Pompeji - Harris, Robert

Robert Harris 

Pompeji

Roman

Aus d. Engl. v. Christel Wiemken
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Pompeji

Pompeji, 79 n. Chr., reichste Stadt der römischen Weltmacht, Oase der Schönen und Mächtigen: Der junge Wasserbaumeister Attilius kommt einer skrupellosen Verschwörung auf die Spur, doch seine Nachforschungen werden überschattet von den unheimlichen Vorzeichen einer drohenden Apokalypse.



Produktinformation

  • Verlag: HEYNE
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 378 S.
  • Seitenzahl: 384
  • Heyne Bücher Nr.47013
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 121mm x 30mm
  • Gewicht: 310g
  • ISBN-13: 9783453470132
  • ISBN-10: 3453470133
  • Best.Nr.: 13428034
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.01.2004

Niemand hörte auf die Aqua Augusta
Doppelter Boden der Antike: In "Pompeji" wird Robert Harris Augenzeuge des Vesuv-Ausbruchs

Der dritte Weltkrieg wird um Wasser geführt werden. Daß wir ungläubig auf diese Prognose reagieren, liegt am Erbe der römisch-antiken Zivilisation, die uns den verschwenderischen Umgang mit Wasser und den Glauben an dessen Allverfügbarkeit eingeimpft hat. Nicht die stur alles überwindenden römischen Landstraßen, sondern die Aquädukte, die in Symbiose mit ihrer Umgebung teils als tollkühne Brücken, teils als unterirdische Kanäle verlaufen, waren die größte zivilisatorische Leistung des Imperiums.

So sagt Plinius der Ältere, Roms berühmtester Naturwissenschaftler und faszinierter Augenzeuge des Vesuv-Ausbruchs vom 24. August 79 nach Christus. Schon in der ersten hinreißenden Szene seines Pompeji-Romans beweist Richard Harris, daß er dem antiken Wissenschaftler diese Behauptung zu Recht in den Mund legt. Wir werden Zeuge, wie Marcus Attilius Primus, der junge, gerade aus Rom nach Misenum am Golf von Neapel beorderte "Aquarius", zwei Tage vor dem Vesuvausbruch nach einer Quelle gräbt. Er muß Wasser finden, …

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»Robert Harris ist ein Genie. Sein Roman steuert unaufhaltsam auf den spektakulären Ausbruch des Vesuv 79 n. Chr. zu. Unerhört aufregend.« The Sunday Times

»Pompeji erweckt das Römische Weltreich zum Leben.«

"Ein raffiniert komponiertes Klangereignis." HörBücher

»Robert Harris ist ein Genie. Sein Roman steuert unaufhaltsam auf den spektakulären Ausbruch des Vesuv 79 n. Chr. zu. Unerhört aufregend.«
Robert Harris wurde 1957 in Nottingham geboren und studierte in Cambridge. Er war Reporter bei der BBC, Redakteur beim 'Observer' und Kolumnist bei der 'Sunday Times' und dem 'Daily Telegraph'. 2003 wurde er als bester Kolumnist mit dem 'British Press Award' ausgezeichnet. Er schrieb mehrere Sachbücher, und seine Romane 'Vaterland', 'Enigma', 'Aurora', 'Pompeji', 'Imperium', 'Ghost' und zuletzt 'Titan' wurden allesamt internationale Bestseller. Seine Zusammenarbeit mit Roman Polanski bei der Verfilumg von 'Ghost' ('Der Ghostwriter') brachte ihm den französischen "César" und den "Europäischen Filmpreis" für das beste Drehbuch ein. Robert Harris lebt mit seiner Familie in Berkshire.

Leseprobe zu "Pompeji" von Robert Harris

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Leseprobe zu "Pompeji" von Robert Harris

MARS 22. August

Zwei Tage vor dem Ausbruch

Conticinium

[04.21 Uhr]

"Es hat sich herausgestellt, dass zwischen der Gewalt eines Ausbruchs und der Länge der voraufgegangenen Ruhezeit ein enger Zusammenhang besteht. Fast alle großen Ausbrüche in geschichtlicher Zeit ereigneten sich bei Vulkanen, die jahrhundertelang geruht hatten."

Jacques-Marie Bardintzeff, Alexander R. McBirney Volcanology Sie verließen den Aquädukt zwei Stunden vor Sonnenaufgang und erklommen bei Mondschein die Berge oberhalb des Hafens - sechs Männer, einer hinter dem anderen, mit dem Wasserbaumeister an der Spitze. Er hatte sie selbst aus den Betten geworfen - mit noch steifen Gliedern und mürrischen, verschlafenen Gesichtern -, und jetzt hörte er, wie sie sich hinter seinem Rücken beklagten. Ihre Stimmen trugen in der warmen, stillen Luft weiter, als ihnen bewusst war.

"Ein Hirngespinst", murmelte jemand.

"Knaben sollten bei ihren Büchern bleiben", sagte ein anderer.

Er ließ seine Schritte länger werden. Lass sie schwatzen, dachte er.

Schon jetzt konnte er spüren, wie sich die Hitze des Morgens aufbaute, Vorbote eines weiteren Tages ohne Regen. Er war jünger als die meisten Männer seines Trupps und auch kleiner: gedrungen, muskulös, mit kurz geschnittenem braunem Haar. Die Stiele der Werkzeuge, die er auf der Schulter trug - eine schwere Bronzehacke und eine Holzschaufel - scheuerten an seinem von der Sonne verbrannten Hals. Trotzdem zwang er sich, mit seinen nackten Beinen so weit auszuholen, wie es ging. Er kletterte schnell von einem sicheren Punkt zum nächsten, und erst als er sich hoch über Misenum befand, an einer Stelle, an der sich der Pfad gabelte, entledigte er sich seiner Last und wartete darauf, dass die anderen ihn einholten.

Er wischte sich mit dem Ärmel seiner Tunika den Schweiß von den Augen. Was für einen flimmernden, fiebrigen Himmel die hier im Süden hatten! Selbst jetzt, kurz vor Tagesanbruch, wölbte sich eine gewaltige Halbkugel von Sternen bis zum Horizont hinab. Er konnte die Hörner des Stiers sehen und den Gürtel und das Schwert des Orion; da waren Saturn und der Große Bär und auch das Sternbild, das sie den Winzer nannten und das immer für Caesar am zweiundzwanzigsten Tag des August aufging, gleich nach dem Fest der Vinalia; Zeichen dafür, dass die Zeit für die Traubenernte gekommen war. Morgen Nacht würde der Mond voll sein. Er streckte die Hand himmelwärts, wobei sich seine plumpen Finger schwarz und scharf vor den funkelnden Sternbildern abzeichneten - er spreizte sie, ballte sie, spreizte sie abermals -, und einen Augenblick lang hatte er das Gefühl, dass er der Schatten, das Nichts war; das Licht war die Substanz.

Vom Hafen unten kam das Klatschen der Ruder, die Nachtwache war zwischen den vertäuten Triremen unterwegs. Die gelben Laternen zweier Fischerboote funkelten auf dem Golf. Ein Hund bellte, ein anderer antwortete. Und dann die Stimmen der Arbeiter, die langsam den Pfad unterhalb von ihm heraufkamen: der grobe lokale Akzent des Aufsehers Corax - "Seht euch das an - unser neuer Aquarius winkt den Sternen zu!" - und das Schnaufen und Keuchen der Sklaven und freien Männer, die in diesem Moment gleichrangig waren in ihrem Groll, wenn auch in nichts sonst.

Der Wasserbaumeister ließ die Hand sinken. "Bei so einem Himmel", sagte er, "brauchen wir wenigstens keine Fackeln." Plötzlich war er voll neuer Tatkraft, bückte sich nach seinem Werkzeug und packte es sich wieder auf die Schulter. "Wir müssen weiter." Er schaute in die Dunkelheit hinein. Der eine Pfad würde sie nach Westen bringen, um den Rand des Kriegshafens herum. Der andere führte nach Norden, auf den Küstenort Baiae zu. "Ich denke, hier sollten wir abbiegen."

"Er denkt", höhnte Corax.

Der Wasserbaumeister war schon am Vortag zu dem Schluss gekommen, dass es am besten war, den Aufseher zu ignorieren. Wortlos kehrte er dem Meer und den Sternen den Rücken zu und begann, die schwarze Masse der Bergflanke hinaufzusteigen. Was war Führerschaft schließlich anderes als die blinde Wahl einer Route und die selbstsichere Behauptung, dass die Entscheidung auf Vernunft beruht hat?

Hier war der Pfad steiler. Er musste ihn seitwärts hinaufklettern, manchmal seine freie Hand benutzen, um sich hochzuziehen; wenn seine Füße abrutschten, prasselten Schauer von losen Steinen in die Dunkelheit. Die Leute hielten diese braunen, von sommerlichen Buschfeuern versengten Berge für trocken wie Wüsten, aber der Wasserbaumeister wusste es besser. Dennoch spürte er, wie seine frühere Gewissheit ins Wanken geriet, und er versuchte sich zu erinnern, wie der Pfad im Gleißen der gestrigen Nachmittagssonne ausgesehen hatte, als er ihn zum ersten Mal erkundet hatte. Der gewundene Pfad, kaum breit genug für ein Maultier. Die Streifen von versengtem Gras. Und dann, an einer Stelle, an der das Gelände ebener wurde, Flecken von blassem Grün in der Schwärze - Anzeichen von Leben, bei denen es sich, wie sich herausstellte, um Efeu handelte, der sich an einem Felsbrocken hinaufrankte.

Nachdem er eine Anhöhe halb hinaufgestiegen und wieder hinabgeklettert war, blieb er stehen und drehte sich langsam im Kreis herum. Entweder hatten sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt, oder der Tagesanbruch war jetzt nahe, was bedeutete, dass es fast zu spät geworden war. Die anderen waren hinter ihm stehen geblieben. Er hörte ihr schweres Atmen. Noch so eine Geschichte, die sie in Misenum erzählen konnten - wie ihr neuer, junger Aquarius sie aus den Betten geworfen und dann mitten in der Nacht in die Berge geführt hatte, und das alles nur wegen eines Hirngespinstes. In seinem Mund war ein Geschmack nach Asche.

"Haben wir uns verirrt, hübscher Knabe?"

Wieder die höhnische Stimme von Corax.

Er machte den Fehler, den Köder zu schlucken. "Ich suche nach einem Felsbrocken."

Jetzt versuchten sie nicht einmal, ihr Gelächter zu unterdrücken.

"Er rennt herum wie eine Maus im Nachttopf." "Er muss hier irgendwo sein. Ich habe ihn mit Kreide markiert."

Noch mehr Gelächter - und er wirbelte herum und musterte sie: den gedrungenen und breitschultrigen Corax; den langnasigen Becco, der Gipser war; den rundlichen Musa, dessen Spezialität das Verlegen von Ziegelsteinen war; und die beiden Sklaven, Polites und Corvinus. Sogar ihre undeutlichen Gestalten schienen ihn zu verspotten. "Lacht. Gut.

Kundenbewertungen zu "Pompeji" von "Robert Harris"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
 
(1)
***** weniger gut
 
(1)
***** schlecht
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Bewertung von Vplusani aus Wesel am 14.02.2011 ***** gut
Wer Robert Harris mag, kommt natürlich nicht an "Pompeji" vorbei, das ist klar.
Leider muss ich sagen, dass mir alle seine anderen Bücher besser gefallen haben.
Hier in diesem Buch wartet man einfach nur darauf das der Vulkan ENDLICH ausbricht. Und als es dann der Fall ist, war ich ziemlich enttäuscht wie wenig Harris dazu geschrieben hat :-( Die Vorgeschichte war zu lang und der Ausbruch eben, für meinen Geschmack, viiiiiel zu kurz! Dafür das sich Harris soviel Mühe dafür gegeben hat und so viel nachgeforscht hat ist das Buch ziemlich "laff". Höhepunkte kommen zwar vor, aber diese sind nur kleine Hügelchen im Vergleich zum echten Vesuv :D

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Bewertung von Lisega am 03.04.2009 ***** sehr gut
Dieses Hörspiel versteht es trotz der starken Kürzung, das bunte Bild Pompejis im Jahre 79 n. Chr. aus Robert Harris Bestsellerroman zum Leben zu erwecken. Die wichtigsten Handlungsstränge und die Spannung der Buchvorlage bleiben erhalten, die Sprecher sind alle passend ausgewählt und die Geräuschkulisse wirklich fantastisch. Eingebettet in die Geschichte des Wasserbaumeisters Attilius und die Ränkespiele des Bauunternehmers Ampliatus werden die letzten Tage vor dem alles vernichtenden Vulkanausbruch glaubwürdig geschildert. Eine rundum gelungene Inszenierung – mein einziger Kritikpunkt betrifft die Kapitelauszüge aus der Vulkanologie, die immer wieder in der Geschichte eingestreut sind. Bei dieser Kakophonie war mir der Unterschied in der Lautstärke einfach zu groß.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von Polar aus Aachen am 06.09.2007 ***** weniger gut
Natürlich weiß jeder, daß der Vesuv am Ende des Romans ausbrechen wird. Was es der Entwicklung jeder Handlung erschwert, sich freizuschwimmen, da das zu erwartende furiose Finale sich längst vor unserem inneren Auge abgespielt hat. Viel zu viel um Spannung bemühtes Beiwerk. Die Verschwörung, die der Wasserbaumeister Attilius aufdeckt, hat eher den Charakter des kleinen Fernsehspiels, als daß er auf der großen historischen Bühne stattfindet. Da soll eine Bevölkerung gewarnt, eine Bibliothek gerettet werden, zwei Liebenden sich finden, da soll Machtpolitik entblößt, Korruption mittels Wasserwirtschaft angeprangert werden. Die bösen Römer. Es gibt sicher faszinierendere Darstellungen der Römischen Geschichte. Und Robert Harris ist sicher in Enigma der bessere Autor. Ein Schmöker für die Ohren bei Temperaturen über dreißig Grad, um im Schatten zu liegen.

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