Das Kapital - Marx, Reinhard

Reinhard Marx 

Das Kapital

Ein Plädoyer für den Menschen

Unter Mitarb. v. Dr. Arnd Küppers.
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Das Kapital

"Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Moral und auch keine Zukunft." Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising

Text auf der Buchrückseite: Ist der Traum vom Wohlstand für alle in einer marktwirtschaftlichen Ordnung ausgeträumt? Viele Menschen fragen, was seinerzeit Karl Marx fragte: Dient das Kapital noch dem Menschen oder dient der Mensch nur noch dem Kapital? Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, teilt mit Karl Marx zwar den Nachnamen, nicht aber die Weltanschauung. Er denkt aus christlicher Verantwortung darüber nach, wie es Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität geben kann, in einer Welt, in der die Macht des Geldes scheinbar grenzenlos ist.

Ruiniert das Kapital die Erde? Oder gibt es im 21. Jahrhundert die Chance zu sozialem Ausgleich und Wohlstand für alle? Reinhard Marx, der kämpferische Erzbischof von München und Freising, sucht nach Antworten auf diese drängenden Fragen - und entwirft eine Vision sozialer Gerechtigkeit für die Welt von heute. Der Mann, der 'Das Kapital' noch einmal schreibt, ist kein bärtiger Revoluzzer, sondern ein Fachmann auf dem Gebiet der Sozialpolitik. "Es gibt neue und gute Gründe, Karl Marx noch nicht ad acta zu legen", bekennt der Vorsitzende der Kommission Justitia et Pax leidenschaftlich. Seine Analyse ist glasklar: Nie triumphierte das Kapital schamloser als heute. Der Zwang zu immer höheren Renditen, auf die internationale Finanzgeber die Wirtschaftslenker verpflichten, und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer scheinen eine unumkehrbare Entwicklung zu sein. Im Gewand der Globalisierung steuert anonymes Geld unsere Gesellschaft. Ganze Erwerbszweige werden zerstört; die Menschen verlieren von heute auf morgen ihren Arbeitsplatz; die Armen werden ärmer und die Reichen immer reicher.


Produktinformation

  • Verlag: Pattloch
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 319 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 43mm x 50mm x 30mm
  • Gewicht: 555g
  • ISBN-13: 9783629021557
  • ISBN-10: 3629021557
  • Best.Nr.: 23260666
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.11.2008

Du sollst nicht betrügen und erst recht nicht ruinieren
Erzbischof Marx, die christlichen Soziallehrer und die Botschaften zur Finanzkrise: Wider das Kapital, aber zu viel Staat darf es auch nicht sein
Die soziale Marktwirtschaft ist auch ein Kind der christlichen Soziallehre. Katholiken, darunter Bischöfe und Päpste, dachten um die Mitte des 19. Jahrhunderts darüber nach, unter welchen Bedingungen der moderne Arbeitsprozess dem Menschen nicht zum Verhängnis gerät. Protestantische Politiker und Ökonomen, Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack zum Beispiel, entwickelten in der Nachkriegszeit viele dieser Einsichten praktisch weiter. Der Mensch, hieß es konfessionsübergreifend, müsse Mitte und Ziel der Wirtschaft sein, der Staat habe dem Wettbewerb einen Rahmen vorzugeben. Warum sind es da nur vereinzelte und sehr gemischte Stimmen, die sich heute an einer Neuformulierung der Ökonomie aus christlichem Geist versuchen?
Die Ausnahme von der Regel trägt einen provozierenden Titel. Die erste Auflage von „Das Kapital”, verfasst von Reinhard Marx, dem Bischof von München-Freising, war innerhalb einer Woche vergriffen. Mit markigen Worten fordert Marx …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Der Autor ist der Erzbischof von München und Freising. Und belesen ist er auch. Und das Buch ist zweifellos ein marketingtechnischer Coup, räumt Christian Schlüter ein. Wieso Reinhard Marx dem Leser allerdings mit Klagen über die exkludierende Wohlstandsgesellschaft, den Moralverfall und die nötige Reformierung des Systems in den Ohren liegt, leuchtet dem Rezensenten nicht ein. Schlüter weiß das alles ja. Besser gefällt ihm schon, wenn Marx seinen Appell an die eigene Kirche richtet. Doch Vorsicht: In der vorgetragenen Auseinandersetzung mit dem Marxismus schwingt für Schlüter auch ein Stück Kirchenpolitik mit. Das wäre nicht so schlimm, legt der Rezensent nahe, wenn der Autor seinem Namensvetter auf Augenhöhe begegnete. Doch die Art des Bischofs, sich Marx zu nähern, erscheint Schlüter geschmäcklerisch bis fahrlässig und der Marx'schen Philosophie und ihren systematischen Grundierungen (Hegel!) jedenfalls nicht angemessen. Das Buch liest er als "bemühte Koketterie ohne jeden Erkenntnisgewinn".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.04.2009

Marx auf menschliche Weise
Ein Erzbischof liefert einen Gesellschaftsentwurf

Während Karl Marx in seinem "Kapital" die inneren Widersprüche aufzeigt, an denen der Kapitalismus zugrunde gehe, skizziert sein Namensvetter Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, einen gesellschaftlichen Entwurf, in dem menschliche Freiheit, Würde und wirtschaftliche Effizienz im Sinne des Gemeinwohls zusammenwirken. Er hat aber Verständnis, ja Sympathie für die Kapitalismuskritik von Karl Marx: Was nütze es dem Armen, wenn er zwar wie seine reichen Mitbürger die formalen Freiheitsrechte wahrnehmen, sie aber materiell nicht nutzen könne?

Freilich kann er in ein Land abwandern, das ihm größere Entfaltungsmöglichkeiten verspricht, während Abwanderungswillige im real existierenden Sozialismus daran durch Mauer und Stacheldraht gehindert wurden. Dies ist der Punkt, an dem sich Reinhard Marx mit seinem Namensvetter kritisch auseinandersetzt: Menschenbild und Freiheitsverständnis. Karl Marx sieht menschliche Freiheit erst dann realisiert, wenn die kapitalistische Produktionsweise überwunden sei, in der die Besitzer der Produktionsmittel je für …

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Der Titel ist etwas hochtrabend: Die Namensgleichheit zwischen dem Verfasser des berühmten Kapitals von 1867 und ihm selbst nimmt Bischof Reinhard Marx zum Anlass, sein eigenes Buch ebenso zu nennen. Der etwas fade Gag könnte manchen dazu bewegen, das Werk gleich wieder wegzulegen. Zu Unrecht: Nach einer ziemlich bemühten Ansprache des Autors an den verstorbenen Namensvetter zeigt sich, dass Reinhard Marx zu mehr in der Lage ist, als aus seinem Namen Kapital zu schlagen. Aus seiner Streitschrift spricht ein christlicher Glaube, der mitten im Leben steht und dessen Fragen ungewohnt offen angeht. Marx sieht die wirtschaftlichen Verhältnisse mit klarem Blick, und er zieht daraus ebenso klare Schlüsse. Etwas unklar bleibt nur, wie es nach der Analyse weitergehen soll. Revolution ist wohl keine Lösung, doch als Alternative zu Marx (Karl) hätte man von Marx (Reinhard) etwas konkretere Ideen erwartet. Trotzdem: getAbstract empfiehlt das Buch allen, die sich für die sozialpolitische Position der Kirche interessieren – eine durchaus bedenkenswerte Position, jenseits von Marxismus und blinder Marktgläubigkeit.
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Professor Dr. theol. Reinhard Marx, 1979 zum Priester, 1996 zum Bischof geweiht. 1989-96 Direktor des Sozialinstituts 'Kommende' in Dortmund. 1996-2002 Weihbischof in Paderborn und Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn. Erzbischof von München-Freising.

Kundenbewertungen zu "Das Kapital" von "Reinhard Marx"

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Bewertung von Hartmut Zimmer aus Alzenau am 09.04.2009 ***** sehr gut
--Wie Räuber durch Evolution zu Gerechten werden--
Reinhard Marx plädiert für eine globale soziale Marktwirtschaft als dritten Weg zwischen Markt und Marx, für eine aktive staatliche Ordnungspolitik, aber auch für Evolution statt Revolution. Das gut ausgearbeitete Leitmotiv "Gerechtigkeit" ist der rote Faden, der sein Werk durchzieht. Eine ausschließliche Ausrichtung auf Gewinnmaximierung kann keinesfalls ein sinnvoller Weg sein. Sinn ergibt sich erst in ethischer Ausrichtung, über moralische Wertmaßstäbe. Damit trifft Reinhard Marx den richtigen Kern, den Nerv unserer Zeit. Angelehnt an Augustinus läßt sich fragen: Was ist eine Gemeinschaft ohne Gerechtigkeit anderes als eine Räuberbande? Auch eine Räuberbande verfügt ja bereits über einen Anführer, hat sich zu einer Gemeinschaft verabredet und teilt die Beute nach fester Übereinkunft. - Gelten die genannten Kriterien, die Augustinus auf Staaten bezog, nicht auch für jede heutige Gemeinschaft, nicht auch für heutige Großunternehmen und für diejenigen Mitglieder der ökonomischen Führungskaste, die an der Auslösung der Finanzkrise beteiligt waren? Reinhard Marx aber sucht am Ende stets den Konsens und möchte wohl am allerliebsten -ganz konsequent in seinem Denken- niemanden ausgrenzen, niemandem wirklich weh tun, möglichst zu jedem eine hübsche Brücke bauen. Er vertritt engagiert überzeugende Positionen, scheint dann aber zuweilen deutlich an Konsequenz zu verlieren, versteht er doch immer, dass der ein oder andere "Räuber" -leider, leider- sehr nachvollziehbar den ein oder anderen Einwand hegt, was es -abgewogenermaßen- natürlich zu berücksichtigen gelte... Aber will sich wirklich jeder der von Reinhard Marx deutlich benannten "Räuber" überhaupt mitnehmen zu lassen zu einer "gerechten" Ordnung? Woher auch sollten die "Räuber" nur so plötzlich den guten Willen zu ethisch-ehrenwertem Handeln nehmen..? Glaubwürdige Verhaltensänderungen setzen jedenfalls viel mehr voraus als zuweilen vorgetragene Proklamationen, im Angesicht der Finanzkrise vom Saulus zum Paulus geworden zu sein.

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