Die Sterbehilfe ist seit langem Gegenstand einer ethischen und
rechtspolitischen Kontroverse, die große Teile der Gesellschaft
erfasst hat. Insbesondere im Hinblick auf die vielfältigen
Möglichkeiten der Verzögerung des Sterbens sind die Grenzen
ethischer und rechtlicher Zulässigkeit medizinischer Einflussnahmen
problematisiert geworden. Davon werden auch die Vorstellungen zur
Patientenautonomie unter den Bedingungen einer wachsenden
Pluralisierung der Wertegemeinschaft erfasst. Es herrscht zwar ein
breiter Konsens, dass die Würde des Menschen auch das Recht auf ein
Sterben in Würde umfasst. Um die praktische Umsetzung dieses
Anspruchs wird in Wissenschaft und Politik gleichwohl noch
gerungen. Der vorliegende Band stellt zunächst die gegenwärtige
rechtliche Situation zur Sterbehilfe in Deutschland dar und
vergleicht diese mit ausgewählten rechtlichen Regelungsmodellen
anderer Länder. Er bietet darüber hinaus einen strukturierten
Überblick über die vertretenen ethischen Positionen
und Argumente. Auf diese Weise werden die Grundlagen zur Verfügung
gestellt, die für eine qualifizierte Urteilsbildung im Bereich der
Sterbehilfe erforderlich sind.