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Bewertung von Isabel von Belles Leseinsel aus Mainz am 03.05.2012 |
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Das abenteuerliche Leben eines Minnesängers Die Lebensdaten des Minnesängers Hartmann von Aue sind nicht historisch belegt wie auch seine Lebensumstände. Diese kann man jedoch gut aus Äußerungen in seinen Versromanen wie auch durch Erwähnung anderer Minnesänger rekonstruieren. Dennoch bleibt hierdurch sehr viel Platz für Hypothesen und so hat Tim Pieper die wenigen Informationen, die es über Hartmann von Aue gibt, zusammengefasst und hieraus einen fesselnden, bildhaften Roman geschaffen. Tim Pieper lässt seinen Roman um den Minnesänger Hartmann von Aue zwischen den Jahren 1160 – 1203 spielen und beginnt hierbei mit der Nacht von dessen Geburt. So lernt man erst einmal das Umfeld von Hartmanns Familie kennen wie auch das Leben der einfachen Menschen im Mittelalter. Je älter Hartmann wird, umso mehr Platz räumt der Autor ihm ein und so ist man bald schon bei dem ersten Wiedersehen von Judith und Hartmann dabei. So lernt man den Grund für sein Interesse am Minnegesang kennen, verfolgt seine schwierige Zeit im Kloster und seine ersten Schritte als Rechtsgehilfe beim Herzog von Zähringen sowie sein weiteres abenteuerliches Leben. Doch Tim Pieper beschränkt sich nicht nur auf das Leben des Minnesängers, sondern in einem weiteren Handlungsstrang erzählt er auch von Judith, deren Leben für die junge Frau und Heilerin wahrlich nicht einfach verläuft. Dennoch ist dieser historischer Roman wahrlich kein Liebesroman, sondern spiegelt wunderbar das schwierige Leben ganz normaler Menschen im Mittelalter wieder, die versuchen, ihren Möglichkeiten entsprechend, das beste aus ihrer Situation zu machen, wobei gerade Judith und Hartmann sich hierbei immer selbst treu bleiben und zu ihren Überzeugungen stehen. Aber auch die freien Bürger sowie der Adel und dessen politischen Ränkespiele kommen hierbei nicht zu kurz. Und so verfolgt man gebannt über rund 480 Seiten das aufregende, abenteuerliche und oft auch nicht einfache Leben von Judith und deren großen Liebe Hartmann von Aue, der nicht nur durch seinen Versroman „Erec“ in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Der Schreibstil von Tim Pieper ist jederzeit fesselnd, immer unterhaltsam, der damaligen Zeit perfekt angepasst und kann durchaus als anspruchsvoll bezeichnet werden. Die Beschreibungen seiner Protagonisten wie auch der restlichen Mitwirkenden sind sehr detailreich, wirken immer glaubwürdig und überzeugend und sind so bildhaft beschrieben, dass sie fast auf der Stelle Konturen annehmen. Fazit: Ein praller Roman über das Leben des Minnesängers Hartmann von Aue, der von der ersten bis zur letzten Seite durch den fesselnden, bildhaften Schreibstil des Autors überzeugt und so auf sehr unterhaltsame Weise das aufregende Leben des Minnesängers erzählt. |
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Bewertung von Bella von www.bellaswonderworld.de aus Karlsruhe am 24.11.2010 |
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Beschreibung: Hartmann von Aue ist der zweitgeborene Sohn des unfreien Lehnsherrn Dankwart, als sechsjähriger erhält er das Privileg einer Ausbildung am Kloster. Hartmann lernt trotz der strengen Regeln am Kloster seine Ausbildung zu schätzen und bestreitet tapfer seine Lehrjahre zu beginnen. Als er in den Ferien nach Aue zurückkehrt verliebt er sich in die Nachbarstochter Judith, zurück im Kloster erlernt Hartmann das Harfenspiel um Judith bei seiner Rückkher ein Minnenlied darbieten zu können. Doch bis es soweit ist gehen Jahre ins Land, Judith wird währenddessen mit dem freien Bauern August vermählt der sie schikaniert und misshandelt. Jahre voller Gefahren, Hoffnungen und Sehnsüchte vergehen bis Hartmann und Judith sich wieder begegenen. Um ihrer Liebe endlich eine Chance geben zu können muss sich Hartmann jedoch im Kampf gegen August beweisen... Meine Meinung: Tim Pieper hat mir seinem historischen Debütroman "Der Minnesänger" ein kleines Meisterwerk erschaffen. Eindrucksvoll schildert der Autor die Hintergründe des Hochmittelalters im 12. Jahrhundert, seine Hauptfiguren sind Hartmann (der zweitgeborene Sohn eines unfreien Lehnherrs), der sich durch seine Ausbildung im Kloster am Hof Berthold des IV als Schreiber und Berater beweisen kann und sich der Dichtung von Minneliedern verschreibt, und Judith die schon früh verheiratet wird und sich später für die Kunst der Heilerinnen begeistert. Die bildgewaltigen Handlungsorte des Romans ist ein kleines Dörfchen namens Aue vor den Pforten Freiburgs, das Kloster Sankt Georgen sowie der herzogliche Hof Berthold des IV in Freiburg. In "Der Minnesänger" erzählt Tim Pieper eine beeindruckende Geschichte eines Sängers und einer Heilerin, sehr schön finde ich dass der Autor mit der Geburt von Hartmann und der Kindheit der beiden Hauptfiguren seinen historischen Roman beginnt. In einem flüssigen Schreibstil lässt Tim Pieper seine Handlungsorte an Farbe gewinnen und durch seine facettenreiche Beschreibung der Charaktere haucht er seinen Figuren Leben ein. Schnell fühlt man sich in die handelnen Figuren ein und wird wie magisch auf eine Reise ins Mittelalter und der derzeitigen Gesellschaft mitgerissen. Man begleitet Hartmann auf die Klosterschule wobei der Charakter immer mehr heranreift und sich zu einem Musik liebenden Schriftgelehrten entwickelt. Aber auch Judiths Lebensweg verliert man dabei nicht aus den Augen, eindrücklich schilder der Autor was für eine untergeordnete Rolle die Frauen im Mittelalter gespielt haben, und wie sie oftmals als Eigentum der Männer behandelt werden. Judith wird in ihrer Ehe immer wieder von ihrem Mann gedemütigt, unterdrückt und schließlich auch misshandelt. Als Hartmann und Judiths Wege sich kurzfristig in Aue kreuzen verlieben sie sich ineinander und Judith schöpft Hoffnung. Schon bald sind die beiden wieder getrennt und Judith erlernt bei Hartmanns Mutter Agnes eine ausführliche Ausbildung als Heilerin, in der sie vollkommen aufgeht. Die vielseite Geschichte von Tim Piepers "Der Minnesänger" wird noch in einige andere Richtungen verfolgt, indem man nähres von Hartmanns Eltern Dankwart und Agnes erfährt und auch von Judiths Mann August. Ich bin wirklich begeistert wie Vielschichtig dieser historische Roman ist und wie gut der Autor immer wieder in andere Persönlichkeiten schlüpft und den Handlungsverlauf aus jeglichen Sichtweisen beleuchtet. "Der Minnesänger" ist in drei Abschnitte aufgeteilt von denen mir die beiden ersten Abschnitte hervorragend gefallen haben. Im Abschnitt drei laufen alle Handlungsstränge zusammen auf das Ende hinzu. Mein einziger Kritikpunkt an diesen Roman erstreckt sich auf diesen letzten Abschnitt. Viel zu schnell werden die angebrochenen Handlungen zum Ende getrieben, und ich hätte mir gewünscht etwas mehr über die Kreuzzüge mit Hartmann zu erfahren. Mein Fazit: Ein bildgewaltiger historischer Roman der mich mit seiner Vielschichtigkeit in den Bann gezogen hat! |
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| Bewertung von lucy1976 am 03.02.2010 | |
| Der Roman ist spannend, unterhaltsam und gut recherchiert. Die unterschiedlichen Charaktere sind sehr lebendig und einfühlsam dargestellt. Die Erzählung hat mich durch eine feine Qualität überzeugt, die mein Fühlen und Denken nachhaltig bereicherte. Ein wirklich fesselndes Buch, das mit jeder Seite einen immer größer werdenden Sog auf mich ausübte. Absolut lesenswert. |
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