Die Bibel - unverständlich, ein Buch von gestern? Für Kinder und
Jugendliche langweilig und uninteressant? Mit solchen Einstellungen
haben Religionslehrerinnen und
-lehrer, Pfarrer und Mitarbeitende in den Gemeinden immer wieder zu
kämpfen.
Franz W. Niehls Buch gibt wertvolle Hilfestellungen an die Hand und
weist neue Wege:
- Es liefert psychologische und pädagogische Grundlagen für die
Arbeit mit der Bibel.
- Es verbindet auf anregende Weise Theorie und Praxis.
- Es macht neugierig, die Bibel unter literarischem Aspekt zu
entdecken.
- Es bietet faszinierende Einblicke in die biblische
Wirkungsgeschichte in der Kunst.
- Zahlreiche Auslegungsbeispiele zeigen, wie der Dialog zwischen
der Bibel und heutigen Leserinnen und Lesern gelingen kann.
"Wer von dem renomierten Bibeldidaktiker hier direkt umsetzbare Modelle für Katechese oder Religionsunterricht erwartet, wird nur begrenzt zufrieden gestellt. Glücklicher darf sich der Leser jedoch schätzen, weil er mit diesem Buch - quasi als Klärung des Vorfeldes - eine fundamentale Sprachlehre und Sehhilfe für den Umgang mit der Bibel. Die Grundlagen des Verstehens drehen sich z. B. um diese Fragen: Was leisten Erzählungen? Warum brauchen wir Bilder und Symbole? Was bewirken Metaphern und Gleichnisse? Wodurch unterscheidet sich die Bibel von anderen Büchern und wie wirkt sich das auf die Lektüre der Bibel aus? (7), oder auch: Worauf muss sich der Bibelunterricht konzentrieren, wenn die gesellschaftliche und die kirchliche Unterstützung der Bibelkenntnis weithin ausfällt? (145).
Alle seine grundlegenden Reflexionen dienen Niehl zur Bestimmung der didaktischen Konturen eines "dialogischen Bibelunterrichts". Ein solcher "arrangiert ein vielstimmiges Gespräch zwischen dem Orientierungsverlangen heutiger Schülerinnen und Schüler, dem biblischen Text und seiner Wirkungsgeschichte" (155). Eine genauere Beschreibung entsprechender Impulse bietet das 11. der 13 spannenden und höchst instruktiven Kapitel. Die Weitherzigkeit dieser Didaktik spiegelt sich u.a. schon in der Zielsetzung eines zeit- und schülergerechten Bibelunterrichts, der dazu beitragen soll, "dass Kinder und Jugendliche fähig werden, sich selbst anzunehmen und zu entwickeln um sich mit anderen über das zu verständigen, was sie selbst und was alle angeht" (148). Dieses Bemühen um die Anschlussfähigkeit an die Sprach- und Denkmuster von Kindern und Jugendlichen trifft sicherlich auch den pädagogischen Lebensnerv vieler Religionslehrer.
Bibelarbeit als ein "Element der Kulturhermeneutik" (214) zu begreifen ist jedoch auch bei vielen Praktikern leider noch kein allgemeingut, da sie "keine Hermeneutik erlernen und einüben konnten, die zur Auslegung der Bibel in einer offenen - d. h. in einer nachkirchlichen - Gesellschaft befähigt" (213). Dem Manko einer binnenkirchlichen Verkürzung sowie einer kognitivistischen Engführung zu begegnen ist der rote Faden dieses Buches. Es bündelt langjährige Arbeit zu bibeldidaktischen Fragen zu einem wegweisenden Konzept.
Viel religionspädagogische Erfahrung gepaart mit profunder Sachkenntnis ist hier dokumentiert - ebenso spürbare Liebe und Leidenschaft für das Buch der Bücher. Kein Leser wird davon ohne Ansteckung bleiben."
Franz Wendel Niehl, geboren 1942, war viele Jahre Direktor des Katechetischen Instituts des Bistums Trier. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen und gefragter Referent.