Die Mittagsfrau - Franck, Julia

Julia Franck 

Die Mittagsfrau

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2007

Broschiertes Buch
 
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Die Mittagsfrau

Eine idyllische Kindheit in der Lausitz am Vorabend des ersten Weltkriegs, das Berlin der goldenen Zwanziger, die große Liebe: So könnte das Glück klingen, denkt Helene. Aber steht ihr die Welt wirklich offen? Helene glaubt unerschütterlich daran, folgt ihren Träumen und lebt ihre Gefühle - auch gegen die Konventionen einer zunehmend unerbittlichen Zeit. Dann folgt der zweite große Krieg, Hoffnungen, Einsamkeit - und die Erkenntnis, dass alles verloren gehen kann. Julia Franck erzählt in ihrem großen neuen Roman ein Leben, das in die Mühlen eines furchtbaren Jahrhunderts gerät, und die Geschichte einer faszinierenden Frau.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 429 S.
  • Seitenzahl: 432
  • Fischer Taschenbücher Bd.17552
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 127mm x 32mm
  • Gewicht: 420g
  • ISBN-13: 9783596175529
  • ISBN-10: 3596175526
  • Best.Nr.: 25576463
"Mir hat :Die Mittagsfrau9 von Julia Franck den Atem geraubt - ganz großartig." Christian von Zittwitz, BuchMarkt, Juni 2007

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.09.2007

Ein Macho wie die Axt im Walde
Julia Franck hat sich mit ihrem Roman „Die Mittagsfrau” ganz dem historischen Genre verschrieben. Nur warum?
Zunächst einmal muss man es bewundern, dass eine junge Frau fremde Schicksale aus zwei Weltkriegen und der Zeit dazwischen schildert, als wäre sie dabei gewesen. Wie viel Empathie und Phantasie gehört dazu, man könnte auch sagen: wie viel Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen, von der Kühnheit des Unterfangens gar nicht zu reden. Dennoch stellt sich die Frage, welchem dunklen Drang die Hinwendung zu einer fiktiven Familiengeschichte aus der deutschen Vergangenheit eigentlich entspringt, wenn sie nicht mit der epischen Überzeugungskraft erzählt wird, die den Stoff für sich selbst sprechen ließe.
Die Mittdreißigerin Julia Franck, die ihre Prosa anfangs in der Gegenwart ansiedelte, um sich dann mit dem Roman „Lagerfeuer” in die späten siebziger Jahre zurückzubegeben, was ihr viel Beifall eintrug, zeigt sich nun ganz dem Historischen verpflichtet. Ihr neues, naturgemäß mit hohen Erwartungen befrachtetes Werk „Die Mittagsfrau” handelt von einer Krankenschwester aus der Lausitz, die in der ersten Hälfte …


Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.10.2007

Risse, Küsse, Bisse
Bringt das Leid der Dichter das Glück der Buchmesse?

Wem auf Erden nicht zu helfen ist, der wird auch auf der Buchmesse nicht glücklich. Wenn wir uns Heinrich von Kleist nur für eine Sekunde in einer der Messehallen vorstellen, fällt uns sofort jener berühmte Satz ein, den Kleist an seinen Schwager schrieb: "Ich bitte Gott um den Tod und dich um Geld." Kürzer und drastischer ist das Künstlerdrama der zwischen Erlösungssehnsucht und Verarmungsangst, zwischen Transzendenz und schnödem Diesseits hin und her geworfenen Dichterseele nicht auf den Punkt zu bringen. Gleich drei Biographien versuchen in diesem Bücherherbst das Phänomen Kleist zu erhellen. Knapp und solide tut dies Herbert Kraft ("Kleist". Leben und Werk, Aschendorff Verlag), während Jens Bisky mit Leidenschaft und feuilletonistischem Schwung Kleist zum "größten politischen Dichter der Deutschen" ausruft und nachzeichnet, welch heikle Konstellationen die Ideale der Aufklärung und der Französischen Revolution in Kleists Leben und Werk eingingen ("Kleist". Rowohlt Berlin). Mehr dem Leben als dem Werk gilt das Interesse von Gerhard Schulz ("Kleist". Eine …


kulturnews - RezensionBesprechung
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(c) bunkverlag
Nun hat Julia Franck also den Deutschen Buchpreis 2007 bekommen. Kein Wunder, denn Buchmarkt und Feuilleton gieren zurzeit nach menschelnden Jahrhundertschauen. Historische Familienromane sind Trendthema - und mit "Die Mittagsfrau" liefert Julia Franck eine Chronik über zwei Weltkriege und die Zeit dazwischen. Bei der Flucht aus Pommern setzt Krankenschwester Helene ihren siebenjährigen Sohn auf einem Bahnsteig aus. Per Rückblende folgt die Biografie einer Mutter, die zu dieser Tat fähig ist: Da ist die Kindheit in der Lausitz, mit einem Vater, der schwer verletzt aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrt, und einer gefühlskalten Mutter. Es folgt der Umzug zur Tante nach Berlin, wo Helene gemeinsam mit ihrer Schwester Martha die üblichen Ausschweifungen der Goldenen Zwanziger mitnimmt. Als ihre große Liebe, der Philosophiestudent Carl, tödlich verunglückt, zerbricht Helene. Apathisch gibt sie einige Zeit später dem Werben des Nazis Wilhelm nach, durchleidet die Ehehölle - und bekommt einen Sohn. Liest man "Die Mittagsfrau" als Psychogramm einer zerstörten Frau, dann zählt Julia Francks Roman ganz sicher zu den Höhepunkten der Saison. Es sind Detailbeobachtungen, die …


"Mir hat "Die Mittagsfrau" von Julia Franck den Atem geraubt ganz großartig.

"Die 36-jährige Autorin Julia Franck spannt einen weiten Bogen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, politische Ereignisse, philosophische Strömungen der Zeit grundieren das Buch, doch die große Kunst von Julia Franck liegt in den Schilderungen der Gefühle. Die Liebe der beiden Schwestern füreinander; die Melancholie der Mutter, die sich schließlich völlig in ihre eigne Welt einspinnt; Helenes gleißendhell brennendes erstes Verlieben. So sinnlich, körperlich und klug wie in diesem Roman ist in der deutschen Literatur selten erzählt worden." (Claudia Voigt, Spiegel online, 28.8.2007)
»Julia Francks Figuren verdrängen, bis auch dem Leser Hören und Sehen vergeht - Helenes Gedanken verlieren sich mehr und mehr, und die Wirklichkeit wird umso bedrohlicher, je mehr die Protagonistin sie innerlich von sich wegschiebt. (...) Geblieben ist ihr (Helene) eine Abstumpfung der Seele, wie sie intensiver lange nicht beschrieben wurde.« (Susanne Messmer, Literaturen, September 2007)
»Dieser Roman hat im Prinzip alles, was es braucht. Talent und Handwerk und etwas zu sagen. Er ist heiß und kalt, grausam und idyllisch, sinnlich und sachlich.« (Katharina Döbler, Die Zeit, 6.9.2007)
Julia Franck hat sich mit diesem Buch in eine neue Dimension geschrieben. (...) Sie entwirft ein breites gesellschaftliches Panorama; erzählt detailreich, sinnlich und mit beinahe betäubender Eindringlichkeit.(...) Das Buch kandidiert zu Recht für den Deutschen Buchpreis.« (Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung, 8.9.2007)
»Julia Franck beschreibt derart packend und dicht, dass man das Buch nicht zur Seite legen kann, auch wenn die beklemmende Stimmung immer drückender wird. Ihr Tonfall ist eiskalt und schneidend klar und bietet dem Leser keine geistige Fluchtmöglichkeit.« (Christel Freitag, NDR Kultur, 10.9.2007)
»Es ist nicht nur ihr bisher bester Wurf; das erstaunlichste Erzählwerk dieses Bücherherbstes ist auch völlig zu Recht unter die letzten sechs des Deutschen Buchpreises 2007 geraten, auf die sogenannte Shortlist. (...) Wie Julia Franck emotionale Tiefengeschichten und Wechselwirkungen minutiös verwebt und dann fast lustvoll penibel wieder aufdröselt, ist großartig. (...) In diesen Kapiteln aus Peters Sicht gelingt der Autorin ein psychologisches Meisterstück.« (Mathias Schreiber, Der Spiegel, 17.9.2007)
»Mit ausgeprägtem Feingefühl zeichnet Julia Franck ihr breit gefächertes Personenensemble. (...) all diese Charaktere wirken absolut stimmig. Mit der "Mittagsfrau" hat Julia Franck eindrücklich unter Beweis gestellt, dass sie die begabteste und reifste Autorin aus der Generation "Fräuleinwunder" ist.« (Peter Mohr, Hamburger Abendblatt, 19.9.2007)
»Was sich wie ein Ende einer oft erzählten Geschichte ausnimmt, ist der Prolog zu einem ungewöhnlichen Roman von besonderer Dichte und großer sprachlicher Meisterschaft. (...) Julia Franck erschafft diese Welten und Zeiten, diese Gesellschaften und Personen in großer Intensität, ohne jeden dichterischen Kraftakt, mit tiefen Einblicken in schwierige psychische Verhältnisse und Beziehungen. Effizient baut sie den Spannungsbogen, sicher setzt sie die Motive, stützt sie sich auf Worte, Blicke, Gerüche und Sinne, einfühlsam gestaltet sie Sinnlichkeit, körperliche Nähe und Distanz.« (Klaus Zeyringer, Der Standard, 22./23.09.2007)
»Dieser Roman ist raffiniert gebaut und zieht den Leser durch eine sinnliche, auf Details und unmittelbare Wahrnehmungen konzentrierte Prosa immer wieder in seinen Bann. (...) "Die Mittagsfrau" zeigt Julia Franck einmal mehr als mitreissende Erzählerin. Eine Anwärterin auf den Buchpreis? Auf jeden Fall!« (Alf Mentzer, hr-online, 24.9.2007)
Julia Franck wurde 1970 in Berlin (Ost) geboren. 1978 reiste die Familie aus. Sie wurde u. a. mit dem 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 2000 ausgezeichnet und mit dem Marie-Luise Kaschnitz-Preis 2004. Julia Franck lebt mit ihren zwei Kindern in Berlin.

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Kundenbewertungen zu "Die Mittagsfrau" von "Julia Franck"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 13.05.2010 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch hat Lieblingsbuch-Qualitäten...

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Bewertung von Nicole T. am 11.11.2009 ***** ausgezeichnet
Julia Frank erhielt für die "Mittagsfrau" den deutschen Buchpreis - und zwar zu recht!
Wirklich wunderschön und mitreißend geschrieben!

Der Charakter von Helene ist vielschichtig. Man kann gar nicht fassen, wie übel das Schicksal dieser jungen, gebildeten Frau mitspielt. Ihr Leben führt sie in eine absolute Sprachlosigkeit und lässt sie emotional abstumpfen. Durch das Kind und die Art wie sie mit ihrem Sohn umgeht, wird erst deutlich, wie sehr das Leben seine Spuren bei ihr hinterlassen hat.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Bittersüß und mit überraschenden Wendungen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von katzenemily aus essen am 16.03.2009 ***** ausgezeichnet
Ein aufregendes und ein trauriges Buch. Ein Buch, das einen nicht so schnell wieder losläßt. Gut geschrieben, angenehme Sprache sehr authentisch. Übersichtliche Personenbeschreibung, die auch nach einer Pause gleich wieder präsent ist.

11 von 16 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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