'Jede Freundschaft mit mir ist verderblich' - Roth, Joseph; Zweig, Stefan

Joseph Roth Stefan Zweig 

'Jede Freundschaft mit mir ist verderblich'

Joseph Roth und Stefan Zweig. Briefwechsel 1927-1938. Nachw. v. Heinz Lunzer

Herausgegeben von Rietra, Madeleine; Siegel, Rainer J.
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'Jede Freundschaft mit mir ist verderblich'

"Deutschland ist tot. Für uns ist es tot. Es ist ein Traum gewesen. Sehen Sie es endlich, bitte!", so beschwört Joseph Roth 1933 Stefan Zweig in einem Brief. Roth, im galizischen Brody aufgewachsen, ist bis zu diesem Zeitpunkt einer der gefragtesten Feuilletonisten. Zweig, der aus einer wohl habenden jüdischen Familie in Wien stammt, ist ein literarischer Bestsellerautor von Weltruhm. Die Freundschaft der beiden Autoren wird nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zunehmend überschattet: Während Roth schon 1933 emigriert und von Beginn an radikal jeden Kompromiss ablehnt, versucht Zweig noch längere Zeit, sich zu arrangieren. Trotz der zunehmenden Entfremdung, unter der beide leiden, unterstützt Zweig den Freund finanziell, versucht auch immer wieder Roth vom zerstörerischen Alkoholismus abzubringen. Der Briefwechsel erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die auch an den politischen Verhältnissen zerbricht und die Geschichte zweier im Exil zerstörter Leben. "Wir werden nicht alt, wir Exilierten" schreibt Zweig, als Roth 1939 in Paris stirbt. 1942 nimmt Zweig sich in Petropolis, Brasilien, das Leben.


Produktinformation

  • Verlag: Wallstein
  • 2011
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 624 S. m. 6 Abb.
  • Seitenzahl: 624
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 131mm x 35mm
  • Gewicht: 595g
  • ISBN-13: 9783835308428
  • ISBN-10: 3835308424
  • Best.Nr.: 33390960

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Lesern, welche die Werke Stefan Zweigs und Joseph Roths schätzen und nun auch etwas über deren außergewöhnlich tiefe Freundschaft erfahren wollen, kann Rezensent Hans-Albrecht Koch diesen Briefwechsel aus den Jahren 1927 bis 1938 nur dringend ans Herz legen. Er erhält hier nicht nur interessante Einblicke in die private Beziehung der beiden österreichischen Autoren, etwa dass sich Roth dem älteren Freund gegenüber nicht nur finanziell stets unterlegen fühlte und sogar fürchtete, ihm nahestehenden Menschen Unglück zu bringen, sondern liest auch viel darüber, wie die beiden jüdischen Schriftsteller den Nationalsozialismus einschätzten. Für den Kritiker ist dieser Briefwechsel, der über einen verschwenderischen und informativen Kommentar verfügt, ein wunderbares "Zeugnis sittlicher Lauterkeit".

© Perlentaucher Medien GmbH

Platz 2 der SWR Bestenliste November 2011»Und jetzt endlich ist es so weit: Der Roman des Exils erscheint in dieser Woche im Wallstein Verlag. Es ist ein begeisterndes, dramatisches, tragisches Monument geworden. Die Geschichte eines Untergangs. Eine Geschichte aus den Jahren, als die Brücke einstürzte, die uns verband mit der Zeit davor, der Welt von gestern, von der die österreichischen Juden Stefan Zweig und Joseph Roth geschrieben haben.«(Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.09.2011)»Zwei Brieffreunde, zwei Exilanten der Innen- und der Außenwelt: Der klarsichtige und zugleich trunksüchtige Melancholiker Roth und sein Kollege Zweig, der wohlhabende Weltschriftsteller und Selbstmörder in spe. Ein ungleiches Paar. Dieser Briefwechsel liest sich wie ein Roman. Es geht ums Geld, ums Sehnen nach der Welt von Gestern (»Die Hölle regiert«), um Verzweiflung (»Ich kann nicht mehr«). Es geht um uns.«(Philip Haibach, Die Welt, 12.10.2011)
Joseph Roth, geb. 1894 in Galizien als Sohn jüdischer Eltern, studierte Literaturwissenschaften in Wien und Lemberg. Teilnahme am Ersten Weltkrieg. Ab 1918 Journalist in Wien, dann Berlin, 1923-32 Korrespondent der Frankfurter Zeitung. 1933 Emigration nach Frankreich. Starb 1939 im Alter von nur 45 Jahren in Paris.

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