 | Besprechung von 27.12.2003 |
Wirtschaftsbuch
Ich Chef, du nix!
Wissenschaftler binden einen Hund fest und fügen ihm schwache
Stromschläge zu. Tags drauf setzen sie ihn in eine flache Kiste und
verpassen ihm erneut Stromstöße. Im Gegensatz zum Vortag könnte
sich der Hund nun leicht mit einem Sprung über den Kistenrand dem
Schmerz entziehen. Doch zwei Drittel der Tiere nutzen diese
Möglichkeit nicht – sehr wohl aber all jene Hunde, die zuvor nicht
die Erfahrung des unausweichlichen Schmerzes gemacht haben. Die
Sitzenbleiber haben gelernt, dass sie sich nicht gegen die
Stromschläge wehren können, und die Erwartung bleibt bestehen, auch
wenn sich die Situation verändert. Solch „erlernte Hilflosigkeit”
kann man auch bei Menschen nachweisen.
Jean-François Manzoni und Jean-Louis Barsoux von der
Managementschule Insead glauben dies jedenfalls in den Büros dieser
Welt zu beobachten. Die beiden Professoren beschreiben im „
Versager-Syndrom” den verbreiteten Mechanismus, dass
leistungsfähige Mitarbeiter, die ihr Chef aber für schwach hält,
sich den niedrigen Erwartungen anpassen. Meist beginnt der Prozess
schleichend. Jemand macht einen Fehler und sein Chef widmet ihm
danach …
 | Besprechung von 13.10.2003 |
Der Mensch als Maß aller DingeFrankfurter Buchmesse - Die Suche nach Übersichtlichkeit auf dem Markt für Management-LiteraturDer Markt für Managementliteratur ist schon einmal überschaubarer gewesen. Bis in die neunziger Jahre hinein gab es immer einige wenige - meist amerikanische - Autoren, die mit ihren Veröffentlichungen zu Führung und Strategie die Diskussion maßgeblich geprägt haben - zu nennen sind etwa Michael E. Porter, Gary Hamel/C. K. Prahalad oder Peter Drucker. Von dieser Übersichtlichkeit ist man heute meilenweit entfernt. Tausende von Führungs-, Leadership-, Management- und Strategiefibeln sind auf dem Markt; die Zahl der Autoren aus Wissenschaft, Beratung und Unternehmenspraxis, die sich zu Managementthemen äußern, ist dramatisch gestiegen. Hinzu kommt eine deutlich stärkere Differenzierung des Themas: Neben den Büchern, die sich allgemein dem Thema Unternehmensführung annehmen, gibt es zu jedem Teilaspekt zig mehr oder minder gelungene Veröffentlichungen. Vor allem der Markt für Karriere-, Benimm-, Selbstmanagement- oder Verhandlungsführer ist besonders lukrativ und wächst entsprechend stark.
Nun bietet der …
Wer es nicht schafft, die Leistung zu bringen, die der Vorgesetzte erwartet hat, schafft es dann auch kaum mehr, sein Versager-Image abzuschütteln. Oder doch? Die Autoren dieses Buches zeigen detailliert auf, wie es dazu kommt, dass Mitarbeiter schwache Leistungen bringen, und warum oft gar nicht der Mitarbeiter, sondern der Chef schuld ist, dass sich daran auch künftig nichts ändert. Die immer wieder eingeflochtenen Beispiele zeigen, wie verbreitet die Problematik ist und wie schnell sie zum Teufelskreis wird. Lesern, denen vor allem an Lösungsmöglichkeiten gelegen ist, werden allerdings auf eine harte Probe gestellt, denn erst in den Kapiteln 8 und 9, nach 169 Seiten immer wiederkehrendem Warum, Wieso und Weshalb, bekommt der Leser endlich das lang ersehnte und eigentlich altbekannte Instrumentarium an die Hand. getAbstract.com empfiehlt das Buch Führungskräften, deren Mitarbeiter schwache Leistungen erbringen, - und diesen Mitarbeitern selbst.
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