Die Angel meines Großvaters - Gao Xingjian

Gao Xingjian 

Die Angel meines Großvaters

Erzählungen

Übersetzung: Natscha Vittinghoff
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Die Angel meines Großvaters

"Gao ist ein sinnlicher, starker Erzähler." -- taz
Behutsam tastet sich Gao Xingjian an die Bausteine menschlichen Empfindens - Enge, Bedrängnis und elementare Einsamkeit. Mit Ernst und Ironie entfalten diese Erzählungen unverwechselbar den Resonanzraum, in dem sich das Werk Gao Xingjian entwickelt. Seine Erzählungen sind Wegmarken der chinesischen Literatur.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 208 S.
  • Seitenzahl: 206
  • Fischer Taschenbücher Bd.15249
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 125mm x 15mm
  • Gewicht: 163g
  • ISBN-13: 9783596152490
  • ISBN-10: 3596152496
  • Best.Nr.: 27980721
In den 80er Jahren entstandene Erzählungen des späteren Literaturnobelpreisträgers Gao Xingjian, die auf verschiedene Weise die Kulturrevolution und ihre Folgen reflektieren, stellt Rezensent Steffen Gnam vor. Er sieht die Ästhetik Gaos sowohl von Zen-Mystik als auch von Motiven des absurden Theaters des Westens beeinflusst. Und angesichts der verqueren Logik der Kulturrevolution bedeute das Absurde weniger eine Abkehr von der Realität, sondern erweise sich als ihr vielleicht angemessener Ausdruck. Gnam geht in seiner sehr dichten Rezension auf einzelne der auch autobiografisch motivierten Erzählungen ein und findet dort Fluchten vom Primat der Ideologie in Spurensuchen nach der Kindheit oder in der Suche nach einer von Rhetorik unberührten Sprache, eine Selbstanklage im Konflikt kommunistischen und konfuzianischen Denkens und offenbar wiederholt das Leitmotiv scheiternder Wiederbegegnungen früherer Freunde oder Geliebter, die die Gegenwart immer auch als "Echokammer der Kulturrevolution" erscheinen lasse. Gnam beschreibt die Poetik Gaos mit ihrer Uneindeutigkeit wechselnder Erzählperspektiven als eine sich "ohne Ismen" vorantastende "kalte Literatur".

© Perlentaucher Medien GmbH
Gao Xingjian wurde am 4. Januar 1940 in Ganzhou (Provinz Jiangyi) in Ostchina geboren. Bis 1962 studierte er in Peking französische Literatur und wurde dann im Zuge der Kulturrevolution lange zur 'Umerziehung' aufs Land gezwungen. Mach Maos Tod erschienen ab 1980 seine ersten Schriften, u. a. 'Erkundungen in modernen Erzähltechniken' sowie die Theaterstücke 'Das Warnsignal' und 'Die Busstation'. Nach Aufführungsverboten und einer politischen Kampagne zog er sich auf Land zurück. 1985/96 lebte er als DAAD-Stipendiat in Berlin, 1987 verließ er China endgültig und lebt seither in Paris. Nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens trat er 1989 aus der Partei aus, seine Schriften wurden in China endgültig verboten. 2000 wurde er mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.

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