Das heilige Buch der Werwölfe - Pelewin, Viktor

Viktor Pelewin 

Das heilige Buch der Werwölfe

Roman

Aus d. Russ. v. Andreas Tretner
Broschiertes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Das heilige Buch der Werwölfe

Ahuli arbeitet als Prostituierte in Moskau. Was ihre Kunden nicht ahnen: Sie ist ein Werwolf, der die Freier unter Hypnose ihre verwegensten Träume ausleben lässt - alleine. Eines Tages trifft Ahuli auf Alexander, an dem ihre Künste versagen. Denn der leitet als Generalleutnant der Staatssicherheit die Werwolf-Abteilung. Die Anarchistin und der Staatstreue verlieben sich. Haben sie und das marode Land eine gemeinsame Zukunft?

Produktinformation


  • Verlag: Btb
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 349 S.
  • Seitenzahl: 349
  • btb Bd.73769
  • Deutsch
  • Abmessung: 19 cm
  • Gewicht: 325g
  • ISBN-13: 9783442737697
  • ISBN-10: 3442737699
  • Best.Nr.: 23327699
"Wieder hält der große Fabulierer Pelewin in seiner unvergleichlichen, von Esprit, anarchischem Witz und satirischer Schärfe überbordenden Mischung aus Phantasie und kristallklarer Analyse seiner Heimat den bis zur Kenntlichkeit verzerrenden Spiegel vor (...) Wer glaubt, seit Alexander Solschenizyn sei alles Wesentliche über den Archipel Russland gesagt, den belehrt dieser Roman eines Besseren."
(SWR-Bestenliste)

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Eigentlich schreibt Viktor Pelewin immer denselben Text. Einen Text, in dem es um Russland geht - um ein Land also, dessen stalinistische Wunden mit dem Salz des Radikalkapitalismus gereizt werden, was einen Schmerz zur Folge hat, der nur durch Mystik ein klein wenig gemildert wird. In Pelewins letztem Roman "Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin" war es die Zahlenmystik, die der Marktwirtschaft eine höhere Weihe verschaffte. Im "Heiligen Buch der Werwölfe" ist es der Werwolfglaube, und wer mit dem billigen Kalauer kommen möchte, dass der Mensch im Kapitalismus des Menschen Wolf sei, der hat recht. Zwischentöne sind die Sache Pelewins nicht. Schön aber, dass "Das heilige Buch der Werwölfe" trotzdem leidlich funktioniert, dass uns Werfüchsin A Huli nahe kommt, obwohl Pelewin ihr eigentlich gar keine Geschichte zugesteht. Der Vorgänger arbeitete sich noch an einer Biografie ab, hier haben wir nur noch kurze Episoden, über denen ein dunkles Raunen liegt, das immer wieder mit bitterer Ironie als lächerlich entlarvt wird. Knapp 350 Seiten lang - dann haben wir zumindest verstanden, dass es nichts zu verstehen gibt. Wenn aber Pelewin irgendetwas über das heutige Russland zu sagen hat, dann das: Dieses Land mag gewalttätig sein und düster. In erster Linie aber ist es nicht ganz ernstzunehmen. (fis)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2006

Schwarze Tränen
Viktor Pelewins „Buch der Werwölfe” / Von Sonja Zekri
Das Buch beginnt mit einer Selbstdemontage, es endet mit einer solchen, und dazwischen streut der Autor alle paar Seiten Bemerkungen über das Unvermögen ein, diese Geschichte überhaupt zu erzählen. Viktor Pelewins Roman „Das heilige Buch der Werwölfe” ist ein melancholisches Märchen, ein Schauerroman, eine erotische Fantasie, vor allem aber ist es eine große narrative Verunsicherung.
Zum Anfang: Der vorliegende Text, so heißt es in der Vorbemerkung, sei eine „platte literarische Fälschung”. Unter rätselhaften Umständen sei die Datei auf einem Notebook in einem Moskauer Park gefunden worden und „selbstredend keiner ernsthaften Analyse durch Kritik und Wissenschaft wert”. Unterzeichnet von einem Milizionär, einem Philologen und einem TV-Moderator.
Die Datei enthält die Aufzeichnungen einer Prostituierten, die aussieht wie eine 14-Jährige, auftritt wie eine 17-Jährige, aber in Wahrheit 1200 Jahre alt ist. A Huli, deren Name auf Russisch wie eine schlimme Obszönität klingt, ist ein Werfuchs, ein wunderschönes, aber gnadenloses Wunderwesen. Sie trägt …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.12.2006

Ein Werwolf ist immer im Dienst
Viktor Pelewins Splatter-Parabel auf das heutige Rußland / Von Kerstin Holm

Nicht erst der Fall Litwinenko hat die Frage nach der Macht der russischen Geheimdienste aufgeworfen. Viktor Pelewin karikiert den Agenten als Übermenschen unserer Tage.

Die Beobachtung, daß die Dinge nicht das sind, was sie scheinen, gilt in Rußland in besonderem Maß. Die Fähigkeit oder der Fluch, seine Werte radikal umwerten zu können, machte aus Kommunisten im Rekordtempo Demokraten und wieder zarentreue Patrioten. Bescheidene Sozialismuszöglinge mutierten zu glamourösen Kapitalismuskrokodilen. Polizei, Gerichte, Parlament sind bekannt dafür, daß sie alles tun, nur nicht ihre nominellen Aufgaben. Wen wundert es da, wenn russische Intellektuelle überzeugungslose Zyniker sind, oder, spiritueller ausgedrückt, Krypto-Buddhisten, die sich mit philosophischem Humor gegen die Welt wappnen. Das literarische Idiom für diese Haltung hat Viktor Pelewin gefunden, der mit aktuellem Polit- und Werbejargon, historischen Theorien und ostasiatischer Weisheitsakrobatik ein wildes Jonglierspiel treibt, das jedes Sujet fadenscheinig macht wie …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Mit Viktor Pelewins neuem Roman ist Rezensent Jürgen Becker nicht so ganz glücklich geworden. Zwar gefällt ihm die Hauptfigur, eine werwölfische Prostituierte, die Sex per "Imaginationslaser" unterm Fuchsschwanz nur simuliert. Auch die harte postsowjetische Wirklichkeit zwischen Korruption, Oligarchie und Geheimdienstmafia, an der das Buch entlang erzählt ist, sowie nüchterne Exkurse über die Liebe und gelegentliches Lustwandeln im Garten der russischen Literaturgeschichte sorgen beim Rezensenten immer wieder für starke Leseeindrücke. Doch zu seinem Bedauern beschäftigt sich der russische Kultautor mehr und mehr mit den werwölfischen Eigenheiten statt mit der Geschichte, die er erzählen will. In einem "overkill" an lexikalischen Werwolfverweisen kommt der Plot dem Eindruck des Rezensenten zufolge immer wieder abhanden.

© Perlentaucher Medien GmbH
Andreas Tretner, geb. 1959 in Gera ist Übersetzer u.a. von Boris Akunin und Vladimir Sorokin.

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