Bildung ist immer noch ein wichtiger Bezugspunkt der Diskussion um
Begründung, Zielbestimmung und Kritik pädagogischen Handelns. Wie
aber kann dieser Begriff so gefasst werden, dass er gegenwärtigen
gesellschaftlichen Bedingungen gerecht wird und Anschlüsse an die
Erforschung tatsächlicher Bildungsprozesse erlaubt? Das Buch stellt
eine Neufassung des Begriffs vor, die von der Annahme ausgeht, dass
Bildung in einer grundlegenden Veränderung der Art und Weise
besteht, in der Menschen sich zur Welt, zu anderen und zu sich
selbst verhalten, und dass solche Prozesse ausgelöst werden, wenn
Menschen mit neuen Problemlagen konfrontiert werden, zu deren
Bewältigung ihre bisherigen Mittel und Möglichkeiten nicht
ausreichen. Unter Bezug auf Konzepte aus Pädagogik, Philosophie,
Soziologie und Psychologie wird eine Theorie transformatorischer
Bildungsprozesse entfaltet, die ein Grundproblem der Pädagogik neu
und anders zu denken erlaubt.
Prof. Dr. phil. Hans-Christoph Koller lehrt Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Bildungstheorie und Qualitative Bildungsforschung.