Produktbeschreibung zu Alles Geld verdampft
1973, im Jahr, als das Bretton-Woods-System zusammenbrach,
ertüftelten die Ökonomen Black und Scholes eine nobelpreisgekrönte
Formel, mit der sich Risiken "objektiv" bewerten und in
Waren verwandeln lassen. Dieses Modell, ohne das der Aufstieg des
Finanzkapitalismus, dessen Krise längst die ganze Welt erschüttert,
nicht denkbar gewesen wäre, steht exemplarisch für Versuche, die
ungewisse Zukunft berechenbar zu machen.
In seinem Essay erklärt Jakob Arnoldi präzise, welche
wissenschaftlichen Modelle, politischen Entscheidungen und
wirtschaftlichen Instrumente seit 1973 dazu geführt haben, die
Grenze zwischen Investitionen und Glücksspiel zu verwischen oder
wie es ein Banker im Buch ausdrückt: "Mit Derivaten handeln
ist, wie auf Pferde zu wetten."
Produktinformation
- Verlag: Suhrkamp
- 2009
- Neuauflage.
- Ausstattung/Bilder: 2009. 92 S.
- Seitenzahl: 92
- Edition Suhrkamp Nr.2590
- Best.Nr. des Verlages: 12590
- Deutsch
- Abmessung: 177mm x 110mm x 10mm
- Gewicht: 90g
- ISBN-13: 9783518125908
- ISBN-10: 3518125907
- Best.Nr.: 26390647
"Jakob Arnoldi hat sich den Untiefen des moralischen Diskurses gar nicht erst ausgesetzt. Statt die Investmentbanker zum Therapeuten zu schicken, fasst der Soziologe von der Aarhus School of Business das ökonomische Kalkül ins Auge, das sich hinter deren abenteuerlichen Transaktionen verbirgt: "Das Finanzwesen ist heute nicht nur global organisiert, es ist auch extrem wissensintensiv", stellt er in einem ebenso schmalen wie brisanten Band unter dem Titel Alles Geld verdampft fest. Chancen und Risiken des Marktes "objektiv" zu bewerten, ist demnach längst zu einem Hauptanliegen des Finanzkapitalismus geworden. ... Die Risiken des Finanzkapitalismus sind denen anderer Risikotechnologien durchaus verwandt. Ulrich Beck, auf dessen Theorie der Weltrisikogesellschaft sich Arnoldi bezieht, hat diese zweifelhaften Errungenschaften der Moderne erforscht. Sie gelten zwar als technisch beherrschbar, können im Falle eines Unfalls aber unermessliche Schäden anrichten. Die wissenschaftlichen Expertisen, auf denen sie beruhen, vermindern das Risiko nicht etwa, sondern verfielfachen es."
Kurt Darsow Literaturen
»Jakob Arnoldi hat sich den Untiefen des moralischen Diskurses gar nicht erst ausgesetzt. Statt die Investmentbanker zum Therapeuten zu schicken, fasst der Soziologe von der Aarhus School of Business das ökonomische Kalkül ins Auge, das sich hinter deren abenteuerlichen Transaktionen verbirgt: »Das Finanzwesen ist heute nicht nur global organisiert, es ist auch extrem wissensintensiv«, stellt er in einem ebenso schmalen wie brisanten Band unter dem Titel Alles Geld verdampft fest. Chancen und Risiken des Marktes »objektiv« zu bewerten, ist demnach längst zu einem Hauptanliegen des Finanzkapitalismus geworden. ... Die Risiken des Finanzkapitalismus sind denen anderer Risikotechnologien durchaus verwandt. Ulrich Beck, auf dessen Theorie der Weltrisikogesellschaft sich Arnoldi bezieht, hat diese zweifelhaften Errungenschaften der Moderne erforscht. Sie gelten zwar als technisch beherrschbar, können im Falle eines Unfalls aber unermessliche Schäden anrichten. Die wissenschaftlichen Expertisen, auf denen sie beruhen, vermindern das Risiko nicht etwa, sondern verfielfachen es.«
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