Die Nötigung internationalen Rechts ist aus der Sicht der Verfasser
des Buches einer der zentralen Punkte, die für den
Antiamerikanismus sprechen. Dabei soll auch aufgezeigt werden, dass
dieser Rechtsnihilismus nicht unwesentlich aus der
sozialdarwinistischen Verfasstheit der amerikanischen Gesellschaft
herrührt. Das erklärt sowohl den hohen Grad an Gewaltbereitschaft
unter US-Bürgern, das brutale Gefängnissystem sowie den
ausgeprägten Hang zur Klassen- und (staatlichen) Lynchjustiz. Am
Beispiel Guatanamo-Bucht, dieses zur Tierhaltung von Menschen
eingerichteten US-Stützpunktes auf Kuba, soll ferner gezeigt
werden, wie dem US-System immer noch Züge einer
Sklavenhaltergesellschaft eigen sind. Es gehört zu den
Standardargumenten des Amerikanismus, die Vereinigten Staaten nach
wie vor als den Inbegriff einer "liberalen Demokratie"
darzustellen. Doch der Liberalismus dieses in der Realität
oligarchischen Regimes äußert sich in einer globalen Diktatur, in
deren Folge die Souveränität von Staaten drastisch abnimmt. Eine
Auseinandersetzung mit der Ideologie des Amerikanismus, die auf
einen politisch korrekten "Antifaschismus" rekurriert,
bildet das abschließende Kapitel dieses Buches.