Individuelle, geschlechtliche und kollektive Identitäten,
Diskriminierungen und die psychosomatische Symptombildung als
Verarbeitungsversuch von Macht- und Herrschaftsverhältnissen werden
anhand von sechs Fallgeschichten psychoanalytisch und systemisch
diskutiert.
Die Verarbeitung von Migrationskrisen und schweren
Traumatisierungen durch struktuelle und familiäre Gewalt bildet
einen Schwerpunkt des Buches, genauso wie die Schicksale von
migrirenden Kindern. Außerdem legt Kronsteiner die transgenerativen
Aspekte der Migration dar mit den damit nicht bearbeiteten Affekten
und Konflikten. Abschließend werden die
Übertragungs-Gegenübertragungs-Beziehungen und -konflikte auf
individueller und kollektiver Ebene analysiert.
Das Buch bildet den praxisbezogenen Entwurf für einen kultur- und
migrationsspezifischen Ansatz in der Psychotherapie, der den Nutzen
von ethnologischem Wissen in der therapeutischen Arbeit sowohl mit
Aufnehmenden als auch MigrantInnen darlegt.
Ruth Kronsteiner, Dr. phil., geboren 1959 in Wien, Studium der Ethnologie, Turkologie und Arabistik. Psychoanalytikerin und systemische Familientherapeutin, Supervisorin und Trainerin, Forschungsaufenthalte in der Türkei; 17 Jahre Tätigkeit in einem Beratungs- und Therapiezentrum für MigrantInnen, arbeitet in freier Praxis und in einer Einrichtung für Folteropfer und Kriegsüberlebende, lehrt an den Universitäten Wien und Innsbruck.