Die Zugereisten - Kovacic, Lojze

Lojze Kovacic 

Die Zugereisten

Eine Chronik

Übersetzung: Olof, Klaus Detlef
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Die Zugereisten

Der Mensch im Räderwerk der Geschichte Mai 1945: Titos siegreiche Partisanenarmee hält triumphierenden Einzug in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Eine neuerliche Zeitenwende steht bevor, und schon bald darauf gerät der siebzehnjährige Bubi zwischen die Fronten, während seine Angehörigen wegen vorgeblicher Kollaboration mit den Nazis ausgewiesen werden. Er schlägt sich durch, landet immer wieder im Gefängnis und findet schließlich im Schreiben seine Berufung und eine neue Heimat. Als Tito mit Stalin bricht und wieder einmal alle Wahrheiten auf den Kopf gestellt werden, ist die Kindheit ein für allemal vorbei. Packend und dicht erzählte Chronik eines verrückten Zeitalters.


Produktinformation

  • Buch.3
  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 597 S.
  • Seitenzahl: 597
  • dtv Taschenbücher Bd.14063
  • Deutsch
  • Abmessung: 197mm x 121mm x 35mm
  • Gewicht: 492g
  • ISBN-13: 9783423140638
  • ISBN-10: 3423140631
  • Best.Nr.: 33361263
»Stilistisch außerordentlich brillant und überzeugend, folgt man dem Autor atemlos über die fast 600 leidenschaftlich aufwühlenden und erinnerungswürdigen Seiten.« Roland Freisitzer, sandammeer.at April 2012

"Stilistisch außerordentlich brillant und überzeugend, folgt man dem Autor atemlos über die fast 600 leidenschaftlich aufwühlenden und erinnerungswürdigen Seiten."
Roland Freisitzer, sandammeer.at April 2012

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.10.2004

Verschlußlaute, offengelegt
Ein autobiographischer Roman des Slowenen Lojze Kovacic

Der autobiographische Roman erfreut sich in der gegenwärtigen europäischen Literaturlandschaft wachsender Beliebtheit. Der Slowene Lojze Kovacic, 1928 in Basel geboren und im Mai dieses Jahres in Ljubljana verstorben, bietet mit seinem Roman "Die Zugereisten", dessen erster Teil jetzt in der ausgezeichneten Übersetzung von Klaus Detlef Olof vorliegt, eine besondere Variante der fiktionalisierten Rückschau auf das eigene Leben. Und dies verlief eigentümlich genug.

Kovacics Vater, ein slowenischer Kürschner, war vor dem Ersten Weltkrieg in die Schweiz ausgewandert und hatte eine Deutsche geheiratet. Im Beruf zunächst erfolgreich, geriet er vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in wirtschaftliche Bedrängnis und kehrte 1938 in seine slowenische Heimat zurück. Die "Zugereisten" sind also Wirtschaftsmigranten, die, bis auf den Vater, die Sprache ihrer neuen Heimat nicht verstehen und denen die Einheimischen mit Mißtrauen begegnen.

Der Reiz der autobiographischen Romane beruht auf der Rekonstruktion der Weltentdeckung des kindlichen Subjekts. Es gilt, …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Der Name Lojze Kovacic wird um die Welt gehen, prophezeit Andreas Breitenstein und ist schlichtweg begeistert vom zweiten Teil der autobiografischen Romantrilogie des 2004 verstorbenen Autors. Auch, wenn dessen Kost nicht leicht ist: Man müsse die Drastik seines Schreibens erst aushalten lernen, dann aber könne man seine Zärtlichkeit spüren, wie Breitenstein jubiliert. Kovacic erzählt durch die Augen des 13-jährigen "Bubi" die Geschichte seiner Familie, die, von den Mussolini-Truppen in Ljubljana in die Armut getrieben, ums Überleben kämpft und schließlich sogar als reichsdeutsch eingestuft werden will - der "szenische Höhepunkt" des Romans, findet der Rezensent, der sich an die Auschwitzer Rampen-Szene bei Imre Kertesz erinnert fühlt. Dieses Buch ist "durchtränkt von Pessimismus" und reißt Abgründe auf, konstatiert Breitenstein. Grund dafür seien die "schockierende Detailgenauigkeit" und die "existenzielle Wucht", die sich etwa in der quälenden "Liebeserklärung" an den Vater widerspiegeln, die sich in einer genauen Beschreibung seines Todes ausdrückt. Breitenstein ist sichtlich berührt und feiert diesen Roman als einen der "großen Erinnerungstexte Ostmitteleuropas".

© Perlentaucher Medien GmbH
Lojze Kovacic, geboren 1928 in Basel als Sohn eines slowenischen Auswanderers und einer Deutschen, verbrachte seine ersten Lebensjahre in der Schweiz. 1938 wurde die Familie ausgewiesen und versuchte fortan, in Slowenien Fuß zu fassen. Kovacics gesamtes literarisches Werk - zahlreiche mosaikartig gefügte Romane und Novellen - reflektiert das Schicksal seiner Familie. Ab 1997 war er außerordentliches Mitglied der Slowenischen Akademie der Wissenschaft und Kunst. Lojze Kovacic starb am 1. Mai 2004 in Ljubljana.

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