Wir sind doch Schwestern - Gesthuysen, Anne

Wir sind doch Schwestern

Roman

Anne Gesthuysen 

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Wir sind doch Schwestern

Katty, Paula und Gertrud treffen sich zu Gertruds 100. Geburtstag. Sie wollen ihre Zukunft planen, doch vorher gilt es, die Vergangenheit zu klären. Gertrud hat noch gute Augen, aber hören kann und will sie nicht. Paula kann kaum noch sehen, hat aber immer ein offenes Ohr für ihre Schwestern. Und Katty, das Nesthäkchen, will auch mit 84 Jahren Feste feiern, wie sie fallen, so wie damals, als sie schon meisterhaft beherrschte, was man viel später erst PR nannte. Allen gemeinsam sind Eigensinn, Humor und eine angeborene Kreislaufschwäche, die mit exorbitant starkem Kaffee und gutem Schnaps bekämpft wird - so auch in diesen Tagen auf dem Tellemannshof, wo in jedem Winkel die Erinnerung lauert. Eindringlich verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und entfacht dabei ein Feuerwerk von Geschichten, die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen. Sie erzählt von Katty, der charmanten Strippenzieherin, ihrer Verehrung für Adenauer und ihrer Liebe zu einem unerreichbaren Volksvertreter, von Gertruds schicksalhafter Verlobung und dem Spion, den sie versteckte. Von Paula, die ihren Mann an Männer verlor und stets die Lebenslust bewahrte. Vom Tausch eines Huhns gegen ein Rembrandtgemälde, von einem Leumundsprozess, der den gesamten Niederrhein in Atem hielt, und von drei starken Frauen mit dem Mut zur Eigenständigkeit. Große Lebensgeschichten verbinden sich mit herrlichen Anekdoten, das Weltgeschehen mit dem Leben in Wardt bei Xanten.


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 137mm x 36mm
  • Gewicht: 500g
  • ISBN-13: 9783462044652
  • ISBN-10: 3462044656
  • Best.Nr.: 35687726
"Anne Gesthuysen [...] ist ein mitreißender Roman über ihre Großtanten und das letzte Jahrhundert gelungen." -- Hörzu, 09.11.2012
Anne Gesthuysen ist 1969 am unteren Niederrhein in dem kleinen Dorf Veen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur ging sie in die Großstadt. Anne Gesthuysen hat Journalistik und Romanistik studiert. Seit 1987 arbeitet sie als Reporterin und Autorin von Dokumentationen für diverse Fernsehsender. Zwischendurch machte sie einen Abstecher zum französischen Radio. Seit 15 Jahren steht sie auch vor der Kamera, die bisher längste Zeit für das ARD-Morgenmagazin, das sie seit 2004 moderiert. Sie lebt mit Mann und Kind in Köln.


Leseprobe zu "Wir sind doch Schwestern" von Anne Gesthuysen

Der 100. Geburtstag
Prolog
Er war dunkelgrau mit hellgrauer Maserung und sah aus wie Wolken an einem dieser undefinierten Sommertage, die man am Niederrhein so oft erlebte.
Katty beugte sich tiefer ins Innere des alten Schrankes, um den merkwürdigen Pappdeckel herauszuziehen.
"Au, verflixt!" Sie fluchte und steckte sich wütend den Finger in den Mund, saugte an der kleinen Wunde und schüttelte die Hand. Das alte Holz war porös, jetzt hatte sie einen Splitter in der Haut.
An der Rückwand war eine Vertiefung eingelassen, eine Art Geheimfach, wie man es früher in den Schränken gehabt hatte. Dieses Fach war ihr nie zuvor aufgefallen. Kein Wunder, dachte Katty, sie hatte sich diesen Schrank auch nie genau angesehen. Sie nestelte weiter an der gemaserten Oberfläche, und als die mit einem kleinen Ruck nachgab, fiel ihr ein alter Aktenordner entgegen.
Sie nahm ihn, pustete den Staub ab und öffnete den Deckel:
Im Namen des deutschen Volkes
Katty wusste sofort, was sie da in den Händen hielt. Sie taumelte rückwärts, fand mit ihrem Po das Bett, setzte sich und las.
Die Überschrift über dem Urteil war doppelt unterstrichen und mit einem Ausrufezeichen versehen. Katty war verwundert. Sie hatte immer gedacht, der Satz "Im Namen des Volkes" gehe nahtlos über in den Nachsatz "ergeht folgendes Urteil". Sie hatte das schriftliche Urteil nie zu Gesicht bekommen. Den Ordner hielt sie zum ersten Mal in der Hand, und in ihr stritten Neugier und schlechtes Gewissen. Neugier, weil sie sich fragte, ob darin noch Informationen verborgen waren, von denen sie nichts wusste. Und das schlechte Gewissen, weil Heinrich sie auf dem Sterbebett gebeten hatte, den Ordner und alles, was zu dieser Geschichte gehörte, zu verbrennen und zu vergessen.
Da war er nun, der Aktenordner. Katty hatte ihn nie verbrannt. Sie hatte ihn nur vergessen. Als Heinrich sie gebeten hatte, den Ordner nach seinem Tod zu entsorgen, war sie zu entsetzt von der Vorstellung gewesen, dass er bald sterben könnte, und war deshalb nicht auf die Idee gekommen, zu fragen, wo der Ordner sich denn überhaupt befinde. Hier also. Tief im Schrank. Versteckt hinter alten Tischdecken.
Katty legte den Ordner neben sich auf das Bett. Ihr Herz klopfte heftig. Sie starrte auf das graue Etwas, nahm es erneut in die Hand und klappte es wieder auf. Mit dem Daumen fuhr sie an dem Papier entlang. Das Rascheln hörte sich alt an. Es ist alt, dachte Katty, mein Gott, das ist fast fünfzig Jahre her. Ich sollte das olle Ding einfach in den Müll schmeißen. Und doch wusste sie, dass sie es nicht tun würde. Auch wenn es alte Wunden aufrisse und die Scham wieder aufflammen ließe, sie würde dem Drang nicht widerstehen können und alles lesen. Aber nicht jetzt. Später, wenn sie etwas Zeit hätte. Nächste Woche vielleicht. Denn bis dahin gab es noch einiges zu tun. Katty war dabei gewesen, ihr Zimmer auf- und sogar auszuräumen. Ihre Schwester Gertrud würde am nächsten Tag zu Besuch kommen und einige Zeit bleiben. Vielleicht für immer, darüber würde zu reden sein. Aber erst einmal würde gefeiert, denn am kommenden Sonntag hatte Gertrud Geburtstag, nicht irgendeinen: den hundertsten Geburtstag.
Katty wollte ihrer Schwester das Zimmer zur Verfügung stellen, in dem sie selbst normalerweise schlief, da es ebenerdig lag, und sie auf keinen Fall wollte, dass Gertrud jeden Abend die Treppen zu den anderen Schlafräumen hinaufklettern müsste, auch wenn sie dazu körperlich durchaus noch in der Lage gewesen wäre. Gertrud war schlank und drahtig und wenn man es nicht besser gewusst hätte, wäre sie als Achtzigjährige durchgegangen. Ungefähr so alt, wie Katty jetzt war. Und ich, fragte sie sich. Wie alt wirke ich wohl? Sie ging durch die geöffnete Tür ins angrenzende Badezimmer und blickte in den Spiegel. Ihr Haar war honigblond, sie färbte es regelmäßig. Sie hatte kaum Falten, das lag allerdings auch daran, dass sie ein bisschen zu mollig war. Aus den Siebzigerjahren hatte sie z

Kundenbewertungen zu "Wir sind doch Schwestern" von "Anne Gesthuysen"

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Bewertung von leseratte1310 aus Niederrhein am 06.11.2013   sehr gut
Dieser Roman schildert das Leben von drei Schwestern am Niederrhein. Einige Tage vor dem 100. Geburtstag der ältesten Schwester Gertrud treffen sich die drei auf dem Tellemannshof, um die Geburtstagsfeier vorzubereiten. Obwohl die drei sich lieben, gibt es doch immer wieder Streitigkeiten, deren Ursachen in der Vergangenheit liegen.
Paula, die mittlere Schwester und 98 Jahre alt, ist fast blind. Sie ist das ausgleichende Element zwischen Gertrud und Katty, mit 84 die jüngsten Schwester. Sie war mit einem Mann verheiratet, der homosexuell war – zu jener Zeit noch strafbar. Daher wurde die Geschichte auf Anraten von Gertrud unter den Teppich gekehrt. In der Familie wurde nie mehr über dieses Thema gesprochen.
Gertrud, die Älteste, ist resolut und versucht selbst im Alter ihre Schwestern noch zu erziehen.
Katty lebt seit ihrer Jugend als Wirtschafterin auf dem Tellemannshof und hat dort ein lebenslanges Wohnrecht. Sie ist sehr lebenslustig und einer Feier nie abgeneigt, deshalb richtet sie die Feier für ihre ältere Schwester aus. Außerdem ist die der Meinung, dass Gertrud in ihrem hohen Alter besser zu ihr auf den Hof ziehen soll. Das will Gertrud nicht, weil der Hof in ihr Erinnerungen wach ruft, die sie immer noch schmerzen. Sie liebte den jüngeren Hegemann-Sohn, aber der ältere Bruder Heinrich Hegemann verhinderte eine Ehe aus Standesdünkel. Der jüngere starb dann im Krieg, während der ältere den Hof bewirtschaftete. Das kann Gertrud nicht verzeihen.
Katty dagegen liebte Heinrich, obwohl sie nur die Wirtschafterin und Erzieherin von Heinrichs Sohn war, nachdem seine Frau starb. Sie unterstützt Heinrich auch sehr geschickt bei seinen politischen Ambitionen. Nachdem der Sohn im zweiten Weltkrieg fällt, sucht Katty für Heinrich auf seinen Wunsch eine Frau, da ein Erbe hermuss. Da Heinrich aber kein Interesse an seiner neuen Frau hat, geht die Ehe nicht gut und wird geschieden, woran Katty auch ihren Anteil hat.
Während der Festvorbereitungen wird zwangsweise auch über die Vergangenheit geredet, vor allem da die alte Scheidungsakte beim Aufräumen auftaucht. Die Vergangenheit muss aufgearbeitet werden, damit eine Zukunft auf dem Hof möglich ist.
Das Buch erzählt aus der sehr persönlichen Sicht der Schwestern ein Stück deutsche Geschichte.
Das Buch liest sich flüssig, man kann es nicht aus der Hand legen, obwohl keine dramatischen Vorkommnisse passieren.

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Bewertung von anyways aus greifswald am 27.08.2013   sehr gut
Wie das wohl ist, 100 Jahre alt zu werden und immer noch geistig fit und einigermaßen mobil zu sein?
Anne Gesthysen gibt uns einen sehr interessanten Einblick in ihre Familiengeschichte. Zwei ihrer Tanten haben über 100 Geburtstage feiern können. Die Geschichte beginnt dann auch mit dem 100. Geburtstag der ältesten Schwester Gertrud, den diese bei der jüngsten (84), Katty begehen will. Ebenfalls zu diesem Ereignis kommt auch die zweitälteste Paula (98)angereist. Aber Familienbande sind zwar sehr stark miteinander verknüpft aber zwischen den Schwestern stecken auch mindestens achtzig Jahre gemeinsame Erlebnisse, die nicht immer angenehm waren und die oft zu Zwistigkeiten und Groll untereinander gesorgt haben. Eins haben die drei nämlich schon auf den ersten Blick gemeinsam….einen immensen Dickkopf. Die Jüngste fühlt sich von der Ältesten ständig gegängelt, die Ältere wiederum kann nicht aufhören die Jüngste zu erziehen, tja und die Mittlere sitzt irgendwie ständig zwischen den Stühlen, denn nicht immer kann sie schlichten.
Sie haben alles erlebt, den ersten Weltkrieg und auch den zweiten, das Wirtschaftswunder und sogar die Wiedervereinigung. Die eigentliche Geschichte spielt aber hauptsächlich vor, während und kurz nach dem zweiten Weltkrieg.
Die Autorin zeichnet ein liebevolles Portrait ihrer drei Großtanten ohne deren Charakterzüge zu verstellen oder den heutigen Ansichten anzupassen. Das hat mir sehr gefallen. In vielem konnte ich Ähnlichkeiten zur eigenen Verwandtschaft erkennen. Die Individualität aller drei charakterisiert sich nicht nur aus den kleineren körperlichen Gebrechen sondern ihre verschiedenen Wesenszüge sind sehr deutlich, und mir sehr sympathisch, gezeichnet. Ganz besonders hinweisen möchte ich persönlich auf den Epilog, denn für mich war es ebenso wichtig die Geschichte nach der Geschichte zu erfahren.

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Bewertung von Nina aus Wald am 11.08.2013   ausgezeichnet
Die drei rüstigen Schwestern Katty, Paula und Gertrud treffen sich zu Gertruds 100. Geburtstag auf dem Tellemannshof in Wardt. Was die Autorin in der Geschichte rund um die Feier erzählt, ist nicht nur ein Rückblick auf drei lange und völlig unterschiedlich verlaufene Leben am Niederrhein, sondern auch ein spannender Abriss des 20. Jahrhunderts mit lokalem Bezug. Mit Humor und vielen Anekdoten blicken Gertrud, Paula und Katty trotz mancher herber, vor allem den moralischen Vorstellungen ihrer Zeit geschuldeter Enttäuschungen zurück. Und weil die Lebensläufe der Schwestern auf tragische Weise miteinander verwoben sind, bleiben auch Vorwürfe und späte Lebensbeichten nicht aus. Sehr empfehlenswert, nicht nur für Leser, die mit der Gegend um Xanten verbunden sind. Eine leichte Urlaubslektüre ist die Geschichte von Anne Gesthuysen nicht, ebenso wenig ein Buch, das sich an die Generation der knapp 100-Jährigen wendet. Es ist eine Geschichte mit Tiefgang, die zeigt, wie drei untrennbar verbundene Frauen ihre Schicksale annehmen und daran stark werden.

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Bewertung von Conny Z. von dieseitenfluesterer-unserbuchblog.blogspot.de am 18.04.2013   sehr gut
Kurzform meiner Rezension:

Die Idee der Autorin Anne Gesthuyen, die Geschichte ihrer Großtanten in einem Roman zu verpacken, ist ihr gut gelungen. Von dem ersten Kapitel an habe ich vor allem Gertrud, wohl weil sie die Erzählungen vorantreibt, in mein Herz geschlossen.

Vergangenheit und Gegenwart prallen an einem bedeutenden Tag aufeinander und die drei Geschwister verarbeiten miteinander eine aufregende Zeit. Die Erzählungen der Autorin sind sehr bildhaft verpackt und sprachen mich sehr an, sie schreibt darüber hinaus auch sehr flüssig und humorvoll.
Am Anfang des Buches hatte ich erst kleine Einstiegsprobleme, da viele Gegebenheiten aus der Vergangenheit der drei Schwestern auf einmal auf einen einprasseln. Durch die gut gegliederten Kapitel wurde die Erzählweise aufgesplittet und so fand ich nach und nach in die Geschichte hinein.
Durch die Sprünge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart erfuhr ich unterschiedliche Gegebenheiten aus dem Leben der Schwestern und immer mehr und mehr setzten sich diese Geschichten zu einem großen Bild zusammen.

Gerade das Schicksal von Gertrud hat mich sehr gefesselt, denn als sie den jungen Mann Franz kennen und lieben lernt, dachte auch ich zuerst, dass sie einer schönen Zukunft entgegensieht. Dass aber der Bruder Heinrich, der den Hof der Familie führte, etwas gegen diese Verbindung hat, veränderte Gertruds Leben auf eine schicksalhafte Weise.
Sie war nicht nur die große Schwester für Katty, sondern fungierte auch als Mutterersatz und übernahm schnell die Erziehung ihrer kleinsten Schwester.
Auch noch Jahrzehnte später hat sich daran nichts geändert und so liefert sich die mittlerweile über achtzigjährige Katty mit ihrer einhundertjährigen Schwester Gertrud die komischsten Wortgefechte.
Katty ist mir nie sympathisch geworden, vielleicht lag es an ihrer naiven Art.
Da der größte Schicksalsschlag im Zweiten Weltkrieg über zahllose Familien hereinbrach, spielt auch die Ansicht in der Vergangenheit in jenem schicksalhaften Jahrzehnt.

“Wir sind doch Schwestern” ist eine Familiengeschichte, die ruhig noch mehr Inhalt und Erzählungen hätte vertragen können. Sie wird aber humorvoll und sehr liebenswert erzählt wird.

Da bei diesen Schwester genau wie bei zahllosen anderen Familien zum Teil die größten Schicksalsschläge im Zweiten Weltkrieg hereinbrachen, spielt auch ein Blick in die Vergangenheit eine große Rolle - in genau jenes schicksalhafte Jahrzehnt.

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Bewertung von Aenna (www.buecherspleen.blogspot.com) aus Niedersachsen am 04.03.2013   ausgezeichnet
Gertrud, Paula und Katty sind Schwestern und zusammen 282 Jahre alt.
Die drei treffen sich auf dem Tellemannshof, auf dem die Jüngste von ihnen, die 84jährige Katty, seit ihrer Jugend lebt.
Ein großes Fest steht bevor, denn Gertrud wird 100 Jahre alt, und das soll gebührend gefeiert werden.
Aber nicht nur die Vorbereitungen zu Gertruds Ehrentag beschäftigen die betagten Damen, auch ihre Erinnerungen an vergangene Zeiten werden wieder wach, was nicht zuletzt am Tellemannshof und seinem letzten Besitzer, Heinrich Hegmann liegt.
Erinnerungen, die nicht immer angenehm sind an Ereignisse, die noch immer schmerzen und die auch heute noch die eine oder andere Frage unbeantwortet lassen...

Anne Gesthuysen schreibt in ihrem ersten Roman "Wir sind doch Schwestern" die Geschichte ihrer drei Großtanten auf.
Sie beruft sich dabei auf alte, sich in Familienbesitz befindende Dokumente, auf mündliche Überlieferungen aus der Verwandschaft sowie auf ihre eigenen Erinnerungen.
Herausgekommen ist ein mitreißendes Werk, welches das lange Leben von drei Frauen widerspiegelt, die neben zwei Kriegen noch weitere, ganz eigene Katastrophen erlebt haben.

Geschickt verknüpft die Autorin Gegenwart und Vergangenheit.
So erleben wir die betagten Damen bei den Vorbereitungen zum Geburtstagsfest und können oft ein Schmunzeln nicht verhindern angesichts ihrer humorvoll genommenen Wehwehchen und Zipperlein, mit denen man sich im Alter so herumzuschlagen hat.
Die Methoden zur Bekämpfung derselbigen erlauben dagegen auch ein lautes Lachen...

Wir tauchen in die Gedankenwelt von Katty, Paula und Gertrud ein und lernen sie ebenfalls als junge Frauen kennen, die sich, entgegen der damaligen Zeit, bilden und auch eine eigene Meinung vertreten durften.
Jede für sich erleben wir als eine eine starke Persönlichkeit, die sich ihrem jeweiligen Schicksal zu stellen vermochte.
Und jede für sich hat mich mit ihrer Geschichte ganz stark beeindruckt, auch wenn das eine oder andere Detail fiktiv sein mag.
Und natürlich kreuzen sich auch die Wege der Schwestern im Lauf ihres Lebens, und hier wird dem Leser sehr stark und wohltuend deren gegenseitige Liebe und ihr Zusammenhalt bewusst - auch, wenn längst nicht jede alles über die anderen beiden weiß....

Anne Gesthuysen versteht es hervorragend, die damaligen Zeiten, wie sie eben waren, darzustellen, so dass ich beim Lesen die Bilder in schwarz-weiß vor Augen hatte.
Mit ganz viel Wärme bringt uns die Autorin ihre Protagonistinnen so nahe, dass man den Wunsch verspürt, diese persönlich kennen zu lernen.

Sicherlich ist es sehr schwierig, einen Roman über die eigene Verwandtschaft zu schreiben, erst recht, wenn es "delikat" wird.
Anne Gesthuysen meistert diese Schwierigkeit umsichtig und mit viel Respekt.
Der Autorin ist somit ein hervorragender Erstling gelungen, dessen ganz persönliche Note in jeder Zeile spürbar ist...


Kurz und knapp:
Warmherzig erzählte, faszinierende Familiengeschichte!

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Bewertung von DaViNzI aus München am 28.02.2013   sehr gut
In dem Buch geht es um Katty, Gertrud und Paula die sich zu Gertruds Geburtstag treffen an dem sich ihre Zukunft planen wollen gemeinsam haben die drei Freundinen schon viele Abenteuer erlebt die sich quer durch das 20.Jahrhundert...
Mir gefällt dieses Buch sehr da es sehr Abwechslungsreich ist, und die drei Freundinen sich zusamen super ergänzen.

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Bewertung von mrs-lucky aus Norddeutschland am 23.02.2013   ausgezeichnet
Eine schöne, berührende Geschichte über Liebe, Loyalität und Vergebung, das ist mein erster Eindruck, nachdem ich den Roman „Wir sind doch Schwestern“ gerade beendet habe. In diesem Buch verarbeitet Anne Gesthuysen einen Teil ihrer Familiengeschichte anhand der Schicksale ihrer drei Großtanten Gertrud, Paula und Katty. Gertruds bevorstehender 100ster Geburtstag ist nicht nur Anlass für eine große Familienfeier, sondern bietet den Schwestern auch Gelegenheit, über ihr Verhältnis zueinander und ihre Vergangenheit nachzudenken. Die Geschichten der Schwestern sind mit einander verwoben, ein wichtiger Drehpunkt sind der Tellmannhof, auf dem auch das Fest stattfindet, und sein früherer Eigentümer Heinrich Heegmann.

Anne Gesthuysen lässt die Schwestern in Rückblenden von zentralen Ereignissen aus ihrer Vergangenheit erzählen. Dabei versucht sie, die Erzählerinnen ihre Beweggründe und Gedanken reflektieren zu lassen, ohne die Geschehnisse und Entscheidungen selber zu werten. So offenbaren sich auf sehr sensible, feinfühlige Art die Familiengeschichten der Heegmanns und Franckens. Aufgrund ihres hohen Alters, Paula ist ebenfalls bereits 98 Jahre alt, Katty ist 84, haben die drei eine Menge erlebt. So bekommt der Leser unter anderem Eindrücke in das Leben auf dem Lande am Niederrhein zu Zeiten der beiden Weltkriege. Die Schwestern stammen aus einfachen Verhältnissen, haben aber eine gute Ausbildung erhalten, die beiden älteren haben als Lehrerinnen gearbeitet. Alle drei besitzen bis ins Alter einen sehr wachen Verstand.

Mich hat der Roman sehr bewegt. Die Schwestern erzählen sehr offen von einschneidenden Ereignissen aus ihrem Leben. Sie hatten alle drei über die Jahre einen engen Kontakt, auch wenn sie in vielen Dingen nicht immer einer Meinung waren. Sie gehen sehr kritisch miteinander ins Gericht, nutzen den Anlass des Fests aber auch als Möglichkeit der Aussprache. Meiner Meinung nach ist es der Autorin gut gelungen, in den einzelnen Abschnitten die Charaktere und Eigenarten der Schwestern sprachlich von einander abzugrenzen. Man fühlt sich ihnen in ihren Schilderungen jeweils sehr nahe.

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Bewertung von Lene aus Chemnitz am 14.01.2013   ausgezeichnet
Das Leben der drei alten Damen ist wunderbar leicht lesbar erzählt. Für mich sind derartige Lebensgeschichten hochspannend, was mir dieses Buch besonders wertvoll macht.

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Bewertung von Nilly am 05.01.2013   ausgezeichnet
Das Buch „Wir sind doch Schwestern“ hat mich berührt und gleichzeitig auch viel zum Nachdenken gebracht. Die Autorin, Anne Gesthuysen, erzählt herzlich und dennoch ohne Beschönigung das Leben ihrer drei interessanten Großtanten. Es ist für mich ein Geschenk, einen solch tiefen Blick in den bemerkenswerten Alltag der Damen blicken zu dürfen. Danke hierfür!

Gertrud wird 100 Jahre alt. Das ist für Katty, die Jüngste des Schwesterntrios, natürlich ein willkommener Grund wieder auf dem Tellemannshof ein richtiges Fest zu organisieren. Trotz ihren stolzen 80 Jahren ist das für sie überhaupt kein Problem. Paula, die mittlere Schwester, darf dabei natürlich nicht fehlen!

Und plötzlich steht der Leser in 3 Leben. Die Autorin gibt den starken Charakteren viel Zeit um ihre Geschichten in die Zukunft zu holen. Jede der dreien hat eine bewegende Lebensgeschichte hinter sich. Oft sind ihre Wege miteinander verbunden. Allerdings nicht immer im Guten… Stolz, Liebe, Ehre und Willenskraft begleitet dennoch alle. Viele Verluste und schlimme, für meine Generation kaum nachfühlbare Zeiten während der Kriege wurden irgendwie überlebt. Diese Angst und das ständige bibbern um das eigene Leben und das der Lieben muss kaum zum Aushalten gewesen sein.

Die Autorin gibt den Damen Stimmen mit Tiefgang. Wut und Ängste sind genauso intensiv beschrieben wie die Liebe und das Glück. Mit diesem Buch bekam ich einen fantastischen und dennoch bedrückenden Eindruck in die Vergangenheit. Einen für mich überaus passenden Satz zur Beschreibung dieses Buches (um genau zu sein über Paula) fand ich im Epilog: "Geboren im 19., gelebt, geliebt, gelacht und gelitten im 20. und gestorben im 21. Jahrhundert."

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Bewertung von Philo aus Frankfurt am Main am 04.01.2013   ausgezeichnet
Ich finde, dies ist ein außergewöhnliches und ganz besonderes Buch. Einmal angefangen zu lesen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Beschrieben wid das Leben der drei Schwestern Gertrud, 100 Jahre alt, Paula, 98 Jahre alt und Katty, 84 Jahre alt. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, gehen die Schwestern alle ihren Weg, sind sich nicht immer einig und auch nicht immer gut gesonnen, wenn es aber darauf ankommt, gilt der Grundsatz "Wir sind doch Schwestern". Nun sind die drei hochbetagt zusammengekommen, um den einhundertsten Geburtstag von Gertrud zu feiern, die Vergangenheit aufzuarbeiten und sich Geheimnisse anzuvertrauen, die jede Einzelne bislang für sich bewahrt hat. Jede der Schwestern muß erkennen, daß alle drei schwere Schicksalsschläge haben hinnehmen müssen, von denen jede Einzelne vieles für sich behalten hat. Und trotz ihres hohen Alters sind die Schwestern noch in der Lage, zuzuhören und ein neues Vertrauen aufzubauen.

Das Buch beleuchtet ein ganzes Jahrhundert mit zwei Weltkriegen, Hunger, Elend und dem Verlust von Familienangehörigen. Daß ein Cousin der Schwestern sich wegen der Entdeckung seiner Homosexualität das Leben nahm, weil er vor Scham nicht mehr weiterleben wollte, ist ein ganz schreckliches Ereignis, das heute kaum mehr vorstellbar ist. Genau so unvorstellbar ist für heutige Verhältnisse, daß Gertrud und Katty die Männer, die sie liebten, nicht heiraten konnten, weil die Standesunterschiede dies nicht zuließen.

Die Autorin schreibt ihre Geschichte in einer Weise, die den Leser einbindet und mitnimmt auf die Reise durch das 20. Jahrhundert, und indem die Schwestern jetzt nach und nach offen und ehrlich miteinander umgehen, fühlt man sich mittendrin im Geschehen. Ein wunderbares Buch über Familienbande, Schwesternliebe, Zugehörigkeitsgefühl und gegenseitiges Verständnis, das durch die ehrliche Begegnung der drei Schwestern gegen Ende ihres Lebens eine besondere Bedeutung erreicht.

Fünf Sterne für ein Buch, dem ich ganz viele Leser wünsche.

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