Ein Chinese auf dem Fahrrad - Magnus, Ariel

Ariel Magnus 

Ein Chinese auf dem Fahrrad

Roman. Ausgezeichnet mit dem Premio La otra Orilla 2007

Aus d. argentin. Span. v. Silke Kleemann
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Produktbeschreibung zu Ein Chinese auf dem Fahrrad

"Vater meines Vaters, ein Zweifel brummt wie eine Fliege in meinem Kopf.
Lass sie mich mit den Stäbchen meiner Weisheit erhaschen, Sohn meines Sohnes.
Warum essen alle mit Messer und Gabel und wir mit Stäbchen?
Nicht alle essen mit Messer und Gabel, Urenkel meines Vaters. Die Inder beispielsweise essen mit den Händen.
Mit dem größten Respekt, Sohn meines Urgroßvaters, Ihre Antwort scheint mir nicht auf den Punkt. Wie die Affen können wir alle essen, verwunderlich ist, dass wir unterschiedliche Gerätschaften zu unserer Zivilisierung wählen.
Ich gestehe Ihnen Ihre Vermessenheit zu, Vater meiner Urenkel, und gehe zur Antwort auf Ihre Frage über: Wir essen mit Stäbchen, weil Messer und Gabel mit Mängeln behaftete Werkzeuge sind. Das Messer ist noch vertrauenswürdig, insofern es groß und scharf ist wie ein Tigerzahn, aber die Gabel taugt nichts. Ich meine, sie sticht nicht.

Vamos Algentina - ein lasantel Loman aus Buenos Ailes, del viel Fleude macht! Ramiro, Zeuge bei der Gerichtsverhandlung gegen den vermeintlichen Brandstifter Li, wird in das chinesische Viertel von Buenos Aires entführt. Mehr Gast als Geisel lernt er eine völlig neue Kultur kennen und verliebt sich in die hübsche Chinesin Yintai, die ihm mit ihren Liebesspielen und ihren Reden für eine chinesische Vormachtstellung in der Welt die Sinne raubt.
Dieser ungezügelt komische Roman führt den Leser in die Wunderwelt chinesischer Miniläden, ins Chinatown von Buenos Aires, und ist eine der witzigsten Liebeskomödien der letzten Zeit. Die ganze Stadt sucht einen mysteriösen Brandstifter, Fosforito (das Streichhölzchen) genannt, der, so das Gerücht, nach seinen Untaten immer auf einem Fahrrad flüchten soll - er ist ja ein Chinese. Li passt genau ins Bild, und so wird er verhaftet. Bei seiner Verurteilung nimmt er eine Geisel, den Computerfreak Ramiro. Er entführt ihn ins Chinesenviertel von Buenos Aires, und zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft. In einer merkwürdigen Abwandlung des Stockholm-Syndroms findet Ramiro immer mehr Gefallen an seinen Entführern und ihrer Welt, in der er zwar kein Wort versteht, aber immerhin den besten Sex seines Lebens hat. In dieser Welt steht alles Kopf: Sein Bewacher bittet ihn, bei einem großangelegten Einbruch mitzumachen, seine Liebhaberin will nur an der frischen Luft mit ihm schlafen und Li gesteht, dass alles eine große Verwechslung war. Als Ramiro merkt, dass Li gar nicht Fahrrad fahren kann und die großen jüdischen Machtkämpfe doch chinesische sind, wird es Zeit für ihn, auch mal selbst eine Entscheidung zu treffen.
Argentinien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse 2010!

Produktinformation


  • Abmessung: 214mm x 133mm x 28mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783462041958
  • ISBN-10: 3462041959
  • Best.Nr.: 27882875

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Doch, doch, Florian Borchmeyer muss es zugeben, unterhaltsam sind die vielen Sprachspiele in "neodadaistisch-oulipistischer" Tradition durchaus, die Ariel Magnus in seinem Roman um einen vermeintlichen chinesischen Brandstifter entfesselt, der einen Zeugen aus dem Gerichtssaal entführt und diesen in die chinesischen Community von Buenos Aires verschleppt. Unbehaglich ist dem Rezensenten aber dennoch, nicht so sehr wegen der politischen Unkorrektheit von Magnus' Witzen über "Schlitzaugen" oder übers "Hundekochen" - allerdings ist er sich sicher, dass dergleichen übertragen auf afrikanische Einwanderer beispielsweise sicherlich Empörung ausgelöst hätte. Nein, er zweifelt, ob eine derartige Lawine von Kalauern, Sprachspielereien und lustigen Dialogen ein "tragfähiges" Romanskelett abgibt, und  kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei diesem Buch doch eher um einen "aufgeblasenen Studentenscherz" handelt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.09.2010

Tod den Leichen!
Ariel Magnus verwechselt Argentinien mit China

Als Christoph Kolumbus zum ersten Mal amerikanischen Boden betrat, suchte er wie besessen den schnellsten Weg nach China: an den Hof des Kaisers, den er selbst den "Großen Khan" nannte. Sein Wunschdenken war so stark, dass ihm schließlich alles, was er sah und hörte, chinesisch vorkam. Die Insel Kuba war für ihn ein Festland, im Norden mit China verbunden und mit diesem asiatischen Nachbarn in einen Dauerkrieg verwickelt. Als ihm die ersten Ureinwohner vom furchtbaren Stamm der Kannibalen berichteten, mutmaßte Kolumbus in seinem Bordbuch: "Khannibalen - ohne Zweifel die Mannen des Großen Khan". So hatte Kolumbus bereits in der ersten Stunde die lateinamerikanische Kunst des Kalauers entdeckt. Allerdings zeitlebens nicht den Weg nach China.

Einfacher hat es da ein Autor aus dem heutigen Buenos Aires wie Ariel Magnus. Der muss im Stadtteil Belgrano nur aus der Tür gehen, um ins Reich der Mitte versetzt zu sein. Den Großkhan findet er zwar in diesem größten asiatischen Migrantenviertel seiner Heimat ebenso wenig wie Kolumbus. Doch der Khannibalismus wird dort offenkundig nach …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Ariel Magnus ist ein Fantast - aber seine Hauptfigur Ramiro ist es noch viel mehr. Bereitwillig lässt er sich vom Chinesen Li, gegen den er als Zeuge aussagen sollte, entführen und taucht ein in ein Buenos Aires, von dessen Existenz er nichts wusste: das chinesische Buenos Aires, das Argentinien der asiatischen Einwanderer, für Ramiro eine fremde und geheimnisvolle Welt, die im bald interessanter als die eigene zurückgelassene Existenz scheint. Das liegt nicht nur an der schönen Yintai, sondern auch daran, dass Ramiro sich das erklärt, was sich selbst nicht erklärt. Und dabei lässt er seinen Tagträumen, Verschwörungstheorien und Fantasien freien Lauf. Nicht immer ist man als Hörer im Bilde, ob Ramiro gerade erzählt, interpretiert oder sich vollkommen seinen Spinnereien hingibt. Und Sprecher Gustav Peter Wöhler versteht es meisterlich, das Pendeln zwischen Überheblichkeit und Minderwertigkeitskomplex, zwischen Verdrehen, Verdrängen und Erkenntnis einzufangen. (kab)
Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Studium in Deutschland, schrieb für verschiedene Medien in Lateinamerika und die taz in Berlin und lebt heute als Autor und literarischer Übersetzer in Buenos Aires. Er hat bislang fünf Bücher veröffentlicht.

Blick ins Buch "Ein Chinese auf dem Fahrrad"

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Kundenbewertungen zu "Ein Chinese auf dem Fahrrad" von "Ariel Magnus"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 13.06.2010 ***** ausgezeichnet
In diesem Roman treffen sich argentinisches Temperament und fremde mystische chinesische Lebenswelt. Eine literarisch gesehen ungewöhnliche Verbindung, aber sehr reizvoll zu lesen.

Ein junger Argentinier wird in der argentinischen Hauptstadt in das dortige chinesische Viertel entführt. Der Chinese Li entführt ihn aus dem Gerichtsgebäude heraus, um seiner Verurteilung als Brandstifter zu entgehen.

Im Hause von Li lernt der Entführte, mit Namen Ramiro, ein völlig neues Leben kennen. Angefangen bei Sitten und Bräuchen des Alltags, bis hin zum essen, ja selbst die fremde Religion beginnt ihn zu beschäftigen.

Sogar der Liebe begegnet er in Form der jungen schönen Yintai. Ramiro erfährt in diesem Haus, welches in seinem vertrauten Buenos Aires steht, das dort zugleich eine ihm bis dahin fremde Welt existiert.

Beim lesen werde ich daran erinnert, dass es auch in Deutschland große Städte mit solchen Vierteln gibt und ich mir nicht sicher bin, ob ich dort für drei Wochen auf Probe leben möchte.

Dieser Roman war ein den Horizont erweiterndes Leseerlebnis.

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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