Über die ästhetische Erziehung des Menschen - Schiller, Friedrich von

Friedrich von Schiller 

Über die ästhetische Erziehung des Menschen

In einer Reihe von Briefen. Einl. u. Nachw. v. Heinz Zimmermann

Mit Ausführungen Rudolf Steiners
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Produktbeschreibung zu Über die ästhetische Erziehung des Menschen

«... der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Dieser Satz, der in diesem Augenblicke vielleicht paradox erscheint, wird eine große und tiefe Bedeutung erhalten, wenn wir erst dahin gekommen sein werden, ihn auf den doppelten Ernst der Pflicht und des Schicksals anzuwenden, er wird, ich verspreche es Ihnen, das ganze Gebäude der ästhetischen Kunst und der noch schwierigern Lebenskunst tragen.» - Was Friedrich Schiller mit diesen Worten als Perspektive seiner Philosophie des freien, spielenden Menschen eröffnet, ist nicht als einsame, elitäre Idylle gemeint. Von Anfang an strebte er nach dem «vollkommensten aller Kunstwerke», dem «Bau einer wahren politischen Freiheit». Heinz Zimmermann, Germanist und profunder Kenner der Schillerschen Philosophie und keimhaften Anthroposophie, führt ein in «das Kunstwerk der politischen Freiheit und Schillers Ausblick auf eine zukünftige Lebenskunst». In seinem Nachwort schildert er den historischen Kontext der Entstehung und Diktion der Schillerschen Gedankengänge und würdigt ihre weit reichende Selbstständigkeit und Innovationskraft. «... man sollte damit beginnen, diese Ästhetischen Briefe nicht bloß zu studieren, sondern auf sich wirken zu lassen.» Rudolf Steiner «Schillers Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen gehören zum Eigenständigsten und Tiefgreifendsten, was je über Kunst geäußert wurde.» Heinz Zimmermann «Durch die Schönheit wird der sinnliche Mensch zur Form und zum Denken geleitet; durch die Schönheit wird der geistige Mensch zur Materie zurückgeführt und der Sinnenwelt wiedergegeben.» Friedrich Schiller

Produktinformation


  • Abmessung: 180mm x 123mm x 22mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783772503191
  • ISBN-10: 3772503195
  • Best.Nr.: 12823745
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.04.2005

Der dritte Weg
Ästhetische Erziehung: Friedrich Schiller und die Kritik der Gegenwart
Seine Briefe „Über die ästhetische Erziehung des Menschen” hielt Friedrich Schiller „für das Beste, was ich in meinem Leben gemacht habe”. Und zweifellos ist dieser Text das Glanzvollste, was Schiller als Theoretiker vorgelegt hat, darüber hinaus auch das Folgenreichste. Mitreißend ist der Schwung seiner Beredsamkeit noch im abstraktesten Ideenflug. Grundform dieser Beredsamkeit ist die begriffliche Antithese, der Aufbau gewissermaßen elektrisch aufgeladener Polaritäten, zwischen denen die Gedanken nur so hin- und herflitzen.
Zwischen Sinnlichkeit und Vernunft, Stoff und Form sieht Schiller die menschliche Existenz ausgespannt. Hier der Trieb, der natürliche Überlebenskampf, da das Gesetz, Tugend, Pflicht, und dazwischen der Mensch: „Hieraus fließen nun zwei entgegengesetzte Anforderungen an den Menschen, die zwei Fundamentalgesetze der sinnlich-vernünftigen Natur. Das erste dringt auf absolute Realität: er soll alles zur Welt machen, was bloß Form ist, und alle seine Anlagen zur Erscheinung bringen; das zweite dringt auf absolute Formalität: Er soll …

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Erziehung durch Kunst Fünf Jahre nach der Französischen Revolution wurde Friedrich Schiller zum Ehrenbürger der Französischen Republik ernannt. Die Ehrerbietung gegenüber dem deutschen Dichter, der mit seinen Räubern bereits gezeigt hatte, dass er den Begriff der Freiheit hochhielt, ging allerdings gründlich nach hinten los. Der Rechtschreibfehler im Namen – die Urkunde ging an einen „Monsieur Gille“ – war noch der kleinste Fauxpas. Schwerer wog, dass Schiller, anfänglich begeistert von der Revolution, mittlerweile angewidert nach Paris blickte, wo die Guillotinen im Akkord fielen. In seinen Augen war die Revolution entartet und hatte die Despotie des Adels bloß durch die Despotie des dritten Standes ersetzt. Warum nur musste etwas, was so gut begonnen hatte, in einem solchen Desaster münden? Schiller schrieb sich seinen Erklärungsversuch in den Briefen Über die ästhetische Erziehung des Menschen vom Herzen. Das Grundübel lag seiner Meinung nach im Ungleichgewicht zweier widerstrebender Kräfte im Menschen, der deshalb zu Extremen neige. Zum Glück glaubt Schiller ein Allheilmittel zu kennen: die Kunst! So naiv dieser Lösungsvorschlag heute klingen mag, so scharf bleibt Schillers Gesellschaftsanalyse.
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Friedrich von Schiller wurde 1759 in Marbach geboren. Auf Befehl des Herzogs Karl Eugen musste der junge Schiller 1773 in die 'Militär-Pflanzschule' eintreten, wo er ab 1775 Medizin studierte; später wurde er Regimentsmedicus in Stuttgart, das er 1782 nach Arrest und Schreibverbot wegen seines Stückes 'Die Räuber' jedoch fluchtartig verließ. 1789 wurde er zum Professor der Geschichte und Philosophie in Jena ernannt, 1799 ließ er sich endgültig in Weimar nieder. Schiller starb am 9.5.1805 in Weimar.

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