Das amerikanische Hospital - Kleeberg, Michael

Michael Kleeberg 

Das amerikanische Hospital

Roman

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Das amerikanische Hospital

Über die Liebe in Zeiten der neuen Kriege
Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und dem Amerikaner David. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach Wahrheit über sich selbst. Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre der Stadt Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman voll erschütternder und unvergesslicher Szenen.


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 240 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 232
  • btb Bd.74407
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 118mm x 22mm
  • Gewicht: 225g
  • ISBN-13: 9783442744077
  • ISBN-10: 3442744075
  • Best.Nr.: 34502247

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Die Hochs und Tiefs des Literaturgenuss erlebt Christoph Schröder bei Michael Kleebergs Roman "Das amerikanische Hospital". Im Krankenhaus treffen der an einem posttraumatischen Belastungssyndrom leidende Golfkriegsteilnehmer David Cote und die dort wegen Unfruchtbarkeit behandelte Helene aufeinander und entwickeln eine "intime Beziehung", lässt der Rezensent wissen. Der Kitsch wird hier nicht immer sicher umschifft, und manches scheint in dieser Geschichte, deren "Botschaft", Heilung von Verletzungen seien nicht im "diagnostischen und therapeutischen" Bereich, sondern im "Zwischenmenschlichen" zu erlangen, Schröder auch durchaus etwas "banal" findet. Irritierend sind für den Rezensenten auch die stilistisch uneleganten Dialoge der Protagonisten oder der penetrante "Kunstwille", der aus so manchem Satz spricht. Und trotzdem geht für Schröder ein Sog von diesem Roman aus, und er attestiert dem Autor nicht nur eine meisterliche Beherrschung der Darstellung der Kriegsschrecken, sondern auch der "Körper-Seele-Problematik" und er würdigt die mitunter beeindruckend starken sprachlichen Bilder. Und besondere Bewunderung schließlich ernten bei ihm die Punkte, die Kleeberg ausspart, wie zum Beispiel Fragen nach der "ethischen Verantwortung".

© Perlentaucher Medien GmbH

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Ernstfall für den Schutzengel
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Es ist eine Geschichte, die jeder lesen kann, melancholisch grundiert, leichthändig erzählt, einfühlsam und zurückhaltend. Dabei sind die literarischen Mittel, die Michael Kleeberg einsetzt, um zwei Lebensläufe miteinander in Berührung zu bringen, keineswegs schlicht, sie spielen sich nur nicht in den Vordergrund. Aber man spürt ihr Walten, spürt, wie der Autor den Leser hineinlockt, indem er ihn einem Erzähler überantwortet, der zunächst recht elegisch von sich selbst spricht, von seinen Jahren in Paris, die schon eine Zeit zurückliegen. Mit einem einzigen Satz, einem Sprung, den man kaum bemerkt, zieht er die Vergangenheit näher heran; die Perspektive wechselt, der elegische Unterton verschwindet, und schon befindet man sich mitten in einem Geschehen, das im Präteritum vergegenwärtigt wird und atmosphärisch sofort für sich einnimmt.
Die Geschichte zwischen Hélène, einer zu Anfang des Romans dreißigjährigen Pariserin, und dem Amerikaner David Cote beginnt im November 1991 im Amerikanischen Hospital …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Paris, 1991. Hélène und David begegnen sich zufällig im Amerikanischen Hospital, beide sind sie Patienten: Sie versucht, mithilfe einer künstlichen Befruchtung den Kinderwunsch ihres Mannes zu erfüllen; David ist ein aus dem Südirak abzitierter Captain, der unter einem schweren Trauma leidet. "Ich bin in Paris, wo ich immer hinwollte, und es ist, als wäre die Farbe aus dem Film gewaschen", erklärt der US-Soldat seiner neuen Freundin. "Ich erinnere mich an Gefühle, aber ich empfinde sie nicht. Wie herausoperiert." Nach und nach beginnen die beiden, sich gegenseitig zu therapieren. Nun wäre zu erwarten, dass Autor Michael Kleeberg aus dieser Prämisse eine schnulzige Lovestory strickt: Paris bei Nacht, zwei verlorene Seelen auf dem Eiffelturm, blabla. Stattdessen dringt er tief in seine Charaktere ein und formuliert ihre Leiden als Symptome einer vom Golfkrieg und dem Zeitgeist schiefgehängten Welt. Über das Sie kommt das Paar nie hinaus, und doch hat man das Gefühl, Hélène und David könnten den Grad ihrer Intimität nicht mehr steigern. Mitreißend, Kleebergs virtuosem Stil durch diese Therapiestunden zu folgen. (mh)

»Michael Kleeberg wendet sich zwei Versehrten zu. Anders als die Ärzte beweist der Schriftsteller großes Fingerspitzengefühl.«

Der virtuose Anfang dieses melancholischen Liebesromans zog Martina Meister sofort soghaft in seinen Bann. Und an einen unangenehmen Ort: ein Krankenhaus als Raum dieser schwierigen Liebe zwischen einem amerikanischen Irak-Veteranen und einer französischen Pazifistin, die sich hier künstlich befruchten lassen will. Michael Kleeberg nun komponiere aus den unregelmäßigen Begegnungen der beiden über fünf Jahre hinweg das langsame Vortasten der Frau in die Innenwelt des traumatisierten Mannes und sein Vortasten zurück in die Welt. Allerdings hält der Roman dabei nicht, was sein Anfang verspricht, findet die Kritikerin, die das erzählende Ich bald hinter der Maske eines unpersönlichen Erzählers verschwinden sieht. Auch schadet die Form aus ihrer Sicht der Intensität des Stoffes. Bei diesem nämlich, so Meister, handele es sich eher um einen Novellenstoff, der von der Verdichtung leben könne, nun aber von der Episierung verwässert werde. Auch scheinen die Berichte aus den geschilderten Höllen des Invitro-Wesens und des Irak-Krieges nur teilweise glaubhaft zu sein. Sprachliche und inhaltliche Ungenauigkeiten hat die Kritikerin ebenfalls zu bemängeln. Erst am Ende kann Kleeberg ihr noch einmal seine Meisterschaft demonstrieren.

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Michael Kleeberg wurde 1959 in Stuttgart geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Böblingen und Hamburg, wo er später auch Politische Wissenschaften und Neuere Geschichte sowie an der Hochschule der Künste Visuelle Kommunikation studierte. Ab 1983 folgten einjährige Aufenthalte in Rom, West-Berlin und Amsterdam. 1986 siedelte er nach Paris über, wo er von 1987 bis 1994 neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit Mitinhaber einer kleinen Werbeagentur war. Seit 2000 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer aus dem Französischen (Marcel Proust) und Englischen (John Dos Passos) in Berlin. Er verfasst außerdem Artikel zu politischen und literarischen Themen für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften (u. a. Die Welt, Der Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Zu seinen wichtigsten Romanen zählen: Proteus der Pilger (1993), Ein Garten im Norden (1998), Der König von Korsika (2001) und Karlmann (2007). Zuletzt erschien bei DVA der Roman Das amerikanische Hospital (2010), der für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde und für den Michael Kleeberg 2011 den Evangelischen Buchpreis erhielt. Zudem wurde er für sein literarisches Werk mit dem Anna-Seghers-Preis (1996), dem Lion-Feuchtwanger-Preis (2000) und dem Irmgard-Heilmann-Preis (2008) ausgezeichnet, und 2008 war Michael Kleeberg Mainzer Stadtschreiber.

Leseprobe zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

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Kundenbewertungen zu "Das amerikanische Hospital" von "Michael Kleeberg"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
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(1)
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Bewertung von G.Walslebe aus Berlin am 05.10.2010 ***** gut
Das amerikanische Hospital ist ein Buch mit furiosem Beginn, sowohl vom Inhalt als auch von der Sprache her. Ein traumatisierter amerikanischer Offizier fällt im amerikanischen Hospital in Paris einer Frau vor die Füße, die dort künstlich befruchtet werden soll. Sowohl die Heilung der Kriegstraumata des Offiziers als auch die Fertilisation schlagen fehl.
Offizier und Frau kommen sich näher, entwickeln über gemeinsame Vorlieben und Interessen zu Kunst, Lyrik und Literatur ein stabiler werdendes, platonisches Verhältnis. Dies ist verblüffend, weil sie alles Militärische vehement ablehnt und sich durch das anfängliche Verschweigen der militärischen Identität hintergangen fühlt. Über einzelne, traumatisierende Erlebnisse im Irakkrieg berichtet er sehr intensiv, sodass sie seine Traumata zu verstehen lernt. Er wiederum fühlt sich sehr zurückhaltend in ihre Enttäuschungen über die fehlschlagenden Fertilisationen ein.
Im Verlaufe des Romans verstärken sich Redundanzen, auch die sprachliche Kraft lässt etwas nach. Das Ende des Romans überzeugte mich trotz des überraschenden Wechsels der Erzählperson gar nicht. Er ist damit eine Erzählung mit starken Höhen, aber auch mit Tiefpunkten.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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