Von der Europäischen Beschäftigungsstrategie zur Integration der Beschäftigungspolitik in der Europäischen Union?
Europäische Integration verstand sich bisher als ein Prozess, in
dem durch die Einsetzung allgemein gültiger Rechtsnormen eine immer
engere Gemeinschaft geschaffen werden sollte. Dieses Konzept der
harten Integrationsmethode ist durch die immer vielfältiger
werdenden Interessen einer wachsenden Zahl von Mitgliedstaaten
spätestens seit dem Scheitern des europäischen Verfassungsvertrages
in eine schwere Krise geraten, deren Bewältigung neue
Integrationsverfahren erforderlich macht. Die Europäische
Beschäftigungsstrategie und die hierbei angewandte Methode der
offenen Koordinierung stellen einen solchen neuartigen
Integrationsansatz der Europäischen Union dar, der der Komplexität
von nationalen Politikansätzen und Traditionen in den
Mitgliedstaaten Rechnung tragen soll. Das Werk beschreibt sowohl
die historische Entstehung wie auch die Funktionsweise dieser
weichen Integrationsmethode. Durch eine Analyse der
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den drei größten
Volkswirtschaften der EU seit Einführung der
Beschäftigungsstrategie wird anschließend untersucht, ob eine
Annäherung der arbeitsmarktpolitischen Ansätze in den
Mitgliedstaaten zu beobachten ist. Der Autor geht hierbei der Frage
nach, ob eventuelle Harmonisierungen auf die Wirksamkeit der
Methode der offenen Koordinierung zurückgehen, sie somit einen
erfolgversprechenden Integrationsansatz auch für andere
Politikbereiche darstellt.