Die rote Babuschka - Lungu, Dan

Dan Lungu 

Die rote Babuschka

Aus d. Rumän. v. Jan Cornelius
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Die rote Babuschka

ZEHN JAHRE NACH DEM STURZ der Ceausescu-Diktatur stehen Neuwahlen an. Die Rentnerin Emilia Apostoae, die den größten Teil ihres Lebens unter dem Regime der "Volksmacht" verbracht hat, erhält einen Anruf von ihrer nach Kanada emigrierten Tochter Alice: "Wähle ja nicht die Kommunisten". Dieses Telefonat und die folgenden Diskussionen stürzen Emilia in eine Identitäts- und Nostalgiekrise und sie erinnert sich wehmütig an eine Zeit, in der alles perfekt schien (aber gar nichts stimmte). Nach und nach verwebt die "Rote Babuschka" den problematischen Alltag des heutigen Rumänien mit dem Alltag der Vergangenheit und geht sich dabei selbst auf den Leim. Mit Bauernschläue und Mutterwitz schlagen Dan Lungus Figuren den absurden Auswüchsen des Lebens ein Schnippchen. Und wie schon das international erfolgreiche "Hühnerparadies", ist "Die Rote Babuschka" von großer Fabulierlust und feiner, hinterlistiger Ironie geprägt. Doch es ist mehr als die Geschichte einer einfachen, energischen, alten Frau. Es ist das Museum des täglichen Lebens in einem totalitären Regime, eine Sammlung politischen Humors und eine Geschichte mit einem überraschenden Ende.


Produktinformation

  • Verlag: Residenz
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 246 S.
  • Seitenzahl: 246
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 136mm x 23mm
  • Gewicht: 391g
  • ISBN-13: 9783701715114
  • ISBN-10: 3701715114
  • Best.Nr.: 25663669

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensentin Judith Leister hat mit großem Interesse den Roman "Die rote Babuschka" des rumänischen Autors Dan Lungu gelesen, denn sie fand hier das überzeugende Porträt einer typischen Mitläuferin. Das Buch, als sprachlich zurückgenommene und pointengesättigte "Burleske" dargeboten, lässt die alte Emilia von ihrem Alltag im mittlerweile im Kapitalismus angekommenen Rumänien erzählen, unterbrochen von nostalgisch gefärbten Erinnerungen an ihr Leben als Fabrikarbeiterin unter Ceausescu, so die Rezensentin. Emilia leidet unter der Gegenwart, weshalb sie sich die Vergangenheit schönfärbt, stellt Leister fest, die hier das treffende Charakterbild eines Menschentypus findet, "der sich für die Gegenwart grundsätzlich nicht verantwortlich fühlt".

© Perlentaucher Medien GmbH
Dan Lungu, geb. 1969 in Botoani, Rumänien. Lehrt am Soziologie-Institut der Universität in Iai. Schreibt Lyrik, Kurzprosa und Romane. Zahlreiche literarische Auszeichnungen. Lesereise und Medienauftritte (u. a. bei ARTE) in Frankreich. Dan Lungus Konzept eines "mikrosozialen Neorealismus" findet seine griffigste Verkörperung in der Kurzprosa, die sich der Alltagssprache und subkultureller Jargons bedient.

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