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Abbas Khider 

Der falsche Inder

Der falsche Inder - Khider, Abbas

Roman

  • Einband: Gebunden
  • Gebundenes Buch 
 
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SZ-Rezension Perlentaucher-Notizen
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Produktinformation
  • Verlag: Edition Nautilus
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 156 S.
  • Seitenzahl: 160
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 134mm x 20mm
  • Gewicht: 280g
  • ISBN-13: 9783894015763
  • ISBN-10: 3894015764
  • Best.Nr.: 23879091

Produktbeschreibung zu "Der falsche Inder"

Beschreibung

Ein geheimnisvolles arabisches Manuskript im ICE Berlin-München, das niemandem zu gehören scheint und worin acht Mal auf verschiedene Weise die Lebensgeschichte desjenigen erzählt wird, der es zufällig findet und liest. Dieses Romandebüt handelt von der Flucht eines jungen Irakers, der unter Saddam Hussein im Gefängnis saß und vor Krieg und Unterdrückung flieht, sich in mehreren Ländern als Hauslehrer, Gelegenheitsarbeiter, Kellner durchschlägt; der vom Unglück verfolgt scheint und doch immer wieder auf wundersame Weise gerettet wird. Auf seiner Reise durch Nordafrika und Europa trifft er viele andere Flüchtlinge aus aller Welt, die wie er auf der Suche nach einem Leben ohne Hunger und Krieg sind und dafür sehr viel opfern. Ihre Stimmen und Schicksale verbinden sich in Khiders Roman zu einem modernen realistischen Märchen.
Abbas Khider verbindet das Tragische mit dem Komischen, das Groteske mit dem Alltäglichen, die Exotik des Orients mit den Lebenserfahrungen eines Flüchtlings. Er beeindruckt durch seinen ungeschönten Blick und die Beiläufigkeit, mit der er vom Elend wie von Wundern erzählt.

Leseprobe zu "Der falsche Inder" von Abbas Khider

"Mit neunzehn Jahren wurde ich ins Gefängnis gesteckt. Dort gab es unzählige Wände, die ich vollschreiben konnte. Eigentlich gab es nur Wände. Fenster war ein Fremdwort. Wie Sonne und Frauen. Man konnte nur erahnen, dass es irgendwo da draußen Sonne geben musste. Auf dieser dunklen Seite der Erde habe ich den ersten Vers gelesen. Er stand in meiner ers ten Zelle an der Wand:"Das Gefängnis ist für mich eine Ehre, die Fessel ein Fußband und der Galgen die Schaukel der Helden."Sein Verfasser musste jede Hoffnung schon verloren haben. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Damals hatte ich keineswegs die Absicht, als Held am Galgen zu enden. Nach einem Jahr schrieb ich denselben Vers in einer anderen Zelle und dachte nichts dabei. An den Wänden stand einfach alles geschrieben. Man konnte viel Zeit damit verbringen, die Weltanschauung einzelner Gefangener zu erkunden, ebenso ihre ethnische oder religiöse Zugehörigkeit."Arbeiter der Welt, vereinigt euch!"- Das war ein Kommunist."Kurdistan soll frei sein!"- Ein Kurde."Gott schütze die Gläubigen!"- Ein Religiöser."Komm, Heiliger Al-Mahdi, rette die Erde!"- Ein Schiit."Ich will zu meiner Mama."- Einer wie ich, der keine Ahnung hatte, warum er da war."

16.12.2009

Auf der Flucht
Von Bagdad nach München: „Der falsche Inder” von Abbas Khider
Acht Mal erzählt Abbas Khider diese Geschichte einer Flucht – acht Mal geht es von Bagdad nach München. Immer unter einem anderen Aspekt. Und schön langsam vervollständigt sich das Bild, wird die ganze Wahrheit hinter der Geschichte des Rasul Hamid sichtbar, die so sehr auch die Geschichte des Autors selbst ist. In seinem Debütroman erzählt Abbas Khider von dem jungen Iraker Rasul, der unter Saddam Hussein im Gefängnis sitzt und anschließend als illegaler Flüchtling eine unmenschliche Odyssee durch viele arabische und europäische Länder durchleidet, bis er schließlich in Deutschland Asyl erhält.
Khider tut dies in einer äußerst lebendigen, oftmals lakonischen Sprache, die immer wieder durchdrungen ist von grimmigem Humor. Keine Spur dabei von moralinsaurer Schwere, die sich bleiern auf den Leser legte. Nein, „Der falsche Inder” ist ein radikal unsentimentaler Report aus der Hölle. So ist der Schrecken der Flucht zwar immer präsent, wird aber nie explizit ausgestellt. Es bleibt genug Platz für eine Lebenslust, die ansteckend wirkt, und für viele …

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Kundenbewertungen zu "Der falsche Inder" von "Abbas Khider"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 1 Bewertung):
*****
ausgezeichnet
Bewertung von S. Mrti. aus Berlin am 11.09.2008
*****
ausgezeichnet
Hinreißend erzählt, raffiniert aufgebaut.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JANEIN
6 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

29.11.2008

Als "radikal unsentimentalen Fluchtreport" über die langjährigen und schmerzhaften Versuche eines Irakers, nach Europa zu kommen, hat Rezensentin Ines Kappert diesen Roman gelesen. Das Verführerische daran war für sie besonders die "gute Laune" dieses subtil als Reisebericht angelegten, "autobiografisch eingefärbten" Buches, wobei sie den betont naiven Erzählstil zunächst gewöhnungsbedürftig fand. Doch mache der Autor damit seine Überlebensstrategie deutlich, das Unglaubliche stets nur mit staunendem Achselzucken zur Kenntnis zu nehmen. Die Verhältnisse im Irak oder den durchreisten Ländern werden lediglich schlaglichthaft beschrieben. Auch die Klischees, die den Autor auf Grund seiner Hautfarbe in den meisten Augen zum Inder macht. Khider unterläuft diese Klischees zur Begeisterung der Rezensentin mit großer Leichtigkeit, seine Lakonie lasse kein Mitleid zu, weshalb seine Geschichte sie sehr berührte.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezensionen und Kritik

»Eine hochgradig lyrische Gestalt. Eine märchenhafte Begabung.« Abd A-Latif A-Raschid, A-Ssaah-Journal, Bagdad 2003

Autorenporträt zu "Abbas Khider"

Abbas Khider, geb. in Bagdad, lebt seit 2000 in Deutschland. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft.

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