Die Vogelwelt von Auschwitz - Surminski, Arno

Arno Surminski 

Die Vogelwelt von Auschwitz

Novelle

Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
18 ebmiles sammeln
EUR 17,99
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Die Vogelwelt von Auschwitz

Als der Gefangene Marek zum Skizzenmaler für den KZ-Wachmann Hans Grote bestimmt wird, um ihm bei der Erkundung der Vogelwelt des Lagers zu assistieren, glaubt er sich bald in Freiheit, bei seiner Verlobten Elisa in Krakau. Er irrt. Um zu überleben, wird er lernen müssen, klein zu denken: zeichnen, tote Tiere präparieren, nicht über die Weichsel schwimmen. Den Gestank der Krematorien riechen, die Wiegenlieder der Frauen auf dem Weg in die Kammern hören, keine Fragen stellen, Geduld haben. Und vor allem: niemals krank werden.

Arno Surminski zeichnet ein erschütterndes Psychogramm zweiter Männer, die sich vor dem unvorstellbaren Grauen des Vernichtungslagers in eine Scheinidylle flüchten. Die alltäglichen, lapidar geschilderten Bilder des Schreckens treffen seine Protagonisten nicht, aber uns - mitten ins Herz.


Produktinformation

  • Verlag: Langen/Müller
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 191 S.
  • Seitenzahl: 191
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 123mm x 23mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783784431260
  • ISBN-10: 3784431267
  • Best.Nr.: 23373836
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.06.2008

Der Vogelkundler bin ich ja

Wie war das Nebeneinander von Grauen und Normalität möglich? Arno Surminskis unerhörte Novelle über einen Ornithologen in der Nachbarschaft zu Auschwitz.

Von Helmuth Kiesel

Wie war es möglich, dass die Nationalsozialisten in einer zivilisierten Umwelt Vernichtungslager unterhalten und Millionen von Menschen umbringen konnten? Und wie war es möglich, dass Menschen, die davon wussten oder es ahnten, daneben ganz normal weiterleben konnten? Eine Antwort auf diese Fragen wird aus mehreren Teilantworten bestehen müssen, die sich einander ergänzen: aus Hinweisen auf das, was man mit einem umständlichen, aber hier angebrachten Wort "Ermöglichungsbedingungen" nennt. Es bezeichnet nicht die treibenden Kräfte eines geschichtlichen Vorgangs, sondern die Umstände und Verhaltensweisen, die deren Wirksamwerden erlaubten.

Eine dieser Ermöglichungsbedingungen des "Dritten Reichs" und der NS-Verbrechen bestand, wie der Germanist Hans Dieter Schäfer vor geraumer Zeit deutlich gemacht hat, in der Fähigkeit der Menschen, in normativ problematischen Situationen ein "gespaltenes Bewusstsein" zu entwickeln und …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Kaum zu glauben findet Helmuth Kiesel die in diesem Band von Arno Surminski erzählte Geschichte. In Wahrheit aber ist sie eine Novelle im strengsten, von Goethe auf den Nenner der "sich ereigneten unerhörten Begebenheit" gebrachten Sinn. Den Vogelkundler, der sich als Wachmann in Auschwitz ausbedang, die nähere Umgebung des Konzentrationslagers ornithologisch zu erkunden, um sich mit den Vorgängen im Innern nicht befassen zu müssen, den gab es ebenso wie seinen polnischen Assistenten, der nun in der Novelle Surminskis als Erzähler fungiert. Irritierend ist nicht nur der Sachverhalt, noch irritierender vielleicht, so Kiesel, der Ton, den der Autor gewählt hat. Sehr bewusst lehnt er sich an den Ton der "Kalendergeschichten" des Johann Peter Hebel an, der nun allerdings im heftigen Kontrast zu den unfassbaren Geschehnissen steht, die so gleich doppelt ausgeblendet, ja "abgespalten" werden. Genau darum, um ein solches "gespaltenes Bewusstsein" als "Ermöglichungsbedingung" des Grauens, sei es Surminski zu tun. Der "erschütternde Missklang" von Inhalt und Form ist darum, lobt Kiesel, ganz "genau kalkuliert".

© Perlentaucher Medien GmbH

Kaum zu glauben findet Helmuth Kiesel die in diesem Band von Arno Surminski erzählte Geschichte. In Wahrheit aber ist sie eine Novelle im strengsten, von Goethe auf den Nenner der "sich ereigneten unerhörten Begebenheit" gebrachten Sinn. Den Vogelkundler, der sich als Wachmann in Auschwitz ausbedang, die nähere Umgebung des Konzentrationslagers ornithologisch zu erkunden, um sich mit den Vorgängen im Innern nicht befassen zu müssen, den gab es ebenso wie seinen polnischen Assistenten, der nun in der Novelle Surminskis als Erzähler fungiert. Irritierend ist nicht nur der Sachverhalt, noch irritierender vielleicht, so Kiesel, der Ton, den der Autor gewählt hat. Sehr bewusst lehnt er sich an den Ton der "Kalendergeschichten" des Johann Peter Hebel an, der nun allerdings im heftigen Kontrast zu den unfassbaren Geschehnissen steht, die so gleich doppelt ausgeblendet, ja "abgespalten" werden. Genau darum, um ein solches "gespaltenes Bewusstsein" als "Ermöglichungsbedingung" des Grauens, sei es Surminski zu tun. Der "erschütternde Missklang" von Inhalt und Form ist darum, lobt Kiesel, ganz "genau kalkuliert".

© Perlentaucher Medien GmbH
Arno Surminski 1934 in Jäglack (Ostpreußen) geboren, arbeitet seit 1972 freiberuflich als Wirtschaftsjournalist und Schriftsteller. Er hat neunzehn Romane und Erzählbände veröffentlicht, darunter die Bestseller "Jokehnen", "Sommer vierundvierzig" und die Erzählbände "Aus dem Nest gefallen" und "Die masurischen Könige". 2008 erhielt Arno Surminski den Hannelore-Greve-Literaturpreis.

4 Marktplatz-Angebote für "Die Vogelwelt von Auschwitz" ab EUR 7,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 7,95 2,50 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung ARVELLE Buch- und Medienversand e.K. 99,9% ansehen
wie neu 16,90 0,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,9% ansehen
gebraucht; wie neu 17,09 0,00 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung jo1u 98,4% ansehen
wie neu 17,10 0,00 Banküberweisung rmg-buch 96,3% ansehen
Mehr von