"Von heute ab wirst du keinen Wein mehr trinken, kein Fleisch
mehr essen und dich keiner Frau mehr nähern, denn die Wahrheit ist
eine anspruchsvolle Geliebte, Pattig, sie duldet keine Untreue,
deine ganze Ergebenheit darf nur ihr gelten, und ihr, nur ihr
gehört jeder Augenblick deines Lebens." Pattig verläßt seine
hochschwangere Frau Mariam, um sich einer Gemeinschaft von
Gläubigen anzuschließen. Das Kind, das Mariam erwartete, ist Mani,
nach christlicher Zeitrechnung geboren am 14. April 216 in
Mesopotamien. Vier Jahre später wird er von seinem Vater in die
Sekte der Weißgewandeten eingeführt. "Inmitten dieser Männer
ging ich weise und listig meinen Weg", erinnerte sich Mani,
der Begründer des Manichäismus, der mit 24 Jahren die Sekte
verläßt, um "durch die Welt einen Ruf ertönen zu lassen".
In Ägypten wird er "der Apostel Jesu", in China "der
Buddha des Lichts" und "seine Hoffnung erblühte an den
drei Weltmeeren". Seine Anhängerschaft wächst ständig,
schließlich gerät der Verfechter einer liberalen Religion in die
Schlingen der politisch Mächtigen, wird inhaftiert und stirbt am 2.
März 274.
"Dieses Buch ist Mani gewidmet. Es sollte sein Leben erzählen. Beziehungsweise das, was nach so vielen Jahrhunderten der Lüge und des Vergessens noch davon zu erahnen ist". (Amin Maalouf, Autor)
"Dieses Buch ist Mani gewidmet. Es sollte sein Leben erzählen. Beziehungsweise das, was nach so vielen Jahrhunderten der Lüge und des Vergessens noch davon zu erahnen ist". (Amin Maalouf, Autor)
Amin Maalouf wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1976 als Journalist und Schriftsteller in Frankreich. Er bereiste über sechzig Länder und gilt als anerkannter Spezialist für Fragen der arabischen Welt und der Beziehungen zwischen Okzident und dem Nahen Osten. Amin Maalouf war Chefredakteur der Wochenzeitschrift An Nahar International sowie des Magazins Jeune Afrique, während des Vietnamkriegs und der Islamischen Revolution arbeitete er als Kriegsberichterstatter. Als Buchautor hat er bereits mehrere Romane veröffentlicht. Im August 2000 wurde bei den Salzburger Festspielen (in Zusammenarbeit mit der finnischen Komponistin Kija Saariaho) die erste Oper nach einem Libretto des Autors uraufgeführt: L'amour de loin. 1993 erhielt er den Prix Goncourt, 2010 den renommierten Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur, im Jahr 2011 den Sultan Bin Ali Al Owais Cultural Award.
8 Marktplatz-Angebote für "Der Mann aus Mesopotamien" ab EUR 1,80