Der Tunnel - Gass, William H.

William H. Gass 

Der Tunnel

Roman. Ausgezeichnet mit dem National Book Award 1997

Übersetzung: Stingl, Nikolaus
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Der Tunnel

Der Erzähler von Der Tunnel ist ein distinguierter Herr: William Frederick Kohler, Professor an einer Universität im Mittelwesten, sein Forschungsgebiet: das Dritte Reich.

Soeben hat er sein Magnum Opus vollendet: Schuld und Unschuld in Hitlers Deutschland. Was noch fehlt, ist die Einleitung, ein Kinderspiel.

Kohler verfasst einen eitlen kleinen Text, fühlt sich aber plötzlich merkwürdig blockiert. Und was er nun zögernd, umschweifig schreibt, ist das komplette Gegenteil zu seiner sauber argumentierten, historisch fundierten Geschichte des Dritten Reichs - chaotisch, düster, voller Lügen und Scharaden. Zugleich beginnt er, einen Tunnel aus dem Keller seines Hauses in den Garten hinunter zu graben. Dieser Tunnel wird zum Inbild der Abgründe seines Lebens, seiner Gefühle, seiner Vergangenheit, seiner wenigen Lieben und vielen Hassobjekte ...

Der Tunnel ist ein monumentaler, monumental origineller Roman, hoch umstritten in der Kritik, weil sein fundamentales Thema das Böse in uns allen ist, der "Faschismus des Herzens", und zugleich hymnisch gelobt.

"Ein außergewöhnliches, erstaunliches, schönes Buch." -- Susan Sontag

William Gass ist einer der letzten großen US-Autoren des späten 20. Jahrhunderts - legendär, vielfach preisgekrönt, Vorbild zahlreicher jüngerer Autoren. Bislang wurden von ihm nur kleinere Texte übersetzt. Der Tunnel aus dem Jahr 1995, an dem er 30 Jahre schrieb, ist sein Hauptwerk.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2011
  • 2. Neuausg.
  • Ausstattung/Bilder: 2. Neuausg. 2011. 1092 S. m. Farb- u. SW-Illustr.
  • Seitenzahl: 1096
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 156mm x 63mm
  • Gewicht: 1276g
  • ISBN-13: 9783498024888
  • ISBN-10: 3498024884
  • Best.Nr.: 33380009

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

William H. Gass' mehr als Tausend Seiten umfassender Roman "Der Tunnel", an dem der Schriftsteller fast 30 Jahre Zeit gearbeitet hat, ist nach Ansicht von Julian Weber ein wahres "Mammutwerk". Er betrachtet den 1924 geborenen US-amerikanischen Autor als Bindeglied zwischen Moderne und Postmoderne und vergleicht dessen "erzählerische Wucht" mit der eines Faulkner. "Der Tunnel" liefert für ihn eine ausufernde Schilderung des akademischen Alltags in der Provinz und vor allem der Reflexionen des unter einer Schreibblockade leidenden Protagonisten Prof. Kohler. Statt das Vorwort zu seinem Werk "Schuld und Unschuld in Hitlers Deutschland" zu vollenden, beginnt Kohler einen Tunnel unter seinem Haus zu graben und den "Faschismus des Herzens" in seinem Bekanntenkreis zu erforschen, über seine Kollegen herzuziehen und auch an sich selbst abstoßende Seiten zu entdecken. Gass' Roman zeichnet sich für Weber aus durch eine Sprachgewalt, die zwischen Philosophieren und Erzählen pendelt. Das Fazit des Rezensenten: "monströs".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.12.2011

Fast hätten wir
uns amüsiert
Ein Ungetüm der Moderne, ein Hexensabbat mit Nazis und
Holocaust: „Der Tunnel“ des Amerikaners William H. Gass
ist jetzt auf Deutsch erschienen Von Ulrich Baron
Als William H. Gass Anfang 1995 in den USA seinen Roman „The Tunnel“ in einer mit 652 großformatigen Seiten vergleichsweise schlanken Ausgabe veröffentlichte, waren die Meinungen der Kritiker geteilt. Der eine feierte das Werk des Philosophieprofessors als den wichtigsten Roman eines Amerikaners seiner Generation, ein anderer hoffte, nun endlich „modernism’s last gasp“ überstanden zu haben. Robert Kelly delegierte sein Urteil im New York Times Book Review an die Geschichte: „It will be years before we know what to make of it.“ Vor der war freilich selbst einem begeisterten Rezensenten wie Michael Silverblatt ein wenig bange. Er versah seine hymnische Besprechung in der Los Angeles Times mit Lesetipps, die vor allem auf jene traditionell geschriebenen Erinnerungspassagen abzielten, die auch ein Rezensent der New York Times als Lichtblicke inmitten der „endlosen Windungen“ von Gass’ Prosa empfahl: „hypnotische“ …

Weiter lesen

"Gass monumentaler Roman ist unzweifelhaft brillant: hypnotisch, poetisch, schwierig, manchmal auch rasend komisch das letzte Meisterwerk der amerikanischen Postmoderne." (Tages-Anzeiger Zürich)

"Der wichtigste Roman eines Amerikaners dieser Generation." (The New Republic)
William Howard Gass, geb. 1924 in Fargo, North Dakota, wuchs in Ohio auf. Studium der Literaturwissenschaften, 1954 Promotion an der Cornell University mit einer Arbeit über Metaphern. Gass, Rilke-Spezialist und -Übersetzer,lehrte an mehreren Hochschulen, zuletzt von 1969 bis 1999 als Professor an der Washington University in St. Louis, Missouri.

Für seinen Roman Der Tunnel erhielt er 1997 den National Book Award. Auch für sein essayistisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Pushcart Prize und dem National Book Critics Circle Award.

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