Zeugen und Mitwisser gab, blieb die
Tat monatelang unentdeckt.
Personen in der Reihenfolge ihres Auftretens
JUTTA SCHÖNFELD, Mutter von Marco und Marcel
BIRGIT SCHÖBERL, Mutter von Marinus
VERHÖRENDER
MARCEL SCHÖNFELD, jüngerer Bruder von Marco, einer der Täter
ACHIM FIEBRANZ, Dorfbewohner
STAATSANWALT
MATTHIAS MUCHOW, Freund von Marinus Schöberl
TORSTEN MUCHOW, Vater von Matthias
JÜRGEN SCHÖNFELD, Vater von Marco und Marcel
BÜRGERMEISTER von Potzlow
BÜRGERMEISTER der Gemeinde Oberuckersee
FRAU aus dem Dorf
PFARRER von Potzlow
GUTACHTER (psychiatrischer Sachverständiger)
ERZIEHERIN in der Bildungseinrichtung
AUSBILDER in der Bildungseinrichtung
HEIKO GÄBLER, Lehrling, …
Leseprobe zu "Der Kick" von Andres Veiel
26.03.2007
Die Sprache der Mörder
Lehrstück über Gewalt: Andres Veiels hervorragende
Recherche
Chronik eines angekündigten Todes: Vor fünf Jahren wurde in dem
ostdeutschen Dorf Potzlow der sechzehnjährige Marinus Schöberl
brutal ermordet. Hätte es, wie die Einwohner sagen, wirklich jeden
treffen können?
In einer Julinacht vor fast fünf Jahren wurde der sechzehnjährige
Marinus Schöberl in einem uckermärkischen Dorf nach stundenlangem
Martyrium brutal ermordet. Die Grausamkeit dieser Tat, verübt von
zwei Brüdern und ihrem Freund, und die Umstände - es gab viele
Zeugen, die bis heute schweigen - scheinen so ungeheuerlich, dass
sich Versuche, dies zu erklären, fast verbieten. Aber erzählen kann
man, ohne eine Lösung anbieten zu wollen, und zur Tat die anderen
Puzzleteile fügen, die ein Gesamtbild ergeben, das man zwar auch
nicht versteht, aber das zur singulären Untat einen Hintergrund
fügt.
Der Dokumentarfilmer und Sachbuchautor Andres Veiel ("Black
Box BRD") hat Potzlow zwei Jahre nach dem Mord aufgesucht, als
die Medienwelle, die dieser Fall bundesweit auslöste, wieder
verebbt war. Schlechte Bedingungen für einen, der es …
20.03.2007
Wer Schwäche zeigt, der fällt
Wie begreift man Gewaltverbrechen? Andres Veiels erschütternd lehrreiches Buch über den Mord an Marinus Schöberl Von Jens Bisky
Der siebzehnjährige Sebastian Fink galt als „Schisser”, nur in der Gruppe stark. Aber er hatte die Demütigung des Opfers entschlossen vorangetrieben, ihn am brutalsten attackiert, dem blonden Sechzehnjährigen Faustschläge versetzt, bis dieser mit dem Stuhl nach hinten kippte. Sebastian schleppte ihn vor die Tür, öffnete den Hosenstall und urinierte auf Marinus Schöberl, als wollte er jede Erinnerung daran auslöschen, dass vor ihm ein Mensch lag, ein Saufkumpan.
Den Mord wenig später vollzogen die Brüder, Marco und Marcel Schönfeld, mit denen gemeinsam er über Marinus hergefallen war. So kam er, als die Tat 2003 vor Gericht verhandelt wurde, mit einer Jugendstrafe von zwei Jahren davon, und da er fast ein Jahr in Untersuchungshaft gesessen hatte, entließ man ihn in die Freiheit. Seine Freundin, die Mutter seines Kindes, wollte nichts mehr von ihm wissen.
Einmal traf ihn deren Schwester, bei der das junge Paar einst wohnte, im Supermarkt in Templin. Wie es in kleinen …
26.03.2007
Für Regina Mönch ist das Buch so etwas wie das Lehrstück eines
Lehrstücks, ein "hervorragendes Sachbuch". So kann,
findet sie, so muss man über den eigentlich unsäglichen Mord von
Potzlow schreiben. Andres Veiels Gespräche mit Dorfbewohnern,
Angehörigen, Nachbarn und Freunden liefern ihr den trostlosen, von
"zivilisatorischen Defiziten" geprägten, "bis ins
Kriegsjahr 1944" ausgreifenden Hintergrund zur Tat, ein
"Sittenbild Potzlows", jedoch keine Lösungsvorschläge.
Dass der Autor dennoch auf Probleme wie die Gewaltverherrlichung in
Filmen hinweist, findet Mönch in Ordnung, sieht sie in Veiel doch
keinen Ankläger, sondern einen gewissenhaften und differenzierenden
Chronisten, der bereitstellt, "was der Leser braucht, um sich
ein Urteil bilden zu können".
© Perlentaucher Medien GmbH

Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
2002 ermordeten drei Jugendliche im brandenburgischen Potzlow einen Freund auf bestialische Weise, trotz Zeugen blieb die Tat monatelang unentdeckt. Andres Veiel, renommierter Dokumentarfilmer ("Die Spielwütigen") und studierter Psychologe nahm das Verbrechen zum Anlass für Recherchen im Umfeld von Tätern und Opfern, aus denen das Theaterstück, der Film und schließlich die Materialsammlung "Der Kick" entstanden. Der Band versammelt den - als traditionelles Dokumentartheater angelegten - Dramentext, Biografien der Beteiligten, eine Offenlegung der Recherche sowie eine psychologische Analyse. So weit, so unspektakulär. Veiel hatte sich zunächst im Auftrag des Berliner Gorki-Theaters mit dem Fall beschäftigt, und dort gab es die ersten Vorwürfe gegen den gebürtigen Stuttgarter: Man wollte sich nicht von jemandem über den Osten belehren lassen, der aus der wohlhabendsten Ecke der Republik kam. Und tatsächlich kann sich Veiel einer gewissen Klischeelastigkeit nicht erwehren, die brandenburgische Provinz ist in "Der Kick" nie mehr als ein Abgrund aus Alkoholismus, Armut und Rechtsextremismus. Und das wussten wir eigentlich auch schon vorher. (fis)
Rezensionen und Kritik
"Veiel fördert historische Tiefenschichten zutage und bettet die Singularität des Mordes in eine Dorfchronik der Verdrängungen ein." (Der Tagesspiegel)
Rezensionen und Kritik
"Was, wenn es außerhalb dieser großartigen Aufarbeitung des Deutschlandkomplexes keine richtigen Antworten gibt? Der Kick ist wie ein Kreislaufkollaps, schwindelerregend und heilsam. Es muss einem erst schwarz vor Augen werden, bevor man die Welt wieder scharf sehen kann."
Rezension
"Veiel fördert historische Tiefenschichten zutage und bettet
die Singularität des Mordes in eine Dorfchronik der Verdrängungen
ein." Der Tagesspiegel
"Erstaunlich, erschreckend, lesenswert." Hamburger
Abendblatt
"Andres Veiel versucht dennoch zu erklären, was auch nach so
vielen langen Gesprächen kaum zu erklären ist." Stuttgarter
Zeitung
"Andres Veiels Buch über den Mord von Potzlow ist eine
beeindruckende Archäologie der Gewalt." Berliner Zeitung
"Was, wenn es außerhalb dieser großartigen Aufarbeitung des
Deutschlandkomplexes keine richtigen Antworten gibt? Der Kick ist
wie ein Kreislaufkollaps, schwindelerregend und heilsam. Es muss
einem erst schwarz vor Augen werden, bevor man die Welt wieder
scharf sehen kann." Frankfurter Rundschau über den Film von
Andres Veil
"Dieses 'Lehrstück über Gewalt' könnte ein Klassiker
werden: als Geschichtsbuch über die Gegenwart ebenso wie als
Modellanalyse eines Gewaltverbrechens." Süddeutsche
Zeitung
"Ein kluges, nüchternes, auf beklemmende Weise hellsichtiges
Buch." Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Der unerschrockene Fleiß und die behutsame Beharrlichkeit
dieses …
Rezension
Ein Klassiker: "als Geschichtsbuch über die Gegenwart ebenso wie als Modellanalyse eines Gewaltverbrechens." Süddeutsche Zeitung
Autorenporträt zu "Andres Veiel"
ANDRES VEIEL, geboren 1959 in Stuttgart, studierte Psychologie und machte parallel eine Regie- und Dramaturgieausbildung unter Leitung des polnischen Regisseurs Krysztof Kieslowski. Er ist derzeit der bedeutendste deutsche Dokumentarfilmer. Seine Filme "Balagan", "Die Überlebenden", "Black Box BRD" und "Die Spielwütigen" waren Publikums- und Presseerfolge und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Mehr von
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