Rohstoff - Fauser, Jörg

Jörg Fauser 

Rohstoff

Roman. Mit e. Nachw. v. Benjamin von Stuckrad-Barre u. e. Gespräch m. Hanna Siehr

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Produktbeschreibung zu Rohstoff

Für Harry Gelb ist das gelebte Leben selbst der Rohstoff des Schreibens. So begibt er sich auf eine Reise, die ihn in die Slums von Istanbul, in Berliner Kommunen und Frankfurter 'Politbüros der Liebe' führt. Er schlägt sich als Junk-Reporter durch, heuert als Flughafenarbeiter und Nachtwächter an, bis er schließlich über genügend 'Rohstoff' verfügt, um das zu werden, was er wollte: Schriftsteller.
'Rohstoff' ist ein Szenereport, die Chronik eines Lebens, eine menschliche Tragikomödie und vor allem das Anti-Kultbuch der sechziger/siebziger Jahre.

Produktinformation


  • Verlag: Alexander Verlag
  • 2008
  • 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 327 S.
  • Seitenzahl: 303
  • Jörg-Fauser-Edition Bd.2
  • Deutsch
  • Abmessung: 199mm x 129mm x 30mm
  • Gewicht: 435g
  • ISBN-13: 9783895811142
  • ISBN-10: 3895811149
  • Best.Nr.: 12424926
"Wer heute in Deutschland das Wort erhebt und Jörg Fauser nicht gelesen hat, muß verrückt sein." (Benjamin von Stuckrad-Barre)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.11.2006

Der Sound eines Werkes
Jörg Fauser in der Romanfabrik

Jörg Fauser war der Amerikaner unter den deutschen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Autoren wie Burroughs, Bukowski, Chandler und Hammett waren ihm Inspiration. Er schrieb über Drogen, Sex und hartes Saufen. Er versuchte sich in zahlreichen literarischen Gattungen und verfaßte Gedichte, Erzählungen, Romane, Krimis, Reportagen und eine Biographie von Marlon Brando. Einem größeren Publikum wurde er aber als Songtexter bekannt. Fauser schrieb die Texte zu Achim Reichels Hitalbum "Der Spieler". Als schließlich noch 1985 Fausers furioser Krimi "Der Schneemann" mit Marius Müller-Westernhagen verfilmt wurde, schien der Schriftsteller endlich den Durchbruch geschafft zu haben. Doch zwei Jahre später war Fauser tot. Im Morgengrauen des 17. Juli 1987, am Tag nach seinem 43. Geburtstag, wurde er auf der A 94 bei München von einem Lastwagen überfahren.

Mit Fauser selbst schien auch sein Werk mit einem Schlag verschwunden. Seit einiger Zeit wird sein Geist von jungen Literaten beschworen, die in ihm einen der Begründer der deutschen Popliteratur sehen. Aber auch wenn Stuckrad-Barre, …

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"Der Rohstoff, das Leben, die Wirklichkeit. Muß nur abgeschrieben werden. Präzise, schnell, schnörkellos. [...] Jörg Fauser war vierzig Jahre alt, als sein autobiographischer Roman Rohstoff erschien. Drei Jahre später war er tot. Gut, daß er es vorher aufgeschrieben hat, sein Leben, in diesem großen Buch über sein Alter ego, Harry Gelb. Alles selbst erlebt, selbst gelebt, den unendlichen Drogenrausch am Bosporus, die Selbstheilung nach Burroughs' Vorbild mit der Antidroge Apomorphin. Und die Reise dann zurück nach Frankfurt, ins "Milieu", in die Heimat. [...] Das Leben als Anarchist in den Kommunen von Berlin. Und der Haß, der Haß auf das Kultur-Establishment, die ganze lebensverdrängende, wirkliche westdeutsche Gegenwart von 1968: "dieser deutsche Brei, diese klebrige Soße schmeckte so schlecht, weil sie zubereitet war aus den Rückständen politischer Krankheiten, aus den überlebten Doktrinen des Jahrhunderts, und angereichert mit den politischen Modebegriffen der jeweiligen Saison." [...] Roher Stoff, unbehauen, unverstellt, echt. Leben ist Erleben. Leben ist Schreiben. Wann vorher, wann nachher hat ein Schriftsteller eine ähnlich euphorische Wirklichkeits-, eine ähnlich existentielle Schreibposition vertreten?"(Volker Weidermann: Die neuen Klassiker, Ein kleiner Kanon für die Gegenwart. Die wirkungsvollsten deutschen Bücher der letzten 20 Jahre, FAZ)
Jörg Fauser, geboren im Juli 1944 schrieb Essays und Gedichte, Hörspiele, Drehbücher, Erzählungen und Songtexte. Er arbeitete in diversen Jobs und war verantwortlicher Redakteur bzw. Herausgeber verschiedener Underground-Zeitungen. Am 17. Juli 1987 starb Fauser an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

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