Die Angel meines Großvaters - Gao Xingjian

Gao Xingjian 

Die Angel meines Großvaters

Erzählungen

Aus d. Chines. v. Natascha Vittinghoff
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Die Angel meines Großvaters

Kindheitserinnerungen, das Glück der Liebe und der Freundschaft, das alte China, aber auch die Tragödie politischer Verfolgung stehen im Mittelpunkt der Erzählungen. Der Nobelpreisträger Gao Xingjian spiegelt die Realität nicht einfach wider, sondern ertastet im Schreiben Träume, Gerüche, Landschaften und Gedanken. So entstehen vor unseren Augen Erzählungen, in denen jedes Wort wahr klingt, wir tauchen ein in eine andere Welt. "Gao ist ein sinnlicher, starker Erzähler." taz

Ein Freund aus Kindertagen, ein Krampf beim Schwimmen im Meer, die Angel des Großvaters, die Erinnerung an die längst verstorbene Mutter - das sind die Momente, um die Gao Xingjians Erzählungen kreisen. Ausgehend vom Konkreten evoziert Gao Xingjian das Glück der Liebe und der Freundschaft, das alte China, aber auch die Tragödie politischer Verfolgung. Der Nobelpreisträger spiegelt die Realität nicht einfach wider, sondern ertastet im Schreiben Träume, Gerüche, Landschaften und Gedanken. So entstehen vor unseren Augen Erzählungen, in denen jedes Wort wahr klingt, wir tauchen ein in eine andere Welt.


Produktinformation

  • Abmessung: 213mm x 133mm x 20mm
  • Gewicht: 331g
  • ISBN-13: 9783100245021
  • ISBN-10: 3100245024
  • Best.Nr.: 23270145

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

In den 80er Jahren entstandene Erzählungen des späteren Literaturnobelpreisträgers Gao Xingjian, die auf verschiedene Weise die Kulturrevolution und ihre Folgen reflektieren, stellt Rezensent Steffen Gnam vor. Er sieht die Ästhetik Gaos sowohl von Zen-Mystik als auch von Motiven des absurden Theaters des Westens beeinflusst. Und angesichts der verqueren Logik der Kulturrevolution bedeute das Absurde weniger eine Abkehr von der Realität, sondern erweise sich als ihr vielleicht angemessener Ausdruck. Gnam geht in seiner sehr dichten Rezension auf einzelne der auch autobiografisch motivierten Erzählungen ein und findet dort Fluchten vom Primat der Ideologie in Spurensuchen nach der Kindheit oder in der Suche nach einer von Rhetorik unberührten Sprache, eine Selbstanklage im Konflikt kommunistischen und konfuzianischen Denkens und offenbar wiederholt das Leitmotiv scheiternder Wiederbegegnungen früherer Freunde oder Geliebter, die die Gegenwart immer auch als "Echokammer der Kulturrevolution" erscheinen lasse. Gnam beschreibt die Poetik Gaos mit ihrer Uneindeutigkeit wechselnder Erzählperspektiven als eine sich "ohne Ismen" vorantastende "kalte Literatur".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.01.2009

Regen, Schnee und anderes
Gao Xingjian erzählt von der Kulturrevolution

Der 1940 geborene chinesische Schriftsteller, Dramaturg und Maler Gao Xingjian, der seit 1987 im Pariser Exil lebt und im Jahr 2000 unter anderem für den Roman "Der Berg der Seele" den Nobelpreis erhielt, entwirft in seinem Werk eine Ästhetik des Fliehens, eine der Zen-Mystik ebenso wie Motiven des absurden Theaters des Westens verpflichtete Unabhängigkeitserklärung der Kunst. Die in den kulturpolitisch instabilen achtziger Jahren entstandenen Erzählungen evozieren die "verlorene Generation" der Kulturrevolution von 1966 bis 1976. In der Verkleidung als Anekdoten und Weißt-du-noch-Geschichten konterkarieren die semiautobiographischen Novellen - 1970 wurde Gao zur "Umerziehung" aufs Land geschickt - den kollektiven Wahn.

Für Gao bedeutete das Absurde nicht die Abkehr von der Realität, zumal sich die verquere Logik der Revolution in Willkür und Gewalt gegen alles Alte und gegen Autoritäten, in Verblendung und einem kulturellen Flurschaden, Identitätsverlust und Generationenverrat äußerte. Die Erzählung "Auf dem Meer", in der ein Mann auf einem Kutter in Urlauten …

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Gao Xingjian wurde am 4. Januar 1940 in Ganzhou (Provinz Jiangyi) in Ostchina geboren. Bis 1962 studierte er in Peking französische Literatur und wurde dann im Zuge der Kulturrevolution lange zur 'Umerziehung' aufs Land gezwungen. Mach Maos Tod erschienen ab 1980 seine ersten Schriften, u. a. 'Erkundungen in modernen Erzähltechniken' sowie die Theaterstücke 'Das Warnsignal' und 'Die Busstation'. Nach Aufführungsverboten und einer politischen Kampagne zog er sich auf Land zurück. 1985/96 lebte er als DAAD-Stipendiat in Berlin, 1987 verließ er China endgültig und lebt seither in Paris. Nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens trat er 1989 aus der Partei aus, seine Schriften wurden in China endgültig verboten. 2000 wurde er mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Die Angel meines Großvaters"

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